Freiwillige Leistung

Hort Berta-Straße macht mobil
Von Dorothée Schenk [17.05.2007, 11.22 Uhr]

Der Hort Berta Straße soll 2008 geschlossen werden.

Der Hort Berta Straße soll 2008 geschlossen werden.

Dichtbesetzt waren die Zuschauerränge in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Schule und Sport in Jülich: Der Elternrat des städtischen Hortes Bertastraße hatte mobil gemacht und war mit Kindern, Eltern und Erziehern ins Neue Rathaus eingezogen. Sofort war klar: Kinder brauchen Platz – der Sitzungspunkt musste im Ratssaal behandelt werden.

Entgegenkommen wollte die Stadt wohl zeigen, indem sie dem Ausschuss als Beschlussempfehlung an die Hand gab. Betreuungsplätze sollen auch nach dem Wegfall der Landesförderung im Sommer 2008 für Schulkinder, insbesondere über Zehnjähriger, angeboten werden. Der Ausschuss sollte die Verwaltung beauftragen, dies zu prüfen. Das reicht den zumeist berufstätigen Eltern nicht, die ihre Kinder in der Bertastraße untergebracht haben. Sie sind auf die zuverlässige Betreuung ihres Nachwuchses angewiesen und fordern mehr noch, nämlich die Qualität ein.

Andreas Prömpers als zuständiger Dezernent unterstrich: „Der Hort, wie wir ihn kennen, ist 2008 zu Ende.“ Zwei Modelle zum weiteren Erhalt der Einrichtung sind in Planung: Krippenplätze für Unter-3-Jährige und eben die Schulkinderbetreuung. Der Hinweis an die Eltern, ihre Kinder könnten Aufnahme in den auch über 2008 hinaus erhaltenen Horten Villa Kunterbunt und „Kleine Füchse“ im Forschungszentrum finden, erteilte Katarina Esser, Amtsleiterin für Gleichstellung und Sozialplanung, eine Absage: „Wir müssen über Betreuung summerisch nachdenken und nicht nach alternativen Lösungen für die Bertastraße suchen“. Sie räumte ein, dass die Offene Ganztagsgrundschule, die ja die Horte landesweit ab 2008 flächendeckend ablösen sollen, einen deutlich schlechteren Betreuungsschlüssel aufweisen.

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Die überwiegend berufstätigenEltern forderten das klare Bekenntnis zur Bertastraße von den Ratsvertretern. Zum Teil existenzbedrohend ist eine Schließung, da der Nachwuchs beispielsweise drei Monate im Jahr Ferien hat, die aber nicht in der Betreuung der OGS aufgefangen werden. Detailliert listeten die Elternvertreter die aktuellen Vorteile und die Veränderungen auf, die in einer Betreuung der OGS auf sie zukämen. Viel Lob gab es dafür von Seiten des Ausschuss-Vorsitzenden, Peter Schmitz. Es sei „sehr erhellend“. Ansgar Kieven (SPD) warf ein, es hätte früher eine Prüfung zur Schließung der Horte geben müssen. Aber schließlich sei das kein kommunalpolitisches Anliegen. Horte sind für die Stadt eine freiwillige Leistung. Andrea Hertel-Mahling warf als Stimme für die Hort-Eltern ein, dass es doch bereits 2005 eine große Demonstration gegen die Schließung der Horte gegeben hätte. Das Thema ist also nicht neu.

Zu Bedenken gab schließlich Dezernent Prömpers, dass ein klares Bekenntnis zum Hort als freiwillige Leistung, Einsparungen an anderer Stelle nötig machen würden.

Der Auftrag zur Prüfung der Situation wurde durch den Ausschuss erteilt. Außerdem wird, wie von den Elternvertretern der Bertastraße gewünscht, gemeinsam mit politischen Vertretern, der Verwaltung, Eltern und Erziehern nach einer Lösung gesucht.

Lesen Sie hierzu das Brenzlicht: Familienunfreundliche Stadt Jülich?


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