Demo: Linnich bleibt sauber und bunt
Von tee [07.11.2015, 18.20 Uhr]

Die Drähte laufen heiß in Linnich, seit vergangene Woche via Facebook eine Demonstration gegen „Asyl-Invasion“ am Sonntag, 8. November, angekündigt wurde. Im Schulterschluss organisieren nun Kirchen, Parteien und Vereine eine Gegendemo.

Hintergrund ist, dass über 500 Menschen seit Juli in einer Erstaufnahme-Einrichtung in der alten Linnicher Polizeischule untergebracht sind. Schlecht kommuniziert worden ist diese Unterbringung durch das Land, bestätigt der Linnicher Pfarrer Stefan Bäuerle, und habe darum für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt. Inzwischen habe sich die Situation deutlich entspannt, und viele Menschen in Linnich sammeln nicht nur Spenden, sondern engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich etwa im Initiativkreis Asyl.

Die Meldung der Seite „Bürger stehen auf“ auf Facebook war daher schockierend und überraschend. In unverkennbar rechtem Zungenschlag und mit bekanntem Vokabular – Lügenpresse als Beispiel – äußern sich die Mitglieder, während sie für den Aufmarsch und ihre „demokratischen Rechte“ werben. Besonders perfide der Untertitel „Guter Zweck“. Klar distanziert haben sich Linnicher von dieser Demonstration, wobei sicher der gewählte Zeitpunkt am Vortag der Reichspogromnacht auch kein Zufall ist.

Eine von den Rechten initiierte Kundgebung beginnt auf dem Place de Lesquine (Kirmesplatz); von dort marschieren sie dann über die Rurstraße zum Altwyk und über die Kirschstraße und Löffelstraße zurück wieder über die Rurstraße zum Place de Lesquine.

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Die Gegendemonstranten werden sich Sonntag, 8. November, um 13 Uhr am Kirchplatz vor der Martinuskirche treffen.

Zur Auftaktkundgebung wird Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker für Linnich und Emmanuel Ndahayo für das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt sprechen. „Da kann man nicht mehr am Rand stehen, da muss man sich engagieren“, betont Pfarrer Bäuerle, „völlig unabhängig davon, dass die Politik im Großen wie im Kleinen einen Ordnungsrahmen schaffen muss.“

Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs zeigt sich ebenfalls solidarisch mit der Nachbarkommune. Er hat dazu aufgerufen, dass auch die Jülicher zahlreich die Reihen der Gegendemonstranten zu verstärken.

Der Zug "Bürger stehen auf" wird am Kirchplatz vorbei ziehen. Unter dem Motto „Linnich ist und bleibt bunt“ sind die Menschen eingeladen, in Warnwesten mit Besen hinter den "Bürgern" symbolisch ordentlich durchzukehren.

Die Polizei weist darauf hin, dass es von 12 bis voraussichtlich 16 Uhr zu erheblichen Verkehrsstörungen kommen kann. Anwohner werden gebeten, ihre Fahrzeuge nicht im Bereich Rurstraße und Löffelstraße zu parken. Es wird keine Zufahrt mit dem Pkw möglich sein. Mit einbezogen ist die Rurbrücke, die dann auch nicht von Fußgängern genutzt werden kann.

Anreisende werden gebeten, Parkflächen außerhalb des Veranstaltungsbereiches zu nutzen.


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