Dagmar Amthor ist Koordinatorin des neuen Caritas-Hospizdienstes

Am Anfang steht der Gang nach Emmaus
Von Dorothée Schenk [21.05.2008, 21.19 Uhr]

Seit 1. März hat Dagmar Amthor im Kompass-Kompetenzentrum an der Merkatorstraße in Jülich ihre neue Heimat gefunden. Hier baut die gelernte Fachkrankenschwester für Intensivmedizin, Anästhesie und Palliativfachschwester mit über einer Dekade Erfahrung in der Begleitung sterbender Menschen, den neu gegründeten „Ambulanten Caritas Hospizdienst Düren“ in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Region Düren/Jülich e.V. auf. Im Juni startet ein erster Befähigungskurs für ehrenamtliche Mitarbeiter.

Dagmar Amthor entwickelte als hauptamtliche Korrdinatorin das Konzept für den neuen Hospizdienst der Caritas.

Dagmar Amthor entwickelte als hauptamtliche Korrdinatorin das Konzept für den neuen Hospizdienst der Caritas.

Geschwindigkeit ist keine Hexerei, sondern auf Erfahrung zurückzuführen. Zwei Jahre hat es gedauert, bis sie im ersten Tätigkeitsfeld, dem Ambulanten Malteser Hospizdienst, mit ihrer Arbeit an die Öffentlichkeit trat. „Jetzt können wir von den gemachten Erfahrungen profitieren“, sagt Dagmar Amthor. Akribisch hat sie die Konzeption mit einem Kreis von Mitarbeitern ausgearbeitet. Offen steht demnach die Hospizarbeit jedem unabhängig von Weltanschauung, Religion oder Volkszugehörigkeit – er sollte sich aber auf die christliche Grundstruktur des Kurses einlassen können, wie die hauptamtliche Koordinatorin der Caritas betont. Die Leitgedanken der Intensiv-Kurse, von denen der erste am 3. Juni, der zweite im Oktober startet, ist die Christus-Geschichte „Der Gang nach Emmaus“ und „Die Heilung des Gelähmten“. Natürlich spiegelt sich die religiöse Haltung auch in den Kursinhalten wider: Meditationen zu Bibelstellen gehören ebenso zum Programm wie kreatives Gestalten und ein Praxisteil.

Nach fast 13 Jahren noch einmal von „vorne“ anzufangen, das birgt für die Hospizfachkraft Dagmar Amthor einen großen Reiz. „Sich selbst noch einmal zu aktivieren, über den Tellerrand zu schauen und staunend festzustellen – die anderen haben auch nicht geschlafen…“, schmunzelt die neue hauptamtliche Koordinatorin, das wecke neue Ideen. Neu ist für sie vor allem der Altenbereich. Ihre Wurzeln gründen in der Krankenpflege. Der Umgang mit den alten Menschen, die Pflege der Senioren sei aber etwas grundsätzlich anders. „Heute kann ich verstehen, warum meine Kollegen gekämpft haben, um die Begleitung auf den Seniorenbereich auszuweiten“, räumt Amthor ein. Inzwischen gehöre sie zum „System“, wie sie selbst sagt. Schon früher hätte es Begleitungen im Altenheim St. Hildegard geben können, aber es war einfach von beiden Seiten nicht im Blickfeld. Da sie heute beispielsweise an den Sitzungen des Altenheim-Teams teilnimmt, ist Dagmar Amthor die natürliche und erste Ansprechpartnerin.

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Senioren in ihrer letzten Lebensphase qualifiziert zu begleiten ist das Ziel von Dagmar Amthor.

Senioren in ihrer letzten Lebensphase qualifiziert zu begleiten ist das Ziel von Dagmar Amthor.

Hier und den anderen stationären Einrichtungen der Caritas in der Region Düren werden die neu zu qualifizierenden ehrenamtlichen Mitarbeiter ihr Hauptbetätigungsfeld finden. Aus ihren Erfahrungen weiß Dagmar Amthor, dass viele Hospizbegleiter diesen, sicheren Hintergrund, lieber haben. Schwerkranke und sterbende Menschen im eigenen Heim oder im Kreis der Familien zu betreuen, das belaste einige wegen der großen Verantwortung. Die Rahmenbedingungen – von der Frage, wann ein Arzt gerufen wird und welche Personen im Ernstfall zu verständigen sind – treffen die Hospizbegleiter viel unmittelbarer. Zusätzlich kommt der neue Schwerpunkt „Demenz“ hinzu: „Demenz und Hospizarbeit – da ist noch eine Menge Entwicklungsarbeit zu leisten“, weiß Dagmar Amthor. Für die betroffenen Menschen müssen besondere Angebote gemacht werden. Das gilt gleichermaßen für die pflegerischen wie emotionalen und spirituellen Angebote. Eine erste Gruppe von Angehörigen Demenzkranker trifft sich bereits im Kompass-Kompetenzzentrum in Jülich. Auch sie brauchen Begleitung, ist die Koordinatorin überzeugt, denn „auch diese Angehörigen werden sich irgendwann mit ihren Liebsten auf den letzten Weg machen.“

Mindestens 15 ehrenamtliche Mitarbeiter braucht Dagmar Amthor in Zukunft, damit sich ihre Stelle als hauptamtliche Koordinatorin rechnet – und angerechnet wird. Dazu gehört nämlich ebenso der Nachweis der Qualifikation der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Sie müssen mindestens 100 Stunden Fortbildung nachweisen können. Die Krankenkassen zahlen dann einen festgelegten Satz, der im 5. Buch des Sozialgesetzbuch unter § 39a - Stationäre und ambulante Hospizleistungen – verbrieft ist. Das reicht natürlich nicht immer für die Arbeit vor Ort, die neben den Qualifikationen auch Hospizbegleitungen und palliative Beratungen umfasst sowie die Schulungen der Mitarbeiter der Altenzentren des Caritas.

Spenden werden hier gerne genommen, da ein Neuanfang sehr viel Geld kostet., Mit diesen Mitteln werden dann spezielles Material für die Arbeit mit dementiell veränderten Bewohnern in der letzten Lebensphase,, Material für die Ausgestaltung der Qualifizierungsmaßnahmen sowie das Honorar für besondere Referenten. „Natürlich wird es ab und an schwierig, aber ich würde nicht anfangen, wenn ich nicht den Traum hätte, dass es noch Menschen gibt, die sich dieser besonderen Aufgabe im Umgang mit Menschen stellen wollen. Freuen würden wir uns auch über bereits qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiter, die schon in der Hospizarbeit tätig waren oder sind und die vielleicht Interesse haben eine neue Gruppe von Anfang an mit zu gestalten und zu tragen.


Spendenkonto:
Ambulanter Caritas Hospizdienst
Sparkasse Düren
BLZ: 395 501 10
KTO-Nr. 1 398 995 785

Drei Fragen zum Thema an Rudolf Stellmach, Fachbereichsleiter Altenzentrum im Caritasverband


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