Kunstverein stellt Fotos von Volker Uttenweiler aus

"Jäger" zeigt im Jülicher Hexenturm Beute aus 25 Jahren
Von Dorothée Schenk [12.03.2007, 11.01 Uhr]

Viele Gäste versammelte Dr. Uttenweiler im Hexenturm anlässlich der Vernissage zur Fotoausstellung "Natur und Technik".

Viele Gäste versammelte Dr. Uttenweiler im Hexenturm anlässlich der Vernissage zur Fotoausstellung "Natur und Technik".

Als Künstler versteht er sich nicht, sagt er selbst. Bescheidenheit trägt Dr. Volker Uttenweiler verbal zur Schau, ist sich aber dennoch seiner Überzeugungskraft und seines schelmenhaften Selbstverständnisses bewusst. Der Kunstverein Jülich zeigt im altehrwürdigen Hexenturm rund 75 Fotografien des pensionierten Arztes zum Thema „Natur und Technik“. Auf Streifzügen in den vergangenen 25 Jahren hat Dr. Uttenweiler die Veränderungen der Landschaft durch und mit Rheinbraun und dem Tagebau eingefangen.

Entstanden sind keine Abbilder der Wirklichkeit im ursprünglichen Sinn des Wortes oder gar Schnappschüsse eines Hobbyisten. Es sind Bilder mit dokumentarischem Charakter – etwa die sich vorwärts grabenden Bagger durch die Jahre –, solche mit einem Gespür für natürliche Komik – etwa wenn Bauwagen und Wohnwagen in Eintracht an einem „See“ vor der Abräumhalde Urlaub versprechen –, aber auch Fotografien voller Harmonie, Schönheit mit dem Reiz des Malerischen, etwa durchfurchte oder bizarr anmutende Schneelandschaften, klar gegeneinander gesetzte Erdmassen variierend in allen Brauntönen, die so gar nichts zufälliges zu haben scheinen oder Bildausschnitte, die Liebe zum Detail ausweisen, etwa Bild Nr. 71. Karl Bode formulierte es in seinen einführenden Worten zur Vernissage so: „Alle diese Merkmale kommen erst dadurch zu ihrer großartigen Wirkung, weil Volker Uttenweiler es in seiner eigenen Betrachtungsweise versteht, dem Alltäglichen komponierend und ordnend seine ihm eigene Schönheit zu geben.“

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Eine Bilderauswahl aus 25 Jahre Fotostreifzügen über die Sophienhöhe zeigt Dr. Volker Uttenweiler bis 1. April.

Eine Bilderauswahl aus 25 Jahre Fotostreifzügen über die Sophienhöhe zeigt Dr. Volker Uttenweiler bis 1. April.

Das hat etwas für sich. Lediglich mit seiner Spiegelreflex-Leica bewaffnet machte sich der „Jäger, der seine Beute durch den Sucher anvisiert und dann per Auslöser erlegt“ auf seine Entdeckungsreise um die Sopienhöhe. Ohne die heute technischen Möglichkeiten auszuschöpfen, lediglich als Fotografien vom Diapositiv sind es authentische Abzüge nicht einmal aus dem eigenen Labor. Der Blick, den Volker Uttenweiler lenkt, ist die Kunst in seinen Fotografien.

In der Bildergalerie im Hexenturm wird der Blick des Betrachters dagegen nicht in die Einzigartigkeit geführt. Weniger wäre mehr gewesen. Die in Doppelreihen gehängten, stets gleichformatigen Bilder in den zwei Haupträumen bieten dem Auge eine solche Fülle, dass das einzelne Foto zu wenig Geltung erhält. Hinzu kommt, dass die Motive sich naturgemäß ähneln, einige sogar Dubletten zu sein scheinen. Ein optisches Vergnügen ist der Weg durch den Treppenaufgang bis in den Turmraum: Etwas großformatiger und als Einzelpräsentationen können die Bilder den Betrachter in Bann ziehen und ihre Vorzüge voll entfalten. Käuflich zu erwerben sind die Fotografien übrigens auch: Zwischen 45 und 190 Euro liegt das Angebot pro Bild.

Das Heimspiel, wie Kunstvereins Vorsitzende Birgit Leyens die Ausstellung richtig nennt, ist bis Sonntag, 1. April, an den Wochenenden von 11 bis 18 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.


Zur Rede von Dr. Volker Uttenweiler


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