Schmiedin Tanya Graham mit vielfältigem Repertoire auf dem Kunsthandwerkerinnen-Markt 2000

Mehr als ein heißes Eisen
Von Dorothée Schenk

An Amboss und Esse lässt sich Tanya Graham…

An Amboss und Esse lässt sich Tanya Graham…

Ihre Augen blitzen. Eine dunkle Strähne hat sich aus dem geflochtenen Zopf gestohlen, um bei jedem Wort lebhaft zu wippen. Tanya M. Graham ist ganz Aktion. Die schwungvolle Schmiedin ist schlagfertig und läßt sich an Amboß und Esse so leicht nichts vormachen.
Sie hat es geschafft: Nach zehnjähriger Studien und Lehrzeit steht seit 1998 ihre eigene Schmiede in Ederen an der Willibrordusstraße 1. Hier schwingt Tanya Melanie Graham mit ihrem Lebensgefährten Roger Mürkens den Hammer, nimmt so manches Eisen in die Zange, macht es heiss, bis es gefügig wird und sich dem künstlerischen Gestaltungswunsch beugt. Ihre Selbständigkeit gründet sich weitgehend auf private Auftraggeber und Architekten, die gerne die Dienste der "FeRRUM Metallwerkstätten" in Anspruch nehmen.
Die Arbeiten zeigen, wie vielfältig Schmiedearbeit sein kann: Für das Trachtenmuseum in Wegberg-Beeck entwarfen sie ein Gitter, in Italien beteiligten sie sich an einem „internationalen Kreuzweg“. Künstler aus Italien, Österreich und eben auch Deutschland gestalteten jeweils ein Bild des Kreuzweges. Aus Ederen stammt „Veronika reicht Jesus das Schweißtuch“.

Eine Frau an der Esse ist nach den Erfahrungen der 31jährigen keine Seltenheit. „Oft übernehmen die Witwen nach dem Tod der Männer die Werkstätten - nur wissen das viele Menschen nicht.“ Ihren Weg zur Kunstschmiedin hat die Britin konsequent verfolgt. „Silber- und Goldschmiedearbeiten waren mir zu klein“, gesteht sie. Dabei sind ihre Lieblingsarbeiten, Buchstaben und Hausnummern zu gestalten. Das mag daran liegen, dass ihr das Design im Blut liegt. Zu diesen Wurzeln will Tanya M. Graham wieder zurück: Kunstvolle Gebrauchsgegenstände vom Tisch bis zum Leuchter aber eben auch freie Arbeiten, deren alleiniger Zweck das Ausstellungsobjekt ist, gehören zum Repertoire der Künstlerin.

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…so leicht nichts vormachen.

…so leicht nichts vormachen.

Die lange Walz an die Esse
„Schon als ich fünf Jahre alt war, hatte ich den Wunsch, Künstlerin zu werden“, so die 31jährige Britin. Zielstrebig und sprichwörtlich mit dem Hammer in der Hand machte Tanya Melanie Graham ihren Weg: Fünfjähriges Studium in Kunst und Design gehörten ebenso dazu, wie die lange Walz von einem Schmiedemeister zum nächsten. Acht Werkstätten hat sie in fünf Jahren kennengelernt. Denn: „In England gibt es keine traditionelle Schmiedelehre.“ So suchte sie sich ihre Lehrherren in England, den USA und Deutschland selbst und hatte neben dem richtigen Händchen bei deren Wahl auch das nötige Glück, stets zur rechten Zeit zu kommen. Zu ihren Meistern zählen renommierte Schmiede wie Brian Russell, Paul Zimmermann und Heribert Nüsser. So gerüstet gründete sie vor vier Jahren mit Roger Mürkens in Ederen die "FeRRUM Metallwerkstätten”.

Artikel zum Kunsthandwerkerinnen-Markt 2005

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