SC Jülich 10/97 weiter in Gesprächen

Jülicher "Finale" mit Alemannia Aachen erst im April
Von Dorothée Schenk [15.03.2013, 23.14 Uhr]

In die Verlängerung gehen Jülich 1910/97 und die Alemannia Aachen in ihren Gesprächen über die Nutzung des Karl-Knipprath-Stadions. Das bestätigte auf Anfrage Holger Voskuhl, Pressesprecher des Aachener Noch-Drittligisten. Zehnerchef Michael Lingnau überraschte in einer Pressemitteilung am 11. März mit der Nachricht, dass der Jülicher Traditionsverein weiterhin die an der Option festhalte, dem Club aus der Kaiserstadt die Spielstätte an der Rur anzubieten.

Michael Lingnau kämpft als Vereinsvorsitzender für die Perspektiven von SC Jülich 10/97

Michael Lingnau kämpft als Vereinsvorsitzender für die Perspektiven von SC Jülich 10/97

Der Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport (JuFaSS) hatte in seiner Februar Sitzung mehrheitlich weitere Gespräche mit der Alemannia Aachen abgelehnt, da die Ausschussmitglieder von der Ernsthaftigkeit des Angebots nicht überzeugt waren.

Für die dritte Liga kommt das Jülicher Stadion nicht in Frage, bestätigte Voskuhl. Im Falle des Abstiegs in die vierte Liga ist die Alemannia allerdings noch auf der Suche nach einer Spielstätte und froh, „dass die Jülicher an ihrem Angebot festhalten“. In der Presseerklärung von SC Jülich 10/97 unterstreicht Zehner-Vize Claus Nürnberg: „Wir haben von der Alemannia die Zusage, dass ihr zwar eingeschränkter Etat es trotzdem für die 4. Liga erlaube, für die Investitionskosten für die Realisierung der baulichen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen für die 4. Liga im Jülicher Stadion voll aufzukommen. Der Fußballverein sieht nicht nur sportlich und baulich für das Stadion eine Perspektive in der Kooperation mit dem Aachener Verein, sondern auch einen Gewinn für das Image Jülichs und sogar die Geschäftswelt.

Aus dem politischen Lager kommt ebenfalls unverhofft Unterstützung. CDU-Vorsitzender Elmar Fuchs erklärte, dass den politischen Vertretern im JuFaSS im Februar nicht alle Fakten vorgelegen hätten und „dies möglicherweise dazu geführt hat, ohne weitere Prüfung die Anfrage ablehnend zu beantworten“. Die Jülicher Christdemokraten beschlossen in ihrer März-Sitzung Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Das Ausloten aller Möglichkeiten „sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, erklärte Fuchs für die Jülicher Mehrheitsfraktion.

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Michael Lingnau als Spitze des SC Jülich 10/97 und sein Vize Claus Nürnberg erwarten in Kürze auch aus der Jülicher SPD ein ähnliches positiv-konstruktives Signal, erklärten sie, schließlich arbeite doch mit dem SCJ-Geschäftsführer Tino Schwedt ein SPD-Vorderer auch im Vorstand der Zehner ganz vorne mit.

„Wir wollen im Konsens mit der Jülicher Verwaltung und Politik handeln, um die Jülicher Kampagne für die Rettung der Alemannia in unserer Herzogstadt auf eine möglichst breite Basis zu stellen“, betont Michael Lingnau in der Pressererklärung.

Nach der Ratssitzung vom Donnerstag, 14. März kommen an dieser Einschätzung Zweifel auf. Die Verwaltung schlug über den erneuten und ihrer Ansicht nach eigenmächtigen Vorstoß der Zehner einen scharfen Ton an. In den Mitteilungen hieß es, dass nach der Entscheidung im JuFaSS nach Sicht der Stadt keine weiteren Gespräche gebe. Im Klartext heißt es weiter, dass die Stadt sich von Jülich 10/97 übergangen fühlt. Wörtlich: „Die Stadt einen Tag vor einem Ortstermin einfach ohne vorherige Information per E-Mail zu diesem Termin einzuladen, halte die Verwaltung nicht für eine gute Vorgehensweise.“ Außerdem teilt die Stadt die Auffassung des Fußballvereins nicht, dass sie die Entscheidungsgewalt über die Nutzung des Vereins hätte, „dies bleibt nach wie vor wie auch bisher praktiziert der Stadt als Eigentümerin vorbehalten“. Die vertragliche Vereinbarungen würden dies bestätigen. Hier würde sich der Verein verpflichten, „die Sportanlage nur für sportliche bzw. unmittelbar damit verbundene Zwecke im Rahmen seiner Vereinsarbeit zu nutzen.“

Derzeit hat die Alemannia Aachen beim DFB eine Fristverlängerung beantragt, um die Frage der Spielstätte zu klären. Wann das „Rückspiel“ zwischen Alemannia Aachen, Stadt Aachen und Jülich 10/97 angepfiffen wird, ist also noch nicht fest terminiert, aber das Finale steht fest. Bis Mitte April, so Holger Voskuhl, würde eine Entscheidung fallen.

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Alemannia II: Das Spiel ist noch nicht aus, aus, aus…


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