Dürener Unterschriften gegen "Fracking-Gesetz"
Von Redaktion [12.06.2013, 08.29 Uhr]

12.374 Unterschriften für eine Petition gegen die Förderung von unkonventionellem Erdgas mit dem sog. „Fracking“ nahmen vor wenigen Wochen Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) als Dürener Bundestagsabgeordnete entgegen. " Die Unterschriften wurden auf Initiative des Dürener Bürgers Thomas Isecke in den vergangenen drei Monaten deutschlandweit gesammelt. Auch durch diese Unterschriften konnte in der vergangenen Woche den schwarz-Gelbe Gesetzentwurf verhindert werden, der Fracking auf 86 Prozent der Landesfläche erlaubt hätte", heißt es in der Pressemitteilung aus dem Wahlkreisbüro von Oliver Krischer.

Oliver Krischer: “Nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa wehren sich die Menschen gegen Fracking. Und das zu Recht: Es ist unverantwortlich mit giftigen Chemikalien Gas zu gewinnen. Während die rot-grüne Landesregierung in NRW alle Aktivitäten der Gaskonzerne gestoppt hat, ist die schwarz-gelbe Bundesregierung seit drei Jahren nicht in der Lage, endlich eine Rechtsgrundlage zu schaffen, die den Einsatz von Fracking nicht zulässt. Es ist daher gut, dass dieses Gesetz nicht kommt. Es hätte stattdessen einem Gesetz bedurft, dass Fracking in Deutschland nicht zulässt, doch dazu war die Koalition offenbar nicht fähig. Dass Fracking eine Perspektive bietet, die Gasproduktion in Deutschland relevant zu erhöhen, ist jedoch nichts als eine Fata Morgana der fossilen Energiewirtschaft. Das bestätigte nicht nur die eher bergbaufreundliche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), sondern vor kurzem auch der Sachverständigen für Umweltfragen (SRU). Letzterer konstatierte sogar, dass die Risiken der Technologie erheblich und die Wissenslücken viel zu groß sind.“

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Dietmar Nietan: „Ich freue mich, dass die über 12.000 Unterschriften mit dazu beigetragen haben, Schwarz-Gelb endlich zum Handeln zu bewegen. Wir brauchen aber zumindest ein Moratorium, bis die Risiken geklärt sind, aber keinesfalls die großflächige Zulassung, so wie die Minister Rösler und Altmaier es vorgeschlagen haben. Das ist eine unverantwortliche Politik gegen den Willen der Menschen und fast aller Bundesländer. Sogar die CDU in NRW fordert ein Verbot von Fracking, stößt aber bei den Parteigenossen in Berlin auf taube Ohren. Die Unfähigkeit von Schwarz-Gelb ein Fracking-Gesetz zu verabschieden ist ein Armutszeugnis erster Klasse und verantwortungslos gegenüber den Menschen in den betroffenen Regionen. Seit über drei Jahren streiten Union und FDP über den rechtlichen Rahmen für diese Technologie, und haben nun im Ergebnis rein gar nichts zu Stande gebracht.“

Fracking ist die Förderung von unkonventionellem Erdgas, wo ein Gemisch aus Wasser, Sand und giftigen Chemikalien unter hohem Druck in gashaltige Gesteinsschichten gepresst wird und diese aufsprengt und das Gas ausströmen lässt. Der Preis sind große Mengen giftiger Abwässer, potentiell verseuchtes Grundwasser, großer Flächenbedarf für die Bohrstellen und die notwendige Infrastruktur, eine schlechte, zumindest zweifelhafte Klimabilanz der Gasgewinnung sowie mögliche lokale Erdbeben.

Lesen Sie: Antifrackingbürgerinitiative trifft sich in Broich


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