Verabschiedung von Heinz Tiedjen

Jülich: Brücken bauen für Menschen mit geistiger Behinderung
Von Redaktion [08.09.2009, 07.33 Uhr]

Die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung machte Heinz Tietjen zu seiner Lebensaufgabe. Seit mehr als 30 Jahren hat der Diplom-Psychologe die Entwicklung der Behindertenhilfe im Landschaftsverband Rheinland (LVR) maßgeblich geprägt. Jetzt beendete der Leiter des Jülicher LVR-Instituts für Konsulentenarbeit - Kompass - seine berufliche Tätigkeit.

Als Rahmen für die Verabschiedung wählten Kollegen und Wegbegleiter von Heinz Tietjen die Fachtagung "Wie will ich mit meinem Handicap in 20 Jahren leben und wohnen?" In Fachvorträgen von Referenten aus Deutschland und den Niederlanden rückten zentrale Themen in den Blickpunkt, die auch in der Arbeit von Heinz Tietjen im Mittelpunkt standen: Arbeiten, Wohnen und Zukunftsvisionen des gesellschaftlichen Lebens von Menschen mit Behinderungen.

Ausgangspunkt für das Wirken von Heinz Tietjen war das Studium der Psychologie in Hamburg. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er in den Bodelschwingschen Anstalten Bethel. Dort konnte er als Mitglied des Planungsstabes erste Weichen für eine Umstrukturierung der Behindertenbereiche im Sinne einer Verbesserung der Lebensmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung stellen.

Im Mai 1977 nahm er seine Tätigkeit beim LVR zunächst als Leiter des Behindertenbereiches des damaligen Landeskrankenhauses Düren auf. Am Standort Düren setzte er konsequent die Bestrebungen des LVR als Träger von Wohn- und Förderangeboten für diese Personengruppe, die Forderungen der Psychiatrieenquete nach Ausgliederung der Behindertenbereiche aus der Psychiatrie und der Normalisierung der Lebensverhältnisse für Menschen mit geistiger Behinderung um.

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Der Diplom-Psychologe war unter anderem Werkleiter des Eigenbetriebes Rheinische Heilpädagogische Heime, Leiter des Referates und späteren Amtes Rheinische Heilpädagogische Heime und Leiter des LVR-Instituts für Konsulentenarbeit - Kompass. Seine verschiedenen Funktionen hat er genutzt, um die Angebote und die Leistungen der LVR-Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung stetig zu verbessern.

"Heinz Tietjen ist es maßgeblich zu verdanken, dass der LVR eine prägende Kraft für die Entwicklung der Behindertenhilfe in Deutschland wurde. Den Weg aus den Behindertenbereichen der Landeskliniken ohne Entwicklungsmöglichkeiten, ohne Beschäftigung und Privatsphäre in großen Schlafsälen zu einem Leben in der Gemeinde hat Herr Tietjen geprägt. Im Ergebnis befinden sich heute nahezu alle Wohn- und Förderangebote der LVR-eigenen Einrichtungen, der sogenannten LVR-HPH-Netze in 55 Städten und Gemeinden im Rheinland und können die Menschen dort mit bedarfsgerechter Unterstützung, ein Leben, so normal, wie individuell möglich, führen," würdigt Monika Kirchhofs-Leuker, LVR-Abteilungsleiterin, Heinz Tietjens Arbeit.

Durch seine Tätigkeit im LVR-Institut für Konsulentenarbeit - Kompass - konnte Heinz Tietjen eine Lücke im Unterstützungsangebot für Menschen mit geistiger Behinderung und die, die sie unterstützen, erfolgreich schließen. Das Institut setzt unter anderem bei den Fragen der Unterstützung von Menschen und den sie betreuenden Personen an, die Verhaltensweisen entwickelt haben, mit denen sie sich Schaden zufügen und ihre Umgebung rat- und hilflos machen. Die Beratungsangebote konnten durch das beharrliche Wirken von Heinz Tietjen entsprechend ausgebaut werden.

Im Euregioprojekt "Hand in Hand" hat er dabei gemeinsam mit Kollegen aus den Niederlanden Know-how ausgetauscht und weiterentwickelt.

Lesen Sie hierzu: Jülich: Kompass für „Menschen, mit dem Rücken zur Wand“


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