Porträt: Barbro Borlinghaus

Schuss auf Schuss für schwedische Gardinen
Von Britta Sylvester [12.06.2004, 18.20 Uhr]

Barbro Borlinghaus in ihrem Element: Mit sicherer Hand schickt die zierliche Schwedin Schiffchen um Schiffchen auf die Reise durch das Gewirr der Kettfäden.

Barbro Borlinghaus in ihrem Element: Mit sicherer Hand schickt die zierliche Schwedin Schiffchen um Schiffchen auf die Reise durch das Gewirr der Kettfäden.

Zur Zeit produziert Barbro Borlinghaus reichlich Meterwaren, auf das ihr Stand - übrigens am oberen Ende des Schlossplatzes in der Nähe der Zitadelle zu finden - wohl gefüllt ist. „Wenn ich fleißig bin, schaffe ich siebeneinhalb Meter in einer Woche“, versichert sie dem angesichts des riesigen hölzernen Ungetüms ungläubig staunenden Besucher. Der 1992 angeschaffte große Webstuhl nimmt einen großen Teil des Raumes in der privaten Werkstatt von Barbro Borlinghaus ein. Da bleibt gerade noch Platz für einen kleinen Tisch mit Nähmaschine - schließlich wollen die fertigen Stoffbahnen zu Taschen oder Kissenhüllen weiterverarbeitet werden - einen Schrank und einen Schreibtisch. Unter die Schräge am Ende des Raumes ducken sich hölzerne Regale, zum Bersten voll mit Leinen- und Baumwollgarnen in verschiedenen leuchtenden Farbtönen. „Alles schwedische Garne“, erzählt die Künstlerin strahlend, mitgebracht aus Besuchen in der Heimat „Jedes Jahr bringe ich soviel mit wie ich tragen kann“, lacht Barbro Borlinghaus.

Im Nebenraum stapelt die Kunsthandwerkerin die Ergebnisse ihrer Arbeit. Fast filigran wirkende, naturfarbene Gardinen mit zarten Muster hängen an den Fenstern. Im Innern des großen Kiefernschrankes leuchtet es vielfarbig. Ein Fach für grüne Tischläufer, ein anderes ist den roten Servietten vorbehalten, ein drittes beherbergt dezent bräunliche Kissenhüllen. Direkt neben der Tür, sicher verstaut in einem stabilen Alukoffer, warten die ersten Kunstwerke auf ihren Transport zum Schlossplatz.

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Gesammelte Werke: Das Innere des massiven Kiefernschrankes eine Fülle stofflicher Kunstwerke, alle irgendwann in den letzten zwölf Jahren entstanden.

Gesammelte Werke: Das Innere des massiven Kiefernschrankes eine Fülle stofflicher Kunstwerke, alle irgendwann in den letzten zwölf Jahren entstanden.

Wie viel Kilometer Garn sie in den letzten zwölf Jahren verarbeitet hat, weiß Barbro Borlinghaus nicht. Wohl aber, wann alles angefangen hat. „Ich habe 1992 einen Webkurs in der Eifel gemacht,“ erinnert sich die Schwedin, „und dann hat es mich nicht mehr losgelassen.“ Wohin diese Faszination geführt hat, beweist ihr Refugium im Jülicher Einfamilienhaus deutlich. Da bleibt der Künstlerin mit Kette und Schuss kaum eine Wahl, sie muss einfach in die Öffentlichkeit mit ihrer Arbeit: „Sonst ist irgendwann das ganze Haus voll.“ Liegt es nicht nahe, gleich mehrere Märkte zu beschicken? Barbro Borlinghaus winkt ab. Das Hobby soll Hobby bleiben, auch weil es zu zeitaufwändig ist, um zum Beruf zu werden. So ist der diesjährige Kunsthandwerkerinnenmarkt für Freunde schöner Stoffe und schwedischer Handwerkskunst eine, im wahrsten Wortsinne, einmalige Gelegenheit.
Wer übrigens noch mehr über die Frau, aus deren Stoff Träume sind wissen möchte, findet Sie im Internet. Hier hat Barbro Borlinghaus im Projekt der Gleichstellungsstelle, Senioren ins Netz“, ein Stück ihres „Lebenstraumes“ niedergeschrieben.
www.juelich.de//senioreninsnetz/lebenstraeume/portraets/borlinghaus.htm


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