Förderverein Stadtbücherei feierte mit seiner Einrichtung „Silberhochzeit“

StaBü-Sisters schmettern Dankessong
Von Dorothée Schenk [23.08.2008, 19.21 Uhr]

Reichlich Gäste begrüßte der Förderverein Stadtbücherei zum 25-jährigen Bestehen.

Reichlich Gäste begrüßte der Förderverein Stadtbücherei zum 25-jährigen Bestehen.

Wenn der Leiter und die Mitarbeiterinnen einer Einrichtung „ihrem“ Förderverein ein Ständchen bringen, dann muss es sich um ein herzliches Verhältnis handeln, das deutlich über das finanzielle hinaus geht: Die Stabü-Sisters schmetterten mit einem wohlbehüteten Werner Wieczorek mit personifiziertem Text das Bert-Kaempfert-„Dankeschön“-Stück allen „Bücherverrückten“ zur „Silberhochzeit“. 25-jähriges Jubiläum feierte der Förderverein Stadtbücherei inmitten der prallgefüllten Regale im Kulturhaus am Hexenturm.

Bei aller Harmonie, die auch das Cello-Duo Elmar Achenbach und Eberhard Seitz verbreiteten, blieben die kritischen Töne nicht außen vor. Bezug nehmend auf deren musikalischen Vortrag meinte Vereinsvorsitzende Elisabeth Vietzke zur Begrüßung: „So eine Zauberflöte, die gegen wilde Tiere und so vieles hilft, hätten wir uns vom Förderverein Stadtbücherei so manches Mal gewünscht.“ Angespielt wurde auf die Gründerzeit, in der die Bücherei noch in den Kellerräumen der heutigen Rathauspassage untergebracht war, das Bibliothekensterben in den 90er Jahren und die jüngsten Diskussionen, ob die Stadtbücherei Raum ans Stadtarchiv abgeben muss.

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Christa Bartel, Laudatorin und bis Ende 2007 Leiterin der Stadtbücherei, ließ ebenfalls deutliche Worte hören. Zwar sei eine gut funktionierende Stadtbücherei von Verwaltung und Politik in Jülich gewollt, allerdings schieden sich die Geister an der Finanzierung. Sie zog den Vergleich zum europäischen Ausland, in dem bereits in der baulichen Gestaltung und der Lage im Zentrum der Städte die Wertschätzung für die Bibliotheken Ausdruck fänden. Visionär wünschte Christa Bartel der Stadtbücherei, dass das Museum neue Räume in der Zitadelle finde, und die Bücherei ihren Veranstaltungsraum zurückerhalte, und „dort in Kombination mit Infobüro, Zeitungs- und Zeitschriftenangebot und Lesecafé Anlaufstelle für Jülicher Bürger und Touristen wird“. Für die obere Etage liefert sie das Konzept gleich mit: Hier solle der Bereich für die Jugendlichen entstehen.

Dass Visionen bei viel Hartnäckigkeit umsetzbar sind, zeigt der Förderverein seit 25 Jahren und auch in der Feststunde: Petra Welteroth las aus Martin Walsers aktuellem Buch „Ein liebender Mann“. Der Kunstgenuss wäre den Gästen entgangen, hätte sich nicht Vorsitzende Vietzke eingebracht und die vom Verlag geforderte Unterlassung brieflich moniert. Weil nämlich der Autor selbst auf Lesereise ist, sollte der Schauspielerin der Vortrag untersagt werden. Martin Walser höchstselbst gab zum Anlass des 25-jährigen Bestehen die Genehmigung für die Lesung. Darüber freut sich Elisabeth Vietzke besonders: „Damit ist Veranstaltung einmalig und eine Premiere zugleich.“

Eine kleine Vereinsgeschichte


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