Abschied von Katarina Esser

Jülichs fleißige Wegebereiterin
Von Redaktion [18.05.2016, 22.59 Uhr]

Zweierlei dürfte in ihrer 25-jährigen Dezernentenzeit kaum vorgekommen sein: Dass ein Fraktionsvorsitzender sie in den Arm nimmt und dass sie doch mit ihrer Rührung kämpfen musste. 25 Jahre war Katarina Esser für und in der Stadt Jülich tätig. Am 31. Mai hat sie ihren letzten Arbeitstag. Der Rat nahm Abschied von einer Frau, die viel viele Prozesse und Projekte in Gang gebracht hat.

„Sie haben die Stadt positiv verändert und geprägt – zum Wohle der Menschen und unglaublich viel gearbeitet“, so Bürgermeister Axel Fuchs, der in seiner Rede durch die Aufzählung der von Katarina Esser allein in den vergangenen fünf Jahren angestoßenen Projekte ihre Verdienste in Erinnerung rief. Mit einem Schmunzeln versprach er den Ratsherren- und Damen eine abendfüllende Rede und machte sehr schnell deutlich, dass die Fülle der Aufgaben, die Katarina Esser als Gleichstellungsbeauftragte, in der Stabsstelle für Familie und Soziales und schließlich als Leiterin des Derzernates V mit der Aufgabenkonzentration von Stadtmarketing, Schulverwaltung und Sport sowie Familie, Generationen und Integration nur exemplarisch vorgetragen werden konnte.

Teilweise sehr intensive Diskussionen habe sie in den Ausschüssen und im Stadtrat angestoßen, betonte Fuchs. Ob die Einrichtung der Sekundarschule, Sanierung des Schulzentrums, Schulsozialarbeit, Energiesparprojekte, Familienzentren, Kulturbüro, Stadtmarketing, Nahversorgung in den Dörfern, Bürgerbus, Integration und Quartiersentwicklung – „die Liste ist endlos“, so Fuchs anerkennend.

Er lobte ihren „Blick für Probleme gesellschaftlichen Zusammenlebens“. Und dass sie immer Antworten auf Fragen suche wie „Wie begegnen wir Menschen und wie gehen wir mit ihnen um? Und wie wollen wir in Zukunft leben?“. Der Kreis Viersen, in dem Katarina Eser ab 1. Juni als Dezernentin tätig sein wird, „kann sich glücklich schätzen“. Er versicherte ihr und den Stadtratsmitgliedern, dass er sich dessen bewusst sei, dass „ der Maßstab, den die Dezernentin gesetzt hat, hoch ist und dass es eine Herausforderung sein wird, ohne Sie weiter arbeiten zu müssen“.

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Bürgermeister Axel Fuchs dankte mit einer herzlichen Rede und vielen Blumen Dezernentin Katarina Esser während der Ratssitzung. Foto: Stadt Jülich/Stein

Bürgermeister Axel Fuchs dankte mit einer herzlichen Rede und vielen Blumen Dezernentin Katarina Esser während der Ratssitzung. Foto: Stadt Jülich/Stein

Er habe Respekt vor ihrer Entscheidung, lobte das stets kollegiale Verhältnis und sprach pauschal Einladungen zu sämtlichen Veranstaltungen aus, die ihre Handschrift tragen – „das haben Sie sich verdient“, schloss er seine Rede, nicht ohne die Bitte geäußert zu haben, in Grenzfragen doch noch einmal den Hörer in die Hand zu nehmen und telefonisch um Rat nachfragen zu dürfen.

Dem Dank schlossen sich die Fraktionsvorsitzenden an, brachten Präsente und Jürgen Laufs bat darum, einmal die Grenze überschreiten zu dürfen und umarmte die scheidende Derzernentin herzhaft.

Sichtlich gerührt ergriff die Dezernentin das Wort, um sich von den Stadtratsmitgliedern zu verabschieden. "Ich übernehme jetzt die ersten 20 Jahre", meinte Kartarina Esser scherzhaft. Auch sie erinnerte sich an die vielen Projekte, die sie geprägt hat und die sie selber geprägt haben. Sie gab einen humorvollen Rückblick auf ihre Anfangsjahre und Werdegang, der von der Gleichstellungsbeauftragten über die Amtsleitung bis zur Dezernentin führte. Sie sei stolz darauf, „die Entwicklung der Stadt mit gestaltet zu haben“.

Unbeweglichkeit liege ihr nicht und so habe sie den Satz „Dafür haben wir kein Geld“, der sie über Jahrzehnte Verwaltungs- und Ratsarbeit begleitet habe, durch unermüdlichen Einsatz für Fördermittel und Maßnahmen zum Wohle von Familien, Kinder, Senioren, Frauen, ausländischen Mitbürgern und Jugendlichen zunichte gemacht. „Die Jahre in Jülich waren sehr ereignisreich und produktiv.“ Sie wies die Stadtverordneten darauf hin, dass sie ein hochmotiviertes Team hinterlasse. „Der Abschied fällt mir nicht leicht und ich freue mich auf neue Herausforderungen“, beendete Dezernentin Katarina Esser ihre Dankesrede.

Lesen Sie hierzu Katarina Esser verlässt Jülich

Zur Abschiedsrede von Bürgermeister Fuchs


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