Jülich: Beratungsbedarf zum Realschul-Umzug
Von Dorothée Schenk [26.03.2009, 14.05 Uhr]

Die Projektgruppe hat getagt und dem Schulausschuss damit eine Vorlage gebenen: Am Schulzentrum Linnicher Straße, so ist dem Beschlussentwurf zu entnehmen, „untersucht die Verwaltung sowohl die Variante, die drei Schulen mit einem Anbau im Gebäude des Schulzentrums unterzubringen, als auch die Variante, einen Solitärbau für die Katholische Grundschule.“ Detailliert aufgeführt wurde der Raumbedarf der einzelnen Schulen und soll die Planungen von Hubertus Schober, Projektgruppe Bildung und Region bestimmen. Gewünscht sind separate Eingänge aber keine getrennte Schulhöfe; die Bibliotheken sollen ebenfalls für die jeweilige Schulart erhalten bleiben, da sie auch als Selbstlernzentren genutzt werden.

Das Hochbauamt hat für diesen Bau 2200 Quadratmeter Fläche und 10.000 Kubikmeter umbauten Raum zugrunde gelegt und ist damit auf Baukosten von 5 bis 5,5 Millionen Euro gekommen – für einen Anbau, ohne Solitärbau für die Grundschule. Gegengerechnet wurden die Sanierungskosten am jetzigen Standort der Realschule, die mit Brandschutz-Sanierung, Sanierung der Fassade und der Errichtung von Räumen für die Mittagsbetreuung mit 5,3 Millionen Euro beziffer wurden.

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Zusätzliche Kosten entstehen, weil – werden alle drei Einrichtungen an einem Ort konzentriert – eine Sporthalle notwendig wird. Die Verwaltung schlägt den Bau einer Mehrzweckhalle vor, die einerseits mit 16 x 27 Metern Fläche dem Sportunterricht und als zweite Aula bei Schulveranstaltungen etwa zu Karneval genutzt werden kann. Zusätzlich könnte sie als Ausweichquartier für die „Stadthalle“ dienen. Das Gebäude an der Düsseldorfer Straße ist nach Aussage von Leo Heuter, Leiter des Hochbauamtes, in „ein bis zwei Jahren nicht mehr zu halten ist“. Auf Nachfrage erklärte der Amtsleiter, dass eine Stadthalle damit natürlich nicht ersetzt würde, aber die Mehrzahl der Veranstaltungen mit rund 480 Sitzplätzen, beziehungsweise 800 bis 1000 Stehplätzen finden hier Raum. Zusätzlich können kleinere Veranstaltungen und Ausschank im 110 Quadratmeter-großen Foyer Platz finden. Schließlich bliebe die Option, den Außenbereich einzubeziehen. Kosten für den Bau einer Mehrzweckhalle: 2,5 Millionen Euro.

Mit entschieden haben dieses Konzept Vertreter aller politischen Parteien, die Schulleiter Paul Krahe von der Realschule, Helmut Lang von der GHS Ruraue und Grundschulleiter Fred Reinartz sowie Verwaltungsvertreter um Dezernenten Andreas Prömpers und der Sprecher der Stadtelternschaft Jülich, Cornel Kranen. Dennoch kam es zu einer Diskussion zwischen Realschulleiter Krahe und Planer Schober, der erst durch eine Wortmeldung von Helma Borrowski (SPD) sein Ende fand. Auch das Thema war mit dieser Wortmeldung von der Tagesordnung: Denn sie meldete für die SPD Beratungsbedarf an, dem sich die JÜL gleich anschloss. Damit wurde die Entscheidung bis zur Ratsitzung am Donnerstag, 2. April, vertagt.

Kritisiert wurde dieses Vorgehen von Dezernent Prömpers. Damit sei den betroffenen Eltern und Lehrern – die zahlreich als Gäste den Sitzungssaal im Neuen Rathaus füllten – die Möglichkeit zur Stellungsnahme und Fragen genommen. Dem widersprachen die politischen Vertreter und sicherten zu, eine Aussprache auch bei der Ratssitzung zu ermöglichen.

Wenn die Vorlage alle Gremien passiert hat, wird die – gesetzlich verpflichtende, wie Prömpers betonte – Beteiligung der Schulkonferenzen stattfinden. Detaillierte Planungen und Kostenrechnungen sollen im nächsten Schulausschuss am 30. April vorgelegt werden.

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