Infozentrum Erlebnisraum Römerstraße

Nach Europa "VIA" Jülich
Von Dorothée Schenk [01.10.2014, 21.25 Uhr]

„Bahn frei“ könnte man im übertragenen Sinne der Region zurufen: Seit dem Tag des offenen Denkmals ist das 2008 als „Via Belgica“ gestartete Projekt nach siebenjähriger Planungszeit nun auch offiziell auf den Weg nach Europa gebracht worden. Ein zentraler Anlaufpunkt der „VIA – Erlebnisraum Römerstraße“ wird Jülich sein.

Mit seinen altrömischen Siedlungswurzeln ist die historische Festungsstadt prädestiniert für das neu eingerichtete Informationszentrum. Untergebracht ist es im Südostturm der Zitadelle – „der Visitenkarte des Jülicher Museums“, wie Bürgermeister Stommel es formulierte. „Zuständig“ ist es für zehn der 60 Kilometer Wegstrecke, die entlang der Römerstraße zwischen Dahlem im Süden und Übach-Palenberg im Westen 18 Kommunen verbindet. Ein „Schauprojekt mit Backstage-Bereich“ nennt es Museumsleiter Marcell Perse und verweist von der Ausstellung, die für jedermann zugänglich ist, auf die Dokumente, die aufgearbeitet und damit verfügbar gemacht wurden und so „Wurzeln offen“ legten. Sie werden im Archiv aufbewahrt, das im Kulturhaus am Hexenturm untergebracht ist.

Derweil können unter der Überschrift „Römer – Renaissance – Romantik“ Besucher der Ausstellung im Südostturm der Zitadelle durch interaktive Medieninstallationen auf die Reise durch Räume und Zeiten gehen. Gezeigt wird, welchen Einfluss die Römerstraße auf die Entwicklung Jülichs hatte: Die Römerstraße wirkt(e) identitäts- und kulturstiftend (Römer), stadtbildend (Renaissance) und landschaftsprägend (Romantik). Zu jeder Epoche zeigt das Museum Zitadelle Schätze aus seinen Sammlungen.

Ziel ist neben der Forschung und Präsentation vor allem aber auch der praktische Nutzen, der sich durch den Tourismus ergibt, oder wie Minister Otten es ausdrückte, „bedeutendes Kulturerbe des Rheinlands ist seh- und reisend erlebbar machen.“

An der Rad- und Wanderroute mit ihren knapp 100 interessanten Objekten sind nicht nur Informationsstelen an der Strecke und an Denkmälern errichtet worden, sondern auch in einigen Kommunen sogenannte Mansiones (alte römische Rastplätze). Sie laden wie zur Römerzeit zum Verweilen ein und dienen gleichzeitig als Einstieg in die Erlebniswelt Römerstraße. Eine solche Station gibt es in bei Freialdenhoven. Ministerialrat Dr. Thomas Otten kündigte an, dass dies erst der Anfang sein soll, der schließlich zur internationalen Zusammenarbeit „von Köln bis zur Atlantikküste“ führen soll. Bislang hat das Projekt 7,5 Millionen Euro gekostet, gefördert mit Mitteln des Bundes und der EU.

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Museumsleiter Marcell Perse betonte in seiner Ansprache, dass er und sein Museumsteam sich auf völligem Neuland bei der Planung befunden hätten. "Wir haben noch nie eine Radroute geplant", schmunzelte der studierte Archäologe. Sein Dank galt vor allem seinem Mitarbeiter Dr. Christoph Fischer und dem neu aufgestellten Stadtmarketing, zuständig auch für die Entwicklung des Tourismus in Jülich. "Ein Museum ist nur so gut wie seine Außendarstellung", in Jülich habe man eine "kleine Erfolgsgeschichte" zu verzeichnen.

Deutlich war zu hören, dass sich Perse eine weitere und intensive Zusammenarbeit mit dieser städtischen Stelle wünscht, da er Entwicklungspotential in der Vermarktung der Vorzeige-Objekte wie Zitadelle und dem "Branchenmix" zwischen Bergschadensanierung, Kunstschaffen, Renaissance und Fledermausnächten sieht. "Wir haben als Stadt viel zu bieten, wir kommen so zaghaft", sagte Perse und forderte zur Initiative für die Zukunft auf. „Sie müssen als Stadt entscheiden, was wir leisten sollen", kam der Auftrag in Richtung der anwesenden politischen Ratsvertreter und Bürgermeister. Dass das Argument "marode Haushaltslage" nicht zieht, machte Marcell Perse ebenfalls deutlich: "Klar haben wir kein Geld, aber wenn wir dann noch keine Ideen haben, sind wir wirklich pleite."

Dass die Stadt viel "Kapital" in dieser Richtung hat, dafür war die Eröffnung des Informationszentrums "VIA Erlebnisraum Römerstraße" ein eindrucksvoller Beweis.

Details zur Radwanderrouten und anderen touristischen Angeboten unter
www.erlebnisraum-roemerstrasse.de

Rede des Bürgermeisters Heinrich Stommel zur Eröffnung des Informationszentrums


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