3. Preis für Zivilcourage und Toleranz verliehen.

Interkultureller Dialog in der Praxis gelebt
Von Dorothée Schenk [28.01.2008, 19.23 Uhr]

Einen würdigen Festrahmen gab sich die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz für ihre dritte Preisverleihung für Zivilcourage: Im vollbesetzten Ratssaal im Neuen Rathaus würdigten sie Marijke Barkhoff-Freeling, Vorsitzende des Vereins Kultur ohne Grenzen, am 63. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz mit der Auszeichnung. Neben Prof. Angelika Merschenz-Quack als Laudatorin gewann der Vorstand NRW-Minister Armin Laschet als Redner.

Marijke Barkhoff-Freeling (2.v.r.) erhält aus den Händen von Gabriele Spelthahn (3.v.r.), Vorsitzende der Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz, die Urkunde zum Preis für Zivilcourage.

Marijke Barkhoff-Freeling (2.v.r.) erhält aus den Händen von Gabriele Spelthahn (3.v.r.), Vorsitzende der Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz, die Urkunde zum Preis für Zivilcourage.

Die Kultur, als ein Mittel, mehr voneinander zu lernen, pries NRW-Minister Armin Laschet in seiner Rede zur dritten Verleihung des Preises für Zivilcourage am Sonntag im Jülicher Rathaus. Damit lobte er gleichzeitig die von der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz Ausgezeichnete, Marijke Barkhoff-Freeling. Die Vorsitzende des Vereins Kultur ohne Grenzen wurde für ihr besonderes Engagement für Künstler im Exil geehrt. Gut gewählt hat der Verein, der die Preisverleihung in die Gedenkfeier zum 63. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz einbettete (zur Rede von Heinz Spelthahn). Diese Jahr 2008 hat die Europäische Union nämlich zum Jahr des interkulturellen Dialogs ausgerufen.

Gemeinsamkeiten in der Kultur zu finden, eine die Menschen, führte Armin Laschet aus, dessen NRW-Ministerium neben Familie auch Integration beinhaltet, und er ergänzte: „Eine lebenswerte Gesellschaft ist die, in die man seine eigene Kultur einbringen kann.“ Diese Möglichkeiten schafft Marijke Barkhoff-Freeling, wie Prof. Angelika Merschenz-Quack in ihrer Laudatio hervorhob. Künstler, deren sich Marijke Barkhoff-Freeling annimmt, haben nicht nur ihre Heimat durch Vertreibung verloren, sie haben auch ihr Ansehen eingebüßt. Eng damit verknüpft ist das Selbstwertgefühl, das in Mitleidenschaft gezogen wird.

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Marijke Barkhoff-Freeling (4.v.l.) und die Konfirmandengruppe der evangelischen Kirche (stehend) wurden von der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz mit dem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.

Marijke Barkhoff-Freeling (4.v.l.) und die Konfirmandengruppe der evangelischen Kirche (stehend) wurden von der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz mit dem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.

Der Verdienst der Kultur-ohne-Grenzen-Initiatorin sei es, den Menschen neuen Mut zum Ich zu geben. Durch die Möglichkeit, sich wieder in der Öffentlichkeit zu präsentieren und Anerkennung zu finden, würden diese Künstler Menschen „mit einer neuen Heimat in unserer Heimat“. Einer von ihnen ist der Iraki Raed Koshaba Shamson, der in der arabischen Welt eine Berühmtheit ist im Spiel auf der Ud, einer Laute. Sie zupfte Shamson als musikalischen Beitrag zum Festakt im Ratssaal.

Bescheiden dankte die Preisträgerin den Lobrednern, indem sie erklärte: „Ich bringe nur die Praxis in den interkulturellen Dialog“. Diese manifestiert sich in den regelmäßigen Veranstaltungen von Konzerten, Ausstellungen und literarischen Angeboten des Vereins. Die Anwesenden lud Marijke Barkhoff-Freeling ein, daran teilzunehmen. Abschließend zitierte sie aus dem Buch „Jazzmusiker und ihre drei Wünsche“ von Pannonica de Koenigswarter, in dem formuliert wird „Wir alle gehören der menschlichen Rasse an und wir lernen und spielen die gleichen Noten“.

Dem Gedenken nicht nur eine Gegenwart, sondern auch eine Zukunft zu geben, wie es Dr. Walter Liedgens von der Jülicher Gesellschaft ausdrückte, gelang dem Verein durch die Auszeichnung der Konfirmandengruppe der evangelischen Kirche. Sie hatte gemeinsam mit Dirk Eickenhorst Beiträge zur Gedenkfeier am 9. November 2007 vorbereitet. Der Jugendlichen wurde die Aufgabe mitgegeben, das Gesehene und Gehörte weiterzuerzählen, damit die Geschichte nicht vergessen werde.

Zur Begrüßungsrede der Vorsitzenden, Gabriele Spelthahn

Zur Ansprache von Schirmherrn Armin Laschet


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