Zweifachhalle aus statischen Gründen geschlossen

Bald kein Sportunterricht mehr für 651 Realschüler?
Von Dorothée Schenk [10.09.2008, 17.01 Uhr]

Zwei der Schulsporthallen in Jülich sind geschlossen. Nach der Schirmerschule, die wegen des Unwetterschadens auf ihre Turnhalle verzichten muss, wurde nun auch die Zweifachhalle der Realschule wegen statischer Bedenken gesperrt. Betroffen sind nicht nur 23 Realschul-Klassen sondern auch Vereine. Den jüngsten Planungs- und Bauausschuss beschäftigte in Gemeinschaftssitzung mit dem Schulausschuss die Frage nach Alternativlösungen.

Seit Beginn des neuen Schuljahres findet in der Zweifach-Turnhalle der Realschule kein Schulsport mehr statt. Eine Sanierung wird rund zwei Millionen Euro kosten.

Seit Beginn des neuen Schuljahres findet in der Zweifach-Turnhalle der Realschule kein Schulsport mehr statt. Eine Sanierung wird rund zwei Millionen Euro kosten.

Ausdrücklich ist Sport im Curriculum vorgesehen. Die Realschule in Jülich kann bereits seit einigen Jahren nur zweidrittel der vorgesehen Stunden Sport erteilen. So stellte Schulleiter Paul Krahe es den Ausschuss-Mitgliedern im Neuen Rathaus eindrücklich dar. Mit Schulbeginn hat sich die Situation weiter verschärft. Die Deckenkonstruktion der Zweifach-Turnhalle ist nicht mehr tragfähig, wie sich bei Sanierungsarbeiten zeigte. Daher wurde die Halle geschlossen. Geschlossen werden musste wegen Wasserschaden und Schimmelpilzbefall bereits die Sporthalle der Schirmerschule, so dass weitere Engpässe entstanden.

Betroffen sind also die Schüler der 23 Realschul-Klassen, die Schirmerschüler – die erst mit dem Bezug des Neubaus 2009 wieder über eine eigene Halle verfügen werden –, und auch Vereine, die Zeiten in den Hallen gebucht haben. Für alle Bedürfnisse mussten kurzfristig Ersatzhallen gefunden werden.

Das Kritische ist für die Realschüler – auch Fünft- und Sechstklässler – dass sie oft alleine zu den Sportstätten durch die Stadt ziehen müssen, weil die Lehrer das Material mit dem Auto transportieren müssen. „Wir prüfen derzeit, ob das juristisch überhaupt rechtens ist“ so Krahe, der sich auch mit Fragen aus der Elternschaft konfrontiert sieht. Spätestens nach den Herbstferien, so mahnte der Schulleiter an, müsste die Realschule eine verlässliche Lösung und das heißt eine feste Bleibe und Möglichkeit zur Lagerung des Unterrichtsmaterials für ihren Sportunterricht haben – „oder wir können den Sportunterricht nicht durchführen“.

Ausgesprochen kreativ zeigten sich die Ausschuss-Mitglieder bei der Suche nach Lösungen. Ulrike Fink von der FDP schlug vor, die Stadthalle mit einzubeziehen. Nicht nur die Voraussetzungen sind etwa für Ballsport nicht gegeben, auch versicherungstechnisch ist dies laut Dezernent Andreas Prömpers nicht möglich. „Höchstens Gymnastik“, so Gert Marx, Schulamtsleiter, könne dort unterrichtet werden. Geprüft werden soll, ob der TTC indeland in der Stadthalle einige Trainingsstunden absolvieren kann. Marx: „Es ist eine Durststrecke, da müssen wir alle durch.“

Werbung

Alleine die Sanierung der Realschul-Fassade wird von der Verwaltung mit 800.00 Euro beziffert.

Alleine die Sanierung der Realschul-Fassade wird von der Verwaltung mit 800.00 Euro beziffert.

Um diese zu überwinden hat die Verwaltung verschiedene Lösungsansätze erarbeitet, die ein Investitionsvolumen von 2 bis 6,1 Millionen Euro umfassen und mindestens sechs bis zehn Monate in Anspruch nehmen wird.

Die optimale Lösung sieht die Verwaltung in einem Kombinationsbau Realschul-Sporthalle und Mehrzweckhalle mit einer Nutzung als Stadthalle auf dem Gelände des Hallenbades. Kosten: 6,1, Millionen Euro. Die Zukunft der Stadthalle – deren Neubau die derzeitige Gebäudegröße als Maßstab genommen 5,4 Millionen Euro kosten soll – wird diskutiert, da die Schirmerschule im Oktober 2009 an die Linnicher Straße umzieht. Bei diesem Ansatz ist neben der mangelnden Finanzierung auch der Neubau des Schwimmleistungszentrums ein unwägbarer Zeitfaktor, zu der zwei Jahre Bauzeit für die Kombihalle dazu gerechnet werden müssen. 2012 wäre der Neubau laut Verwaltung in Betrieb zu nehmen. Eine Sanierung der Zweifach-Halle, ergänzt um einen Mehrzweckbau würde 6 Millionen Euro kosten.

Als bedenkenswerte Alternative schlug die Verwaltung außerdem die Zusammenlegung von Real- und Hauptschule vor. Die Rechnung: Neben der Sporthalle fallen für die Realschule 500.000 Euro für neuzubauende Räume für die Übermittagbetreuung an, 800.000 Euro für die Fassadensanierung. Die Sanierungskosten für das Schulzentrum Linnicher Straße wird mit 10 Millionen Euro beziffert. Allerdings steht der Schulentwicklungsplan aus, der perspektivisch Auskunft geben könnte. Die Verwaltung geht aber nicht davon aus, dass die Schülerzahlen derart rückläufig sein werden, dass auf eine Realschule am jetzigen Standort zu verzichten ist.

Die Sanierung der Zweifachhalle ohne Anbau wird mit 2 Millionen Euro berechnet und maximal zehn Monate in Anspruch nehmen. Die Verwaltung favorisiert diese Version. Eine Finanzierung ist aus dem laufenden Haushalt möglich.

Alle Fraktionen meldeten ob der großen Investitionssumme und weit reichenden perspektivischen Entscheidung Beratungsbedarf an. Einigkeit herrschte, dass Handlungsbedarf besteht, aber „damit wir sicher sind für die Stadt das optimal zu ermöglichen“, wie Winfried Cremerius (FDP) erklärte, sollte der Beschluss vertagt werden. So ist es dann in der Abstimmung gekommen.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2018 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Stadtteile

Kita „Die kleinen Strolche“: Jubiläumsfeier eine Woche lang
„Was wollen wir trinken sieben Tage lang?“, heißt ein ziemlich bekanntes Fest- und Feierlied. Da so ein 50-jähriges Jubiläum bei der Kita „Die kleinen Strolche“ in erster Linie ein Fest für die Kinder ist, hat sich das Team der Einrichtung überlegt, mit den Kindern, die sie im Moment besuchen, kräftig und sieben Tage lang zu feiern. Es geht los mit dem Dasda Theater, das am Donnerstag, 27. April, das Stück Petterson und Findus im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, für die Kita-Kinder aufführen wird.  [26.04.2017, 13.58 Uhr]  >>
Im Heckfeld Geschmack am Glauben finden
Einen Ruhepol im Alltag finden. Innehalten, dem eigenen Getriebensein im Leben regelmäßig einen Ort des Atemholens zu geben, dazu dienen Exerzitien im Alltag. Seit fast 20 Jahren wird in St. Rochus Jülich diese Tradition in der Fastenzeit gepflegt. [09.04.2017, 14.12 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung