Höchster Denkmalschutzpreis

Silberne Halbkugel kommt nach Jülich
Von Redaktion [15.10.2015, 12.32 Uhr]

"Es ist eine große Ehre für den Förderverein, mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet zu werden", gab Dr. Rüdiger Urban, Vorsitzender des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich seiner Freude über die Ehrung Ausdruck. Die Verleihung würdige aber besonders "das herausragende 22-jährige Engagement unseres ehemaligen Vorsitzenden, Conrad Doose." Die Silberne Halbkugel wird jährlich vom Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz verliehen. Die Übergabe wird am 2. November in Regensburg stattfinden. Die Plätze für die Bahnfahrt sind schon gebucht.

22 Jahre lang im Einsatz für die Denkmäler von Jülich: Conrad Doose gab im Mai den Vorsitz an Dr. Rüdiger Urban ab.

22 Jahre lang im Einsatz für die Denkmäler von Jülich: Conrad Doose gab im Mai den Vorsitz an Dr. Rüdiger Urban ab.

Keineswegs eine plötzliche Nominierung ist es, über die sich der Verein in seinem 29. Schaffensjahr freuen kann. Vielmehr ist sie von langer Hand – allerdings von den Geehrten unbemerkt – vorbereitet. Der amtierende Vorsitzende Urban fuhr bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Jahr täglich zu seinem Arbeitsplatz nach Düsseldorf mit der Bahn. Pendler unter sich, lernte er im Laufe der Jahre einen Mitarbeiter der Architektenkammer NRW kennen. Bei einer Gelegenheit erzählte Dr. Urban seinem Reisegefährten, dass er einen Artikel für ein Buch über Jülich schreibe.

Neugierig geworden, fragte der Mann nach und so erzählte der damalige Vize-Vereinsvorsitzende seinem Gegenüber immer mehr über Jülich und die Arbeit des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich. In dem Mann reifte die Idee, dass die Architektenkammer NRW der Bundesarchitektenkammer (BAK) den Förderverein als Kandidaten für den Deutschen Preis für Denkmalsschutz beim Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) vorschlagen könnte – dieses Vorschlagsrecht ist ein Privileg.

Ein Jahr ging ins Land, als Dr. Urban plötzlich einen Anruf bekam und dann alles ganz schnell gehen musste: Innerhalb weniger Tage hatte der Verein aussagefähige Unterlagen bei der BAK einzureichen. Dr. Urban packte eine Kiste mit einem schriftlich formulierten Profil des Vereins, Literatur und DVDs und schickte sie auf die Reise nach Berlin. „Zunächst sollten die Unterlagen 13fach eingereicht werden – davon sah man dann allerdings Gott sei Dank ab,“ erzählt Dr. Urban.

Dennoch war die einfache Ausfertigung offenbar sehr aussagekräftig, denn nicht nur die Bundesarchitekten waren überzeugt und reichten den Beitrag ein, sondern auch das Komitee, das unter 33 Bewerbern zu wählen hatte. Sechs Ausgezeichnete gibt es in diesem Jahr.
Neben den Jülicher erhalten die Silbernen Halbkugeln die Vereinigung Freunde der Altstadt Regensburg e.V., der Hamburger Horst von Bassewitz, Joachim Felgenhauer aus Mecklenburg-Vorpommern, Carlo und Nicole Sente-Ligbado aus Luxemburg und die Wüstenrot Stiftung von Baden-Württemberg.

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Dr. Rüdiger Urban (vorne links) unterstreicht, dass der Teamgeist der im Fördervereins Festung Zitadelle Jülich Engagierten den Verein seit fast 30 Jahren trägt.

Dr. Rüdiger Urban (vorne links) unterstreicht, dass der Teamgeist der im Fördervereins Festung Zitadelle Jülich Engagierten den Verein seit fast 30 Jahren trägt.

Den Preis erhält der Jülicher Verein laut Jury „für sein ehrenamtliches und unermüdliches Engagement, mit dem er seit fast 30 Jahren in vorbildlicher Weise beweist, zu welchen besonderen Leistungen bürgerschaftliches Engagement in unserer Gesellschaft bei der Wiederherstellung und Bewahrung des baukulturellen und historischen Erbes beitragen kann. Der Förderverein unterstützt in ganz besonderem Maße die Erhaltung, Pflege und Nutzung der einzigartigen Baudenkmäler der Stadt Jülich, indem die historischen Stadtstrukturen, sowohl bei Maßnahmen zur Stadtentwicklung als auch bei Planungen zur Naherholung, Freizeitgestaltung und Umweltpflege angemessen berücksichtigt werden. Durch zahlreiche Publikationen und einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit hat er über Jahre auch maßgeblich zur Bewusstseinsbildung in diesem Bereich beigetragen.“

Dr. Urban selbst schildert es so „Als ich die Selbstdarstellung des Vereins schrieb, seine Arbeit über fast 30 Jahre, davon eben 22 Jahre unter dem herausragenden Vorsitz von Conrad Doose, war ich selbst schon wirklich sehr beeindruckt.“ Die Vielfältigkeit der Leistung des Vereins sei gar ihm nicht so augenfällig gewesen. Erst bei der Einsicht in die Liste der 50 veröffentlichten Bücher, der vielen Artikel und Tagungsbänden, herausgegebenen Videos und DVDs, der MulitmediaCDs und der Wanderausstellung sei das Bewusstsein für die eigene Schaffenskraft gereift. „Das verdankt der Verein, die Stadt Jülich und alle ihre Bürger Conrad Doose mit Ideenreichtum, Motivationsfähigkeit und Durchsetzungsstärke. Aber dahinter natürlich auch dem gesamten Team aller derjenigen, die in 30 Jahren sich mit eingesetzt und ihre Ideen und ihre Zeit investiert haben – insbesondere alle engagierten Damen und Herren, die als Beisitzerinnen und Beisitzer über diese Jahre im Vorstand mitgearbeitet haben“, würdigt der amtierende Vorsitzende den Teamgeist des Fördervereins Festung Zitadelle.

Nachhaltig, so hofft Dr. Urban, wird der Preis sein und eine gestärkte Durchsetzungsfähigkeit des Denkmalschutzes in Jülich nach sich ziehen sowie mehr Öffentlichkeit für die Stadt, ihre Historie und ihre jungen und alten Denkmäler erzeugen. „Denn bezeichnend ist ja, dass die Architektenkammer NRW nicht von sich aus auf Jülich und den Verein gekommen ist. Das heißt, Jülich und der Verein müssen von sich aus verstärkt aus der Region herauskommen. Dafür bietet der Preis eben auch eine große Chance.“


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