Schulstreit im Wahlkampf: CDU warnt vor Rot-Rot
Von Aachener Zeitung, Samstag, 13. März, S. 2 [15.03.2010, 17.25 Uhr]
Aachener Zeitung, Samstag, 13. März, S. 2
Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen steuert auf eine harte Wahlkampfauseinandersetzung um die Schulpolitik zu. Die CDU will von der kommenden Woche an in die Nähe von Schulen im ganzen Land Plakate mit der Aufschrift hängen: „Diese Schule wird geschlossen, wenn Rot-Rot regiert.“ Die Aktion solle Eltern, Lehrern und Schülern die Folgen der von SPD und Linkspartei geplanten Einheitsschule verdeutlichen, sagte CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid gestern in Düsseldorf. Durch die Einheitsschule drohe zehn Jahre Chaos an den Schulen in Nordrhein-Westfalen. Die SPD warf der Union vor, sie wolle mit einer Angstkampagne vom eigenen bildungspolitischen Versagen ablenken. Die CDU versuche mit „haltlosen Unterstellungen“, die Bürger zu verunsichern, sagte SPD-Generalsekretär Michael Groschek.
Die Sozialdemokraten wollen bei einem Wahlsieg eine Gemeinschaftsschule bis Klasse 10 einführen. In den Klassen 5 und 6 sollen alle Kinder auf jeden Fall gemeinsam unterrichtet werden. Danach können Eltern, Schulen und Schulträger entscheiden, ob es beim gemeinsamen Unterricht bleibt, oder ob unter einem Dach Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen eingerichtet werden.
Im Wahlprogramm der Linken wird „Eine Schule für Alle“ von der ersten bis zur zehnten Klasse gefordert. Diese Pläne von SPD und Linken bedeuteten „nichts anderes, als die Abschaffung von Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen“, sagte Krautscheid.Die schwarz-gelbe Koalition ist sich selbst allerdings nicht über das künftige Schulsystem in NRW einig. Für die FDP hat die Hauptschule keine Zukunft mehr. Sie will eine neue „regionale Mittelschule“ einführen, in der Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammengefasst werden können. Dort sollen die Schüler bis zur siebten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Krautscheid nannte solche Vorfestlegungen des Koalitionspartners „unklug“. Die CDU sei die einzige Partei in Nordrhein-Westfalen, „die zum mehrgliedrigen Schulsystem steht“. (dpa)
Lesen Sie hierzu den Offenen Brief der Stadtelternschaft Jülich
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