KuBa-Pläne mit Desinformationspolitik?
Von Dorothée Schenk [27.03.2007, 10.45 Uhr]

Die Spatzen pfeifen es von den Jülicher Dächern. Seit geraumer Zeit brodelt es unter dem maroden Dach des Kulturbahnhofs und das nicht unbedingt zum Vorteil des sozio-kulturellen Zentrums. Jetzt verlassen – aus eigenem Antrieb oder angetrieben – bewährte Mitarbeiter und erfahrene Vorstandsmitglieder das Flagschiff der Jugendkultur. In Schweigen hüllen will sich der Verein Kultur im Bahnhof (KiB), will gezielt Informationen der Öffentlichkeit – und auch Betroffenen – vorenthalten. „Personalentscheidungen sind Vorstandssache. Allenfalls Mitglieder dürfen etwas dazu sagen“, ist die lapidare Antwort von Vorstandsmitglied Frank Steffens auf Nachfrage.

Die Öffentlichkeit habe kein Interesse daran. Hat sie keins zu haben? Sie muss es sogar haben, denn der Verein KiB erhält nach dem Fünf-Jahres-Vertrag mit der Stadt einen Personalkostenzuschuss über 61.900 Euro, er bewirtschaftet ein städtisches Gebäude. Für dessen Sanierung des Daches hätte der Verein gerne einen städtischen Zuschuss über 300.000 Euro. Weiterhin ist das öffentliche Interesse an einer Einrichtung, die Kino, Kleinkunst und Kneipe vereint berechtigt und groß. Wenn es Gerangel im Vorstand gibt hat das nicht nur spürbare Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung vieler Jülicher, es lässt vor allem Zweifel an der Handlungsfähigkeit und Sorgfalt des Vorstandes aufkommen.

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Unklar bleibt bei der Desinformationspolitik, welche Absichten hinter dem Vorgehen stecken. Welche Kräfte arbeiten für welche Ziele? Gibt es sie überhaupt? Die Unplugged-Reihe wird aus dem Programm genommen und läuft im November aus. Die Kleinkunst wird seit Jahren auf Sparflamme gefahren, neben dem Kino – einem auch finanziellen Dauerbrenner – sind es vor allem Konzerte für ein Spartenpublikum, die vorherrschen. Langfristige Programmplanungen oder Konzeptionen scheint es nicht zu geben, oder werden nicht transparent gemacht.

Der Kulturbahnhof ist ein etablierter Treffpunkt und kultureller Kulminationspunkt, der tunlichst für viele nachfolgenden Generationen ob jugendliche und ältere KuBaner erhalten bleiben soll und nicht zur Spielwiese persönlicher Eitelkeiten und Vorlieben werden darf.

Geschäftsführer Christoph Klemens sagte zum zehnjährigen Geburtstag des Kulturbahnhofs im vergangenen Oktober: „Ich bin froh, dass ich derzeit einen Vorstand mit erfahrenen Mitgliedern habe.“ Davon sind ihm soeben über 25 Prozent verloren gegangen.

Lesen Sie hierzu: Personelle Veränderungen im Kulturbahnhof


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