Abschied von Prof. Dr. Angelika Merschenz-Quack

Bei ihr stimmte immer die Chemie
Von Arne Schenk [17.07.2015, 15.05 Uhr]

Prof. Dr. Angelika Merschenz-Quack bei ihrer Abschiedsfeier zwischen Prof. Dr. Michael Wulf (r.) und Prof. Dr. Franz Prielmeier (3.v.r.).

Prof. Dr. Angelika Merschenz-Quack bei ihrer Abschiedsfeier zwischen Prof. Dr. Michael Wulf (r.) und Prof. Dr. Franz Prielmeier (3.v.r.).

„Don’t cry for me Campus Jülich!“ steht neben dem Bild von Prof. Dr. Angelika Merschenz-Quack. Und dann noch: „Wenn doch, nimm das!“ Die mit diesem Kärtchen präparierten Papiertaschentücher brachte die scheidende Standortsprecherin des Campus Jülich der Fachhochschule Aachen zu ihrer eigenen Abschiedsfeier im Gerling Pavillon mit.

Es sei ein ungünstiger Termin, gab Prof. Dr. Franz Prielmeier, Dekan des Fachbereiches Chemie und Biotechnologie, zu. Aber so hätte er sie noch zu dieser Veranstaltung beordern können, schließlich tritt die Professorin für Anorganische und Analytische Chemie Ende des Sommersemesters 2015 in den wohlverdienten Ruhestand. „Sonst wäre sie womöglich nicht gekommen“, erklärte er. „Wer sie kennt, weiß, dass sie nicht viel Aufhebens um ihre Person macht.“

Als Jülicher Eigengewächs hat sie Anfang der 70er Jahre in der damals noch jungen Fachhochschule am Ginsterweg Chemieingenieurwesen studiert und unter anderem ein Praktikum in Nuklearchemie bei Diplom-Ingenieur Jochen Schütz und Vorlesungen in anorganischer und analytischer Chemie bei Prof. Heinz Horn besucht. Beide waren auch bei ihrer Abschiedsvorstellung zugegen.

Nach ihrer Promotion kehrte sie in die Herzogstadt zurück und vermittelte nicht nur hervorragende Lehre, wie auch die Verleihung des Lehrpreises 1999 beweise, sondern habe sich auch stets vehement für den Erhalt des Standortes gekämpft, wo sie von 2004 bis 2008 als Dekanin des Fachbereichs Angewandte Naturwissenschaften und Technik tätig war, betonte Prielmeier. Auch bei der Planung des neuen Campus an der Heinrich-Mußmann-Straße habe sie sich stark eingesetzt

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Der „einzige Fehler“ sei es gewesen, die Anlage nicht größer zu planen. Damit spielte er auf die riesige Nachfrage der Studierenden in Jülich derzeit an. „Das wir hier so erfolgreich dastehen, daran hast Du sicher einen großen Anteil.“ Um sich ihr fachliches Wissen auch weiterhin zu sichern, verpflichtet sie die Fachhochschule als Lehrbeauftragte für das nächste Semester.

Zudem habe Prof. Merschenz-Quack immer den Kontakt zur Stadt, zu Politik und Handwerkskammer gesucht. So habe sie dafür gesorgt, dass die FH keine abgeschlossene Institution vor den Toren der Stadt gewesen sei, sondern habe den Standort in der Region sichtbar gemacht. Davon zeugt auch die Verleihung des Goldenen Apfels der Jülicher Werbegemeinschaft 2005, als Laudator Prof. Dr. Joachim Treusch, damals Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, ihr bescheinigte: „Überall ist ihre Handschrift zu spüren, ihre Energie, ihr Charme und Humor.“

Als Vertretung des Rektorats in Abwesenheit des erkrankten Rektors Prof. Dr. Marcus Baumann entsandte Prof. Dr. Michael Wulf, Prorektor für Planung und Finanzen, weitere Grußworte. Es habe zwar immer wieder Reibungspunkte gegeben, aber sei doch stets durch sie ein Stück weiter gekommen.

Prof. Dr. Angelika Merschenz-Quack (MQ) selbst bedankte sich bei allen dafür, sie 22 Jahre lang „ertragen zu haben“. Sie erinnerte sich daran, dass es nach Konferenzen oft hieße, dass „nun die Kuh vom Eis“ wäre. „Ich hoffe, dass Ihr nicht sagt: ‚Jetzt haben wir die ‚Q’ vom Eis.“

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