Eröffnung nicht vor Sommer 2008

Original Bauunterlagen zum Parkhaus Zitadelle fehlen
Von Dorothée Schenk [06.09.2007, 22.35 Uhr]

Bis auf weiteres wird das Parkdeck Zitadelle geschlossen bleiben. Mit der Vorstellung beim jüngsten Bau- und Planungsausschusses ist die Hoffnung geplatzt, bis zum Weihnachtsmarkt die Parkplätze für Besuch von Jülich bereit zu stellen. Nun wird mit einem Abschluss der Arbeiten 2008 gerechnet.

Seit März 2007 ist das Parkdeck Zitadelle geschlossen.

Seit März 2007 ist das Parkdeck Zitadelle geschlossen.

Grund hierfür sind verschiedene Ursachen: Zunächst fehlen Unterlagen aus der Bauzeit in den 70er-Jahren. Ein „Verhängnis“ nannte dies der erste Beigeordnete Martin Schulz. Ist-Zustand und vorliegende Ausführungspläne stimmen nicht überein. Unter den 130 Ordnern zum Projekt gibt es auch Abrechnungsunterlagen. Auch diese, so berichtete Frank Vitten von der Ingenieurgesellschaft Quadriga, stimmen nicht. Anke Talarek von den Bündnisgrünen fragte nach, wo eigentlich die Bauaufsicht und das Rechnungsprüfungsamt vor 30 Jahren gewesen wären. „Ist da denn keiner verantwortlich?“

Unterstützung erhielt sie durch Winfried Cremerius (FDP) und Harald Garding (SPD), der konstatierte, dass es wichtig sei, aus Dingen zu lernen. Kritisch merkte er an, dass in Jülich jedes Projekt dilettantisch gemacht und überwacht worden sei. Außerdem wollte er von der Verwaltung wissen, ob es sich bei den mangelnden Übereinstimmungen um betrügerische Abrechnungen handle. Beides wies Beigeordneter Schulz weit von sich. Die Projekte seit 1998 bezeichnete er als hervorragend umgesetzt. Allerdings räumte Schulz ein, dass es vor allem mit beauftragten Firmen Probleme gäbe, die nicht aus Jülich stammen würden. Dann stelle sich die Frage, so Garding, warum nicht ansässige Firmen den Zuschlag erhielten, zumal sich die Mehrkosten durch rückfließende Steuereinnahmen amortisieren würden.

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Die Grünpflege hat die Stadt am Parkdeck ebenfalls nahezu eingestellt.

Die Grünpflege hat die Stadt am Parkdeck ebenfalls nahezu eingestellt.

Kritik gab es auch von Seiten der Kaufmannschaft. Kunden blieben aus, nicht nur, weil sie das Parkdeck nicht befahren könnten, sondern auch aus Angst, die Tiefgarage zu befahren. Eine Geschäftsfrau erzählte, dass Kunden befürchteten, dass ihnen die Decke auf den Kopf fiele. Hier konnte Frank Vitten beruhigen. Dererlei Gefahren bestünden nicht.

Lambert Schmitz (CDU) fragte nach, wie das Parkdeck bis zum Baubeginn denn aussehen würde? Verheerend sähe der Platz derzeit aus und sei kein guter Eindruck für Gäste, etwa wenn sie zum Weihnachtsmarkt kämen. „Die Pflege sollte nicht gänzlich eingestellt werden.“ Dies zu gewährleisten sagte Schulz zu.

Ein weiteres Mal wurde abgelehnt für eine notdürftige Erstabhilfe und Nutzbarkeit des Parkdecks eine Asphaltdecke aufzubringen. An den ursprünglichen Sanierungsplänen wurde trotz der erheblichen zeitlichen Verzögerungen festgehalten. Einige Arbeiten sind nämlich ohne Freilegung der Betondecke nicht möglich. Weiterer Hemmschuh ist das Wetter: Die Abdichtung können nur bei Trockenheit erfolgen. Das heißt, der Einbau kann unter anderem nicht erfolgen, wenn es regnet, Nebel oder Tau vorherrscht, die relative Luftfeuchtigkeit 75 Prozent überschreitet. Außerdem müssen mindestens 8 Grad Oberflächentemperatur gemessen werden. Gegebenheiten, die in den kommenden Monaten kaum zu erwarten sind.

Baubeginn soll entsprechend im März kommenden Jahres sein. Vitten blieb aber dabei, dass nach zehnwöchiger Bauzeit das Parkdeck dann wieder benutzbar sei - zuzüglich Planungszeit und ohne Berücksichtigung der von Winfried Cremerius pessimistisch erwarteten "weiteren bösen Überraschungen".

Lesen Sie hierzu das Brenzlicht: Teure Schlamperei und mangelnder Aufklärungswille


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