Kunterbuntkunst

Villa-Kinder lehren und lernen von Künstlern
Von Dorothée Schenk [22.10.2007, 10.56 Uhr]

Kinder und Kreativität – das passt eigentlich immer. Beides in richtige Bahnen zu lenken ist eine Kunst für sich. Wie es bestens gelingt zeigten im Hexenturm der Kunstverein Jülich und die Kinder der Villa Kunterbunt: KunterbuntKunst heißt das Ergebnis, von dem zu hören war, dass es alle Beteiligten befruchtet hat. Kein Wunder, dass der Wunsch nach einer „zweiten Runde“ laut wurde.

Kinder -– Kunst – und kunterbuntes Treiben herrschte im Hexenturm…

Kinder -– Kunst – und kunterbuntes Treiben herrschte im Hexenturm…

Beeindruckend ist nicht nur die Fülle der entstandenen Kunstwerke an denen 33 Kinder und acht Kunsttreibende – zuzüglich der Organisatoren im Hintergrund - beteiligt sind. Es ist einerseits die Fertigkeit, die berührt, andererseits die Vielfalt der erarbeiteten Ausdrucksformen. Abstrakte Bilder unter dem Titel „Textilcollagen“ ziehen sich als roter Faden durch die Gänge des Hexenturms, während die freie Malerei dem Hauptzimmer vorbehalten ist. Was beim Besuch des Ateliers von Michael Küpper entstand können Interessierte im Turmzimmer ansehen und Hochdruckgrafik im Kaminzimmer.

Ebenso wie bei den „großen Künstlern“ sind die Werke der „kleinen Künstler“ in Motivik, Ausdruck und Ideenreichtum sehr unterschiedlich. Eins ist ihnen gemeinsam: Der schöpferische Funke, der offenbar – wie Kirsten Müller-Lehnen es in ihren einführenden Worten als Wunsch formulierte – von den „Lehrenden“ auf die Kinder übergesprungen ist. Kein Einheitsbrei entstand in der knapp einjährigen Pilotphase, die gemeinsame Suche nach dem Ausdruck trägt dieses Projekt.

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…und das Villa-Orchester spielte dazu.

…und das Villa-Orchester spielte dazu.

Entstanden ist es, weil Elterninitiative und Kunsttreiben sich unabhängig voneinander auf den Weg machten: Die einen suchten neue kreative Impulse für ihre integrative Kindertagesstätte, die anderen schrieben sich Jugendförderung auf die Vereinsfahne. So liefen sich gegenseitig offene Türen ein und starteten zum Zitadellenfest 2006 das erste gemeinsame Unternehmen: Ein Säulengang und roter Teppich für das Herrscherpaar wuchsen in gemeinsamer Arbeit.

Nach den Sommerferien startete dann die intensivierte Kooperation, deren Anfänge Villa-Leiterin Monika Langthaler aus ihrer Sicht schilderte: „Viel Zurückhaltung und viele Fragezeichen“, hätte es zunächst von Seiten der Kinder gegeben. „Trau ich mich das? Kann ich das? Ist das jetzt Unterricht am Nachmittag?“ Lange währte die Unsicherheit offenbar nicht: Eigene Fähigkeiten seien entdeckt und erprobt worden und die Villa Kunterbunt hätte von der ungezwungenen schöpferischen Atmosphäre profitiert. Launiges Fazit der Pädagogin: „Viel mehr Kinder kennen jetzt viel mehr Künstler – viel mehr Künstler, kennen viel mehr Kinder. Viele Kinder wissen jetzt mehr über Kunst – viele Künstler wissen jetzt mehr über Kinder.“

Natürlich kosten derartige Projekte immer auch Geld: Ein Fond für Jugendarbeit wurde vonseiten des Kunstvereins durch eine Versteigerung angespart, der vor allem die Materialkosten decken soll. Außerdem legte die Sparkasse Düren mittels ihrer Stiftung noch eine Spende obendrauf. Damit die Arbeit zwischen Villa Kunterbunt und dem Kunstverein weitergehen kann, wurde auch bei der Projektpräsentation KunterbuntKunst um das Füttern des Sparschweins gebeten. Denn: An Anwärtern für neue Kurse fehlt es nicht – weder bei den Kindern noch bei den Künstlern. Susanne Renker mit ihrer Druckerwerkstatt, Buchbinderin Rosie Küpper und Glaskünstlerin Karin Uhlenbruck stehen schon in der Startlöchern.


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