Lendersdorfer Hospiz erweitert Bettenkapazitäten

Düren: Mehr Raum für das Ende des Lebens
Von Kaya Erdem [26.05.2016, 07.03 Uhr]

Das Stationäre Hospiz am St. Augustinus Krankenhaus verfügt ab sofort über 13 Betten. Die Kostenträger stimmten der Erweiterung zu, die der Landschaftsverband Rheinland genehmigte. Zunächst standen viele Jahre, seit der Gründung 1995, sechs Betten zur Verfügung, bevor 2013 vier weitere genehmigt wurden. Doch auch dies deckte den tatsächlichen Bedarf nicht. „Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Bettenzahl im stationären Hospiz noch einmal erhöht wurde und dem wachsenden Bedarf formell angepasst werden konnte“, so Renardo Schiffer (Kfm. Direktor St. Augustinus Krankenhaus) und Gabi Prescher (Pflegedienstleitung stationäres Hospiz) einhellig, die sich darüber hinaus explizit für das besonders schnelle Zustimmungs- und Genehmigungsverfahren bei den Beteiligten Institutionen bedanken.

Das stationäre Hospiz in Lendersdorf ist eine ganz besondere Einrichtung, in der schwerstkranke und sterbende Menschen einen Platz finden, um ihre letzte Lebensphase individuell betreut zu verbringen: Wenn für sie zu Hause die Voraussetzungen für gute Pflege und optimale Schmerzbehandlung nicht gegeben sind, ist es möglich, dort einzuziehen. Sie weisen eine abgeschlossene Diagnostik und Therapie und eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten auf. Ihnen ein würdevolles Leben bis zuletzt, möglichst bewusst und selbstbestimmt, zu ermöglichen, dafür setzen sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen täglich ein. Die geleistete Arbeit basiert auf einer lebensbejahenden Grundidee, sie betrachtet Sterben als Teil des Lebens.

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Freunde und Familie der Gäste sind jederzeit willkommen und können auch im Hospiz übernachten. Zum Gemeinschaftsleben mit den Gästen, Angehörigen, Ehrenamtlichen, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gehören regelmäßig stattfindende Termine wie einmal in der Woche ein gemeinsames Frühstück und Abendessen sowie jeweils einmal im Monat das Hospizcafé und das gemeinsame Backen. Es finden jahreszeitliche Bastelnachmittage, Konzerte und Ausstellungen statt sowie mittlerweile jährlich zwei Erinnerungsfeiern für die Angehörigen der Verstorbenen. Snoezelen und Klangmeditationen werden regelmäßig angeboten. Ebenso gehören psychosoziale Beratung und seelsorgerische Begleitung nach Absprache selbstverständlich zum Angebot der hospizlichen Arbeit.

Es gibt einen Hospizfürsprecher, der regelmäßig eine Sprechstunde anbietet. Zur Begleitung und Betreuung der Familien leisten die zurzeit 20 Ehrenamtlichen des Hospizes zudem einen großen Beitrag und bereichern das Leben und Arbeiten im Hospiz.

Meist beschäftigen sich Menschen mit dem Hospizgedankten bei persönlicher Betroffenheit im Familien- oder Freundeskreis, denn immer noch sind die Themen Sterben und Tod in einer Tabuzone. Berührungsängste und Vorbehalte nehmen jedoch ab. Aufgrund der zusätzlichen Betten werden nun zudem auch die Mitarbeiterstellen für die intensive Betreuung erhöht.
Im letzten Jahr hat das Stationäre Hospiz neue Räumlichkeiten im Südflügel II des St. Augustinus Krankenhauses bezogen. Neben den modernen und wohnlich eingerichteten Einzelzimmern mit Bad gibt es großzügige und gemütliche Begegnungs- und Rückzugsräume.
Unter der Telefonnummer 02421 599-800 stehen die Mitarbeiter/-innen des stationären Hospizes für nähere Informationen gerne zur Verfügung, sehr gern auch für Menschen, die die Arbeit im Hospiz ehrenamtlich unterstützen möchten.

Lesen Sie hierzu: Düren: Wo der Patient Gast ist


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