Mitgliederversammlung Werbegemeinschaft

Zwischen Home shoppen und virtuellem Schaufenster
Von Dorothée Schenk [02.09.2015, 09.49 Uhr]

Der Vorstand der Werbegemeinschaft Jülich

Der Vorstand der Werbegemeinschaft Jülich

Das Netzwerk lebt von regionalen Partnern, davon ist die Werbegemeinschaft Jülich überzeugt. Gleichzeitig stellt sich die organisierte Kaufmannschaft im 51. Jahr ihres Bestehens auch auf den Blick in die Zukunft gerichtet. Den Spagat zwischen dem lokalen Anbieter und der „attraktiven neuen Welt“ bietet die Plattform „meinjuelich.de“ – und auch hier wird stetig an der Weiterentwicklung gearbeitet. Demnächst sollen auch Videos hochzuladen sein, um das virtuelle Schaufenster noch attraktiver und lebendiger zu machen. Dass das Konzept attraktiv ist, zeigt sich an der Zahl der Aktiven: Mit 35 Händlern hat „meinjuelich.de“ begonnen, heute sind 68 dort präsent. Die betreuende Medienagentur hat sogar eine eigene Mitarbeiterin eingestellt, die die Kunden in der Pflege unterstützen soll. Neueste Überlegung ist, ein so genanntes Stadtfenster zu ergänzen, in dem auf Events hingewiesen werden soll, wie etwa auf die Bierbörse als nächstes großes Event am kommenden Wochenende 4. bis 6. September.

Mit gewissem Stolz berichtet Ute Werner auch davon, dass die IHK Agenturchef Alexander Derichs am 16. September eingeladen hat, um 19 Uhr über meinjuelich.de zu berichten. Das Thema lautet „Wie geht stationärer Handel heute“. Natürlich seien die Werbegemeinschaftsmitglieder eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die nächste große Aktion eigene der Werbegemeinschaft steht ebenfalls bevor: „Heimat shoppen“ heißt es am Wochenende 11. und 12. September. Die lokalen Einzelhändler wollen mit Unterstützung der Medienbranche ein Zeichen für die Einkauf vor Ort setzen wollen. „Wir wollen nicht das Internet bekämpfen, aber der Verbraucher soll nachdenken.“ Der Kunde schade mit seinem Kaufverhalten dem Handel vor Ort und sei beteiligt am „sterben“ der Innenstädte. Um diese Aktion auch sichtbar zu machen gibt es die „nette Tüte“, die kostenlos ausgegeben werden sollen. 8500 Tüten hat Werbegemeinschafts-Vositzende Ute Werner geordert, ist allerdings etwas enttäuscht vom mageren Rücklauf durch die Vereinsmitglieder ist.

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So kamen Mitglieder und Gäste schnell ins Gespräch: Eine "mobile Theke" hatte die Werbegemeinschaft zur Mitgliederversammlung bei den Stadtwerken im Innenhof aufgebaut.

So kamen Mitglieder und Gäste schnell ins Gespräch: Eine "mobile Theke" hatte die Werbegemeinschaft zur Mitgliederversammlung bei den Stadtwerken im Innenhof aufgebaut.

Das gilt auch für die Anwesenheit bei der Versammlung: Etwa 40 der 90 Mitglieder kamen. „Ich muss davon ausgehen, dass die übrigen Mitglieder mit unsere Arbeit zufrieden sind“, meinte Ute Werner dazu. Allerdings denkt sie dennoch an die Gewinnung von neuen Mitgliedern: „Wenn wir die 100er-Marke überschritten haben, lassen wir sie es wissen.“
Finale von „Home shoppen“ soll am Samstag, 12. September, sein, wenn beim Mitglied Ben Loevenich im Jülicher Lokal Liebevoll Freigebtränke ausgeschenkt, Tüten verteilt werden sollen und dabei Gespräche geführt werden sollen „was stationärer Handel bewirkt für eine Stadt“. Damit soll übrigens noch nicht wirklich Schluss sein: Podiumsdiskussionen, redaktionelle Berichte und Anzeigen sollen für eine größere Nachhaltigkeit sorgen.

Klare Worte fand die Vereinsvorsitzende auch zu den aktuellen Themen in Jülich: Für das neue Kreishaus wünschen sich die Einzelhändler eine nette Gastronomie mit Außenterasse zum Markt hin. Stadtfeste reichten für eine Belebung nicht aus; Aktionen am Samstag wie ein Marktfrühstück schweben der Werbegemeinschaft vor. „Es ist an der Zeit auch für Händler, dass sie sich bewegen.“

Perspektiven sieht die Werbegemeinschaft angesichts der erwarteten über 200 Mitarbeiter und bis zu 600 Besucher am Tag. Sie wünschte den Ratsvertretern eine gute Entscheidung angesichts der historischen Chance, wie Landrat Spelthahn es nannte. Die zweite Chance sei der Walramplatz. Hier favorisieren die Einzelhändler einen Vollsortimentler als Ankermieter und Parkfläche auf dem Dach statt neugebaute Leerstände. Benötigt würde ein starker Magnet für die obere Innenstadt und keine kleinteilige Lösung.

Dass die Werbegemeinschaft das große und Ganze im Blick haben, zeigen die weiteren Aktivitäten, von denen die Vorsitzende berichtete: Mit Ortsvorsteher Peter Schmitz wird derzeit an einem Senioreneinkaufsführer gearbeitet, die Einzelhändler beteiligen sich am Bürgerbus durch Werbeaufkleber und beteiligen sich an der lokalen Allianz für eine demenzfreundliche Stadt. Außerdem sind sie beteiligt am der Kunst und Forschung AG, die einen Pfad vom Brückenkopf-Park in die Innenstadt plant und dem Projekt Zukunftsstadt Jülich, in dem Ute Werner als Vertreterin sitzt.


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