Dr. Peter Jöcken feiert 50. Priesterjubiläum

Messen werden auch am Tresen ausgehandelt
Von Dorothée Schenk [20.02.2014, 07.54 Uhr]

Von Zwangspensionierungen hält der 76-Jährige gar nichts. Kein Wunder: Auch im 50. Dienstjahr ist sein Kalender mit bis zu neun Terminen am Tag gut gefüllt, und die rund 1100 Kilometer pro Monat im Fahrtenbuch sprechen auch für sich. Dr. Peter Jöcken feiert am 23. Februar in Jülich sein goldenes Priesterjubiläum.

Einstimmen auf den Jubiläumstag: Dr. Jöcken am Cello

Einstimmen auf den Jubiläumstag: Dr. Jöcken am Cello

„Ich sehe meine Aufgabe an den Menschen“, betont der Priester aus Leidenschaft, dessen Aufgabenbereich die sieben südlichen Gemeinden der Pfarrei Heilig Geist Jülich umfasst. Dabei spiele das Alter keine Rolle: In Kindergärten zwischen Koslar, Kirchberg und Krauthausen ist Dr. Peter Jöcken ebenso zu Hause wie als Seelsorger in der Stephanusschule und als Dozent in der Erwachsenenbildung im katholischen Bildungsforum in Düren.

Nach eigenem Bekenntnis ist es die Freude an der Auseinandersetzung, die ihn vorantreibt: „Ich habe immer gerne mit Andersdenkenden die Klingen gekreuzt“, sagt er und nimmt dabei weder Atheisten noch Zeugen Jehovas aus, nur „tolerant müssen sie sein und gesprächsbereit“. So ist es auch zu verstehen, dass der gebürtige Krefelder und in lateinischer, griechischer und hebräischer Sprache gebildete Althumanist Jöcken seinen Blick weit über den eigenen Kirchturm hinaus auch in Richtung Synagoge und Minarett pflegt. Selbstverständlich ist ihm, der schon 1976 Seelsorger der katholisch-evangelischen Studentengemeinde war, die Ökumene. Bis heute gehört der Priester sowohl dem regionalen Kreis als auch der Ökumenischen Kommission des Bistums Aachens an. Das sind keine bloßen Lippenbekenntnisse: Sein Jubiläum feiert er mit einer Messe in der Pfarrkirche und dem geselligen Akt im evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Jülich. Dr. Jöcken begründete die christlich-jüdische Zusammenarbeit mit Hilda Swalve in den 80er Jahren und vor vier Jahren den christlich-muslimischen Gesprächskreis. Der Priester Jöcken ist eben auch ein begeisterter Theologe.

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Spenden für den Nigeriakreis statt Geschenken wünscht sich Dr. Jöcken zum Jubiläum.

Spenden für den Nigeriakreis statt Geschenken wünscht sich Dr. Jöcken zum Jubiläum.

Dabei war es nicht der wissenschaftliche Ruf, der für ihn die Berufung zum Priester ausmachte: „Mich hat der Gottesdienst so fasziniert. Die Gestaltung, die Liturgie, das ist für mich eine Kunst.“ Eine, für die er seine Gläubigen begeistern möchte – auch die jungen. Der Priester erzählt schmunzelnd, dass er die Messfeiern mit der Maigesellschaft schon beim Bier ausgehandelt hat. „Ich fühle den inneren Drang, weiter zu machen, und wenn jetzt jemand in der Türe stände, um die Aufgabe zu übernehmen, wäre ich vermutlich sogar verärgert“, lacht der Seelsorger.

Gefeiert wird Dr. Peter Jöcken am 23. Februar ab 14 Uhr in einer Festmesse in St. Mariä Himmelfahrt in Jülich, zu der als Konzelebranten sein ehemaliger Messdiener und heutiger Domkapitular Franz Josef Radler, Dr. Herbert Hammans von der Ökumenischen Kommission Aachen sowie ein Mönch der Abtei Kornelimünster, wo Dr. Jöcken seit 39 Jahren zum Kraftschöpfen hinfährt, erwartet werden.
Freuen dürfen sich die Messbesucher auf ein besonderes Ereignis: Der Jubilar, der gerne auch in die Gitarrensaiten und Orgeltasten greift, möchte mit dem Cello seinen musikalischen Beitrag leisten. „Wenn ich nicht Theologe geworden wäre, hätte ich wahrscheinlich Musik gemacht. Aber ich war vermutlich nicht begabt genug, um damit Geld zu verdienen“, sagt der einstige Rektor des St. Gregorius-Haus’, der heutigen Hochschule für Kirchenmusik in Aachen.

Statt Geschenken wünscht der Goldpriester sich Spenden für den in der Gemeinde Bourheim gegründeten Nigeriakreis

Kurzvita:
Dr. Peter Jöcken, 1938 in Krefeld geboren, studierte in Bonn Theologie und Philosophie. Bis 1968 war er Kaplan in Düren, ehe er bis 1973 Rektor der Kirchenmusikschule St. Gregorius-Haus in Aachen wurde. 1976 trat der frischpromovierte Dr. Jöcken als Priester in Kirchberg sein Amt an. In 38 Jahren Amtszeit im Jülicher Land – zehn Jahre davon als Dechant – kamen bis 2012 fünf Gemeinden in seine Verantwortung hinzu: Bourheim, Koslar, Krauthausen, Schophoven und Selgersdorf.
Zusätzlich ist Dr. Jöcken u.a. Präses der Kolpingfamilie und Beichtvater der Karmelitinnen in Düren.


Leserbrief von Ulrike Emmerich geb. Fücker


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