Premierenstimmung im 22. CCKG-Jahr

Von Dreschflegeln, Puppenflug und tanzenden Herrentorten
Von Dorothée Schenk [04.02.2008, 14.20 Uhr]

Die Kapitäne Uwe und Axel des CCKG-Narrenschiffs haben ihre Crew mühelos im Griff. Da werden mit einem Zungenschnalzen die Unebenheiten des karnevalistischen Liedgutes spontan zwischen Refrain und Strophe geglättet und die Segel gehisst für einen neuen Kurs – niemals gerät der Trunksitzungs-Kahn ins Trudeln. „Alle Mann an Deck!“ hieß es auch im 22. Jahr der legendären Veranstaltung, die im völlig ausverkauften Jülicher Kulturbahnhof mit einem Feuerwerk zum Auftakt in See stach.

Mit einem Knalleffekt starteten die CCKGler in ihre 22. Trunksitzung

Mit einem Knalleffekt starteten die CCKGler in ihre 22. Trunksitzung

Manch einer reiste mit der „Achterbahn“, andere mit dem „Rollbrett“ an – Evergreens der aus dem Punk geborenen Sitzungskultur machten den Saal zum lautstärksten Jülicher Karnevalschor. Liebgewordene immer wiederkehrende Gäste – viele Eigengewächse aus KuBaner-Reihen –versüßten zusätzlich den Abend: Aber es kam auch ein „Trömmelchen“ und noch eins und noch eins unter dem Namen Tambour Axé, um den Gästen den Sambarhythmus in die Beine zu bringen und das Männerballett der KG Rurblümchen ließ das Narrenschiff in Begeisterungsstürmen schwanken.

Nur noch getoppt werden konnte diese Truppe vom hauseigenen Fernseh-Ballett, das diesmal mit zwei tanzenden Herrentorten Wellen der Hochstimmung im Publikum auslöste. Einen Auftritt zuvor steckte deren Männlichkeit noch in der Uniform der ersten CCKG-Garde, die das Dreigestirn Silvio I., Lieblichkeit Alexandra und Bauer David – als Dreschflegel ohne Besen – begleitete.

Familiär geht es zu bei der CCKG, in der zum ersten Mal auch der Nachwuchs zu Wort kam – nein, nicht nur der zu erwartenden Mock’sche, sondern echte „Kinder an die Narrenmacht“ kamen mit dem Dreigestirn des Festausschuss Kengerzoch. Prinzenpaar Tobias und Johanna Riebe mit ihrem Bauern Dominic Schoppe von der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus, die als 28x11-Jubilare ihren Besuch abstatteten und eine kernige Rede mitbrachten. So forderte Prinz Tobias: „Dass dies Eure letzte Sitzung ist – lasst doch endlich diesen Mist!“ und erntete Riesenapplaus. Die Begründung für die Durchhalteparole: Auch der Nachwuchs will die Trunksitzung schließlich noch erleben…

Eine weitere Premiere: „Et wud jepreck“! Im majestätischen Gefolge waren nämlich die Lazarus-Jungs mit auf der Bühne, die im Schatten der CCKG-Flagge die Strohpuppe warfen. Nicht die einzige Puppe, die zur Trunksitzung das Fliegen lernte. „Fuss & Friends“ hatten diesmal als Formation „Klostein“ Sarah und Claudia aufgeblasenen und mitgebracht und ließen sie von den Gästen auf Händen tragen.

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Ein Einheizer der Extraklasse: Hacky Posaune, der auch erster 1. Offizier der 1. CCKG Garde ist.

Ein Einheizer der Extraklasse: Hacky Posaune, der auch erster 1. Offizier der 1. CCKG Garde ist.

Musikalisch stand auf der CCKG-Sitzung diesmal neben der „Neuen Deutschen Härte“ der Rap auf der Tanzkarte: Der Bürgermeister, dem Präsident Axel bei der Begrüßung hörbar „durchs neue Dach tropft es übrigens“ zuraunte, outete sich im Sprechgesang zum Jubiläum: „Ein Fan heißt Heinrich, der sieht genauso aus wie ich.“. Die Buttlers brauchen dieses Bekenntnis nicht, von denen weiß man es eh und so zeigten sie sich diesmal als „Fantastische Vier“.

Einen mehr gibt es seit Karnevalssamstag, denn Caddy machte seine Abschlussprüfung. Die schwierigste Aufgabe: Einen Heiratsantrag einzuwerben. Den übernahm Sailors-Braut Vanessa - nach Absprache: „Er hat mir versprochen, abzulehnen!“ Amen. Caddy hielt seine Zusage und einen neuen Nachfolger: Christoph Heck zapft als spätberufener Buttler in der Session 2008/09. Bei der Stimmungsband „Les6Kölsch1Cola“ nimmt Markus Uhlenbruck seinen Platz am Bass ein.

Seinen festen Platz hat sich mit seiner Zweitauflage als Büttenredner Bernd Flücken ergattert: Als echter Obst-Flücker zeigte er, dass er ganz ohne papierne Stütze die Narren zu unterhalten wusste. Dass es sich bei seiner Rede stets um verbotene und meist auch verdorbene Früchte handelt, muss nicht erst erklärt werden. Aber es gab auch einen Abschied: Die „Mariechen“ werden nicht mehr ihre Tanzbeine schwingen und erhielten als „Anerkennung fürs Lebenswerk“ von den Präsidenten ihre Orden und natürlich das obligatorische „Büttsje“.

Tradition ist nach dem Trunk-Stehungs-Marathon von diesmal über vier Stunden der romantisch-besinnliche Ausklang. Wenn der Kulturbahnhof in einem Wunderkerzen-Lichtermeer schwelgt und sich eine Woge von Stimmen ausbreitet. dann war es das wieder „in unserm Vedel“. Ein letztes Mal „La Bostella“ und dann heißt verabschieden sich die Präsidenten Uwe Mock und Axel Fuchs: „Bis zum nächsten Jahr!“

Und die Bilder zum Fest: „Alle Mann an Deck!“ im CCKG-Narrenschiff

Galerie 1: http://www.das-juelicht.de/galerie/galerie/6479.php

Galerie 2: http://www.das-juelicht.de/galerie/galerie/6480.php

Galerie 3: http://www.das-juelicht.de/galerie/galerie/6481.php

Galerie 4: http://www.das-juelicht.de/galerie/galerie/6482.php

Galerie 5: http://www.das-juelicht.de/galerie/galerie/6483.php

Galerie 6: http://www.das-juelicht.de/galerie/galerie/6484.php

Galerie 7: http://www.das-juelicht.de/galerie/galerie/6485.php


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