Münstermann erneut in Jülich durchgefallen

Schulleiter-Bewerber fiel am Gymnasium Zitadelle durch
Von Dorothée Schenk [30.01.2008, 23.50 Uhr]

Erneut konnte sich die Schulkonferenz des Gymnasiums Zitadelle bei der Wahl am Dienstag, 29. Januar, nicht für den einzigen Kandidaten, Dr. Hans Münstermann, als Schulleiter entscheiden. Damit bleibt diese Position des Städtischen Gymnasium in Jülicher weiterhin vakant. Jetzt ist die Bezirksregierung in Köln am Zug.

Rund 1000 Schüler wird der neue Schulleiter des Gymnasium Zitadelle unter seiner Obhut haben. (Foto: Abigag 2002)

Rund 1000 Schüler wird der neue Schulleiter des Gymnasium Zitadelle unter seiner Obhut haben. (Foto: Abigag 2002)

Fachlich stellte sich der Bewerber aus Monschau mit einer „1“ als Bewertungsgrundlage der Bezirksregierung Köln vor. Wenig Zweifel bleiben an der Qualifikation des Lehrers für Deutsch, Geschichte, Latein und Griechisch, der bislang am St. Michael Gymnasium als Stellvertretender Schulleiter beschäftigt ist. Dennoch konnte sich Dr. Münstermann an keiner der vier Schulen durchsetzen, an denen er sich beworben hatte. Nicht nur am Jülicher Gymnasium, sondern auch an drei Gymnasien in Düren fiel er in zwei Wahlgängen als Anwärter für das Schulleiter-Amt durch.

Wie zu hören war, liegt das Problem eher im menschlichen Bereich. Schlecht auf seinen gewünschten Wirkungskreis Gymnasium Zitadelle vorbereitet präsentierte sich Dr. Münstermann offenbar in Jülich, dafür wohl aber mit viel Selbstbewusstsein ausgestattet. Überzeugen konnte er damit das Gremium der Schulkonferenzen nicht, das sich zu gleichen Teilen aus Elternvertretern, Schülern und Lehrern zusammensetzt. Der Schulträger – die Stadt – hat durch den Bürgermeister eine weitere Stimme. Dr. Münstermanns Schüler in Monschau geben ihrem Lehrer zwar positive Bewertungen für faire Noten und guten Unterricht, dafür hapert es aber offenbar an Menschlichkeit und Fairness in Prüfungen.

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Anders als in „gewöhnlichen“ Gymnasien des Kreisgebietes hat der Schulleiter des Gymnasiums Zitadelle weiterführende Aufgaben: Neben der Organisation der Schule ist das Bauwerk Zitadelle als Denkmal und das Museum der Stadt Jülich als „Gastgeber“ zu berücksichtigen. Verbindlichkeit und Kooperationsbereitschaft sind unabdingbar mit diesem Aufgabenfeld verknüpft. Zugetraut wird sie offenkundig dem derzeitigen kommissarischen Schulleiter, Karl-Heinz Kreiner. Durch die Absage an Dr. Münstermann ist der Weg für diesen Wunschkandidaten dennoch nicht frei. Kreiner kann durch die Bezirksregierung Köln beurteilt nur eine „2“ vorlegen und damit muss nach Beamtengesetz der höherqualifizierte Bewerber gewählt werden – oder eben nicht.

Die Entscheidung der Schulkonferenz in Jülich wird nun der Bezirksregierung in Köln vorgelegt. Diese wird Dr. Münstermann nach aktuellem Kenntnisstand in Jülich als Schulleiter einsetzen wollen – auch gegen den ausdrücklich dokumentierten demokratischen Willen des Gremiums Schulkonferenz. Dagegen kann allerdings die Stadt als Träger ihr Veto einlegen. Diese Entscheidung liegt in den Händen des Stadtrats. Acht Wochen haben die politischen Vertreter Zeit für diese Entscheidung.

Wenn es zu diesem Äußersten kommt, ist noch unklar, wie weiter zu verfahren ist. Der zuständige Dezernent in der Kölner Bezirksregierung ist derzeit in Urlaub und seine Stellvertreterin aus Termingründen nicht erreichbar.

Lesen Sie hierzu: Dritte Runde für Schulleiter-Posten am Gymnasium Zitadelle?

Wenn Demokratie keine Schule macht


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