Streifzug durch 20 Jahre Stadtmarketing in Jülich
Von Dorothée Schenk [11.10.2015, 15.00 Uhr]

Stadtmarketing-Projekt mit Strahlkraft

Stadtmarketing-Projekt mit Strahlkraft

Schnell abgewickelt waren die Regularien bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins Stadtmarketing Jülich. Das galt für die Vorstellung des erfreulichen Kassenbestandes ebenso wie für den Jahresbericht. Besonders herausgestellt wurde vom Vorsitzenden Wolfgang Hommel das Mitwirken an den Stadtgesprächen: Im Frühjahr war es um sozialen Wohnungsbau, im September um die Präsentation der Bürgermeisterkandidaten gegangen. Wichtiges Thema des Jahres war aber auch das Projekt „Kreishaus Nord“, wobei Hommel kritisch anmerkte, dass bei der Projektvorstellung die Chancen des Viertels nicht ausreichend berücksichtig seien. Bei diesem Konzept zweifelt der Kaufmann an einer Belebung des Marktes und der Fußgängerzone.

Als gelungen betrachtet der Vorsitzende das Projekt „Freifunk“. Der Verein Stadtmarketing hatte Geschäften und Bewohnern der Innenstadt ein Förderung angeboten, falls sie sich dem Vorhaben „freies Wlan für alle“ anschließen wollten. Trotz einer bereits ansehnlichen Netzdichte sei dieses Angebot wenig abgerufen worden. Abgeschlossen und für gut befunden wurde ebenfalls die neue Homepage des Vereins.

Positiv ist nicht nur die Bilanz, sondern auch der Tatbestand, dass immer noch Neumitglieder gewonnen werden können. Frisch seine Antrag unterschrieben hatte an diesem Abend Eric Blömer.

Viel Zeit nahm sich Wolfgang Hommel in seiner Bilanz über „20 Jahre Stadtmarketing in Jülich“ - denn nicht der Verein, stellte der Vorsitzende richtig, werde 20, sondern im Vorfeld der 2000-Jahrfeier Jülichs 1987 sei erstmals Stadtmarketing betrieben worden. Der Umzug haben ein „wir Gefühl“ erzeugt, ohne, dass der Begriff Stadtmarketing schon da gewesen sei.

Als Verdienst des Stadtmarketings führte Hommel die Entwicklung der Denkmalbereichssatzung ins Feld sowie eine erlebnisorientierte Innenstadt. Als wichtigste Fragestellung stehe im Vordergrund: „Was macht Jülich aus?“ Das vom Team für Gestaltung entwickelt Logo, dass das alte Wappen ersetzte sei schnell bekannt und akzeptiert worden. Dass die Stadt es für sich verwendet hat, mache es schwierig, es als Werbebotschaft zur Außenwirkung zu verwenden. Die Pole – Forschung und Festung – seien zwar als Leitlinien formuliert, würden aber nicht immer berücksichtigt, wie das Beispiel „Blockheizkraftwerk“ zeige. Dieses sollte nahe der Bastion St. Jakob gebaut werden, ehe die Vereine, unter anderem der Stadtmarketing-Verein einschritten.

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Die Stadteingangs- und Ausgangsschilder gehen auf die Initiative des Stadtmarketings zurück.

Die Stadteingangs- und Ausgangsschilder gehen auf die Initiative des Stadtmarketings zurück.

Ideen wie die Entwicklung zur „Solarcity“ mit einer Anbindung an die Solarstraße sowie ein Zukunftsbasar seien gescheitert. Ebenso der Forschungspfad, bei dem mehr Geld für die Machbarkeitsstudie als für die Umsetzung zur Verfügung gestanden hätte. Keine Umsetzung gelang auch für die Infosäule, die als Diplomarbeit entwickelt wurde. Hier sollten per Touchpad Besucher Informationen erhalten können. Schmunzelnd erinnerte Hommel daran, dass die Idee war „wenn Jülich mal einen Nobelpreisträger hat, soll man es hier lesen können“. Immerhin sei der Wissenstransfer durch Forschungsgespräche in den Jahren 2001 bis 2007 gelungen.

In diese Zeit fiel auch die größte Präsenz des Vereins, der damals noch „Jülich Information“ hieß und im Kulturhaus im Hexenturm ab 1997 mit städtischem Zuschuss sein Touristikbüro unterhielt. Seit 2004 fiel diese Aufgabe an den Brückenkopf-Park. Seither heißt der Verein Stadtmarketing Jülich e.V. und entwickelte beispielsweise das Lichtprojekt und „Zwischenzeit“, bei dem Künstler und Kunsthandwerker Leerstände in der Vorweihnachtszeit als Ausstellungsfläche nutzen konnten.

Als 2009 Katarina Esser in den Vorstand eintrat und in der Verwaltung das Stadtmarketing Einzug hielt, hatte der Verein sein Monopol verloren und die Zeit „sich neu auf die alten Pole zu besinnen“.

Wolfgang Hommel betonte, dass sich der Verein weiter einmischen wollen aber das Problem habe, als Akteur selbst erkennbar zu werden. Ein Ziel für die Zukunft.

Wie zu erwarten gab es keine Überraschungen bei den Wiederwahlen des Vorsitzenden Wolfgang Hommel und seines Stellvertreters Hans Laschet, sowie Schriftführer Dr. Christoph Helsper und Schatzmeister Guido Reichensperger. Das Votum war einstimmig. Als Wahlleiter dankte Dr. Peter Nieveler für die „Menge Arbeit und wenn sie dann noch qualitativ so gut ist, ist das noch einen Applaus wert“. Gerne kamen die Anwesenden dieser Aufforderung nach. Ebenso folgten sie der Empfehlung von Wolfgang Hommel zur Besetzung der Beiratsplätze mit Katarina Esser, Franz-Josef Köhne, Peter Schmitz sowie Thomas Bierschenk und Dr. Rüdiger Urban, die für die ausscheidenden Martin Marquardt und Dirk Offermanns ins Amt gewählt wurden.


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