Piloteinrichtung wächst in Nideggen und Kreuzau

Südkreis Düren: Hoher Beratungsbedarf bei Familien
Von Redaktion [01.12.2006, 13.25 Uhr]

Im Kindergarten Maria Goretti informierte sich Landrat Wolfgang Spelthahn (l.) bei (sitzend, v.l.) Iris Kirch, Helga Conzen, Uli Lennartz und Georg Kilian-Hütten.

Im Kindergarten Maria Goretti informierte sich Landrat Wolfgang Spelthahn (l.) bei (sitzend, v.l.) Iris Kirch, Helga Conzen, Uli Lennartz und Georg Kilian-Hütten.

"Wir müssen Eltern befähigen, mit ihren Kindern gut zu leben", bringt Georg Kilian-Hütten, Leiter der Katholischen Erziehungsberatungsstelle Düren, das Konzept "Familienzentrum" auf den Punkt. Und weiß auch, wie das gelingen kann: "Wir nutzen den Vertrauensvor-schuss, den Kindertagesstätten bei Eltern haben, und bieten dort die Leistungen von ver-schiedenen Institutionen an. Wir beraten, betreuen, bilden auf kurzem Weg und ohne lan-ge Wartezeiten. So können wir Eltern bei der Bewältigung von Problemen schnell und fle-xibel helfen. Und zwar vorbeugend, lange bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist." Doch damit nicht genug: Die Leistungen der Familienzentren können auch Eltern in An-spruch nehmen, deren Kinder jünger als drei und älter als sechs Jahre sind und den Kin-dergarten also gar nicht besuchen. Soweit die Theorie.

Auch im Kreis Düren sind zwei Familienzentren im Aufbau – Piloteinrichtungen. Eines ent-steht in Norddüren, das andere im Verbund der Kindergärten Maria Goretti in Nideggen sowie St. Heribert in Kreuzau. "Wir schaffen ein Netzwerk aus verschiedenen Beratungs-einrichtungen, um gemeinsam einen Mehrwert für Kinder zu erzielen", beschreibt Uli Len-nartz, Geschäftsführer des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Düren, was sich seit August 2006 in den beiden Südkreiskommunen getan hat. Zum engeren Zirkel des Famili-enzentrums gehören die beiden Kindertagesstätten, die Katholische Erziehungsbera-tungsstelle und das Katholische Bildungsforum. Zum erweiterten Kreis zählen das Kreis-Jugendamt, die RAA Kreis Düren, der Verein der Tagesmütter und –väter sowie die Cari-tas-Familienhilfe. Gemeinsam decken sie ein breites Spektrum des Beratens, Betreuens und Bildens ab.

Werbung

Mit einem achtseitigen, nicht anonymen Fragebogen haben die beiden Kindergärten jetzt den Bedarf bei ihren Eltern ermittelt. Die Rücklaufquote – zwei Drittel – war beachtlich, offene Türen ist man eingerannt. "Wir waren überrascht, wie viel Beratungsbedarf es bei Themen wie Ernährung und Bewegung gibt", berichteten Iris Kirch (Nideggen) und Stefa-nie Zens (Kreuzau) Landrat Wolfgang Spelthahn, als er sich jetzt vor Ort über den Stand des Pilotprojektes informierte. Aus den Elternwünschen wird nun ein Angebot abgeleitet, bestehend aus Vorträgen und Kursen. Zudem wird ein Erziehungsberater regelmäßig of-fene Sprechstunden in den beiden Kindergärten abhalten. Helga Conzen, Leiterin des Ka-tholischen Bildungsforums und Vorsitzende des Kreis-Jugendhilfeausschusses: "Wir wir-ken präventiv: Eltern müssen schon sehr frühzeitig auf ihr Leben mit einem Kind vorberei-tet werden. Auch ist es wichtig, dass sie sich untereinander austauschen können." Das alles soll im Familienzentrum geschehen.

Für die Beteiligten ist das Familienzentrum eine Kraftanstrengung. Fortbildung, individuelle Konzeption, Öffentlichkeitsarbeit – es gibt viel zu tun. Die Zentren werden wissenschaftlich begleitet, im Juni 2007 wird Bilanz gezogen, es geht um Gütesiegel und den Fortbestand. Für Landrat Wolfgang Spelthahn steht schon jetzt fest, dass sich der Aufwand lohnt: "Deutschland ist Rekordhalter bei den Ausgaben für Daseinsfürsorge, doch mit der Wir-kung ist niemand zufrieden. Die Antwort kann nur lauten: Statt immer mehr Geld aus-zugeben, muss die Lebensqualität verbessert werden. Es darf niemand seelisch, mora-lisch und sozial allein bleiben. Wir müssen uns mehr um Menschen kümmern und um das Wohl eines jeden Einzelnen kämpfen." Deshalb soll über kurz oder lang in jeder Kreis-kommune ein Familienzentrum als Anlaufstelle eingerichtet werden. Und damit müssen auch und vor allem jene Eltern erreicht werden, die keine Fragebogen ausfüllen.

Lesen Sie hierzu: Jülicher Familien durch Probleme lotsen


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Stadtteile

Kita „Die kleinen Strolche“: Jubiläumsfeier eine Woche lang
„Was wollen wir trinken sieben Tage lang?“, heißt ein ziemlich bekanntes Fest- und Feierlied. Da so ein 50-jähriges Jubiläum bei der Kita „Die kleinen Strolche“ in erster Linie ein Fest für die Kinder ist, hat sich das Team der Einrichtung überlegt, mit den Kindern, die sie im Moment besuchen, kräftig und sieben Tage lang zu feiern. Es geht los mit dem Dasda Theater, das am Donnerstag, 27. April, das Stück Petterson und Findus im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, für die Kita-Kinder aufführen wird.  [26.04.2017, 13.58 Uhr]  >>
Im Heckfeld Geschmack am Glauben finden
Einen Ruhepol im Alltag finden. Innehalten, dem eigenen Getriebensein im Leben regelmäßig einen Ort des Atemholens zu geben, dazu dienen Exerzitien im Alltag. Seit fast 20 Jahren wird in St. Rochus Jülich diese Tradition in der Fastenzeit gepflegt. [09.04.2017, 14.12 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung