Hoffest bietet Landwirtschaft zum Anfassen

Boslar: Weil die Kuh nicht lila ist
Von Dorothée Schenk [16.08.2005, 13.59 Uhr]

Im Hof steht ein kunterbunter Anhänger, der Lukas, dem Lokomotivführer, gehören könnte. Süssherb steigt der Stallduft in die Nase. Ankunft auf dem Kinderbauernhof bei Hubert-Josef Meyer in Boslar.

Bauer Meyer zeigt den Besuchern, wie zutraulich Huhn Gertrud ist.

Bauer Meyer zeigt den Besuchern, wie zutraulich Huhn Gertrud ist.

Zum “Warmwerden” bieten der Hausherr und Ehefrau Kristina den Kindern erstmal einen Becher Kakao und selbstgebackenen Marmorkuchen an. Luftballons flattern im Wind und weisen den Weg zum kleinen Streichelgehege. Hier warten schon die Meerschweinchen Tom und Jerry, Huhn Gertrud, die Ziegen Anton und Heidi, Schafe und Kaninchen.
“Ist das aber weich”, die viereinhalbjährige Robin ist ganz überrascht, als sie Gertruds Gefieder anfasst. Nach einigem Zögern wagt sie sogar den Ritt auf einer Kuh. Den Kälbern die Hand zum Nuckeln zu reichen, das überläßt das Kindergartenkind dann doch lieber Hubert-Josef Meyer. Obwohl keine Stadtkinder hatten Robin, Bruder Nico und die Freunde Lars, Anne und Ariane noch nicht so oft die Gelegenheit, Tiere vom Bauernhof in Streichelnähe zu erleben.

Genau das ist die Intension von Hubert-Josef und Kristina Meyer. Als vor rund zehn Jahren zum ersten Mal eine Grundschule den Meyer-Hof in Boslar besuchte ergriff die Idee, die Landwirtschaft den Kindern näher zu bringen, immer mehr Besitz von Hubert-Josef Meyer. Zuerst ist es der Spaß an den Kindern und außerdem natürlich auch die Möglichkeit, sich einen weiteren Wirtschaftszweig neben der Fleischvermarktung, die der Landwirt ab Hof betreibt, zu erschließen.

Nachhilfe in Naturkunde

Zum Programm gehört neben der Gelegenheit “Tiere zum Anfassen” auch eine Tour mit dem Trecker und Anhänger über die Felder, bei der Landwirt Meyer das eine oder andere Mal anhält. Wer mutig ist, kann dann das Steuer des Treckers selbst übernehmen, aber Hubert-Josef Meyer nutzt die Zeit auch für eine kleine pädagogische Einheit. “Weiß denn jemand von Euch, was das ist?” Hafer, Gerste und Zwiebeln in freier Natur und nicht in beschrifteten Tüten im Supermarkt - das zu erkennen, fällt manchmal gar nicht leicht. Auf der Tour wird dann auch für die Mütter ein Strauss Blumen gepflückt. Eine nette Geste. Ist das Wetter verregnet, kann in der Kartoffelhalle gespielt werden. “Meist bleibt dazu aber gar keine Zeit”, weiss der Landwirt. Pumba und Timor, die beiden Schweine müssen nämlich noch gefüttert werden und Hängebauchschwein Amaretta will auch seine Streicheleinheiten.

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Pfiffiges für die Zukunft

Gewachsen ist seit den Anfängen das Projekt Kinderbauenhof: Nachdem ein Wohnwagen den festen Aufenthaltsräumen gewichen sind, baut das Paar Meyer immer mehr das Angebot aus. Im vergangenen Jahr bauten sie einen „Grillplatz“, in diesem Jahr wächst sogar eine kleine Mühle in sieben Metern Höhe und Grillhütte.

Das ganz Jahr über können die Besuche auf dem Bauernhof gebucht werden. Rund 100 Euro kostet der zweistündige Besuch mit Programm, Kakao und Kuchen für bis zu 10 Kinder inklusive Begleitpersonen. 140 Euro zahlt die Gruppe, wenn eine warme Mahlzeit eingeplant wird und sich das Vergnügen auf drei Stunden ausdehnt. Künftig will das findige Paar das Angebot erweitern: Kartoffelfeuer im Herbst, im Frühjahr gibt es “Lehrbeet”, in dem die Kornsorten und Gemüse anschaulich nebeneinander gepflanzt wachsen und seit 2001 ist es auch möglich, den Besuch über Nacht zu buchen. Geschlafen wird dann im Strohlager. In einer Scheune sind kleine Schlafhöhlen gebaut, die man sich gemütlich einrichten kann. Abends können sich die Gäste selbst versorgen - ein Aufenthaltsraum mit Kochgelegenheit ist vorhanden - oder von Meyers verpflegt werden. Für die Übernachtung zahlen – inklusive Frühstück – Kinder 13, Erwachsene 15 Euro. Bei mehr als zehn Strohschläfern ist eine Planwagenfahrt inklusive.

So sind die Erlebnistage auf dem Bauernhof nicht nur für Kindergarten- oder Krabbelgruppen interessant, sondern auch für Schulkinder und Jugendliche. Individuell werden Programme nach Absprachen geplant und berechnet. Auskunft gibt Hubert-Josef Meyer unter 02462-8360 oder 2542.

Am Wochenende 27./28. August öffnen sich in Boslar auf dem Meyer-Hof die Pforten zum „Tag des Hofes“. Los geht es mit Programm am Samstag ab 11 Uhr mit dem Stimmungsmacher Roman. Ab 18 Uhr wird das Lagerfeuer angefacht und der Grillen „läuft“. Livemusik folgt wieder um 18.30 Uhr mit Torsten Sander. Weiter geht es am Sonntag um 10 Uhr.

Auch das gibt es auf dem Meyer-Hof: Spannung im Boslarer Maislabyrinth


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