Eröffnung des Franz-von-Sales-Hofes

Ordensmission für Geist und Seele
Von Dorothée Schenk [31.07.2013, 14.00 Uhr]

Pater Provinzial Vanek segnet die Tagungs- und Bildungsstätte „Franz-von-Sales-Hof“ ein.

Pater Provinzial Vanek segnet die Tagungs- und Bildungsstätte „Franz-von-Sales-Hof“ ein.

Hier möchte man nicht nur arbeiten, hier möchte man auch schlafen gehen: Vom Arbeitstisch wandert der Blick in den Innenhof der Wasserschloss-Anlage; praktisch vom Bett aus verspricht das Panorama mit Wald und Weiher einen „guten Morgen“. Rund fünf Millionen Euro hat sich der Orden der Salesianer ihre Tagungs- und Bildungsstätte „Franz-von-Sales-Hof“ in Jülich-Barmen kosten lassen.

Keinen Zweifel lässt die illustre Schar an Ehrengästen in ihren Festreden daran: Das Geld ist gut angelegt. „Bildung braucht gute Orte“ formulierte Wolfgang Gollup (Gesamtmetall) und im Haus Overbach sei ein „Lehr- und Forschungscampus wie er in Deutschland kein zweites Mal existiert“ entstanden. Diese Investition markiert für den Orden das vorläufige Ende der Umbau- und Umstrukturierungsphase, die 2009 mit dem Science College als Ergänzung zum fast 100-jährigen Schulbetrieb an Haus Overbach ihren Anfang genommen hatten.

Seit Herbst 2012 ist nach Schließung des Internats der Trakt umgebaut und energetisch wie technisch auf den neuesten Stand gebracht worden. 32 Zimmer entstanden für Einzel- und Doppelnutzer und auch solche für längere Aufenthalte. Charmant kommen die Maisonett-Zimmer mit den doppelten Ebenen daher, die durch steile Stiegen „Salon“ und Schlafstatt trennen. Maximal 61 Gäste können zeitgleich im „Sales-Hof“ untergebracht werden. Dazwischen immer wieder „Lounges“ zum Ausspannen zwischen den Sitzungen in einem der acht Tagungsräume, frei nach dem Open-Space-Prinzip: „Die besten Gespräche und Ideen kommen in den Kaffeepausen“. Unter der Federführung des Architekten Helmut Heuer aus Aachen ist das Meisterstück gelungen, in den Mauern aus dem 18. Jahrhundert harmonisch sowohl moderne Technik für Experimente und Forschung als auch das etwas kantig-futuristisch anmutende Inventar mit dem althergebrachten zu vereinen.

„Was bewegt die gar nicht so bekannte Ordensgemeinschaft der Oblaten des hl. Franz von Sales, diesen Campus von Wissenschaft, Bildung, Kultur und Kunst in Haus Overbach zu betreiben?“ Diese Frage stellt Thomas Vanek, Provinzial der Ordensgemeinschaft, in seiner Rede vorweg. Die Antwort kurzgefasst lautet: Eine Mission. Nämlich diese, neben der Wissensvermittlung eine „ganzheitliche Förderung und Bildung im Sinne der spirituellen und sozialen Kompetenz“ zu ermöglichen.

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Zum Sales-Hof gehören auch die modern ausgestatteten Unterrichtsräume des Gymnasiums Haus Overbach.

Zum Sales-Hof gehören auch die modern ausgestatteten Unterrichtsräume des Gymnasiums Haus Overbach.

Und der Anspruch ist hoch: MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – ist die Marschrichtung. Universitäten, das Forschungszentrum Jülich, die Robert-Bosch-Stiftung, IBM und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall gehören zu den Kooperationspartnern des zugehörigen Gymnasiums Haus Overbach und des Science Colleges. Damit hat sich das Bildungsensemble im alten Barmener Wasserschloss in den vergangenen 100 Jahren unter der Trägerschaft der Oblaten des Hl. Franz von Sales zur Vorzeige-Einrichtung für die Region Düren und weit darüber hinaus entwickelt. Die Seelsorger sind auch ein wichtiger strategischer Partner von Wirtschaftsunternehmen.

Das Wichtigste sei jetzt, die gute Form aktiv mit Inhalt zu füllen. „Das wird die vorrangige Aufgabe der nächsten Jahre sein“, prophezeite Wolfgang Gollup. Zuversichtlich sieht es Festredner Prof. Joachim Treusch: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen, sagt Helmut Schmidt. Ich halte dagegen: wer keine Visionen mehr hat, braucht auch keinen Arzt mehr.“ An Haus Overbach würden viele Visionen entwickelt und umgesetzt.

Pater Provinzial Vanek begründet die Ethik und damit das Erfolgsrezept der Salesianer so: „Weil wir kein Wirtschaftsunternehmen sind, sondern eine Einrichtung, die auf die Seele des Menschen schaut und nicht darauf, wie man möglichst schnell reich wird.“ Der Respekt, den Wirtschaft, Politik und Wissenschaft dem Orden bei der Eröffnung des „Sales-Hofes“ zollte, verbirgt sich genau hinter diesen Worten: Allen Beteiligten ist klar, dass der „Campus Haus Overbach“ neben seiner bildungspolitischen Bedeutung vor allem auch ein finanzielles Wagnis und Risiko ist, dessen Re-Finanzierung sich erst durch eine große Schar von Pilgern, Tagungs- und Feierfreudigen amortisieren muss. Gottvertrauen und das gelungen Konzept dürften hierfür die entscheidenden Faktoren sein.


Mehr unter www.overbach.de


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