Zum dritten Mal Fledermausnacht in der Zitadelle

Jülich: Auf Tuchfühlung mit den Jägern der Nacht
Von tee [01.09.2009, 11.19 Uhr]

Zwischen Minerva und der Fledermaus: Die Zitadelle Jülich hat viele Facetten.

Zwischen Minerva und der Fledermaus: Die Zitadelle Jülich hat viele Facetten.

Obschon eher in der Dämmerung und der Nacht zu Hause standen Fledermäuse im Scheinwerferlicht – symbolisch, versteht sich–, als zum dritten Mal die „Batnight“ in der Zitadelle ausgerufen wurde. Ein überzeugende und begeisternde Werbung für die fliegenden Jäger.

Wenn aller guten Dinge drei sind, dann war das dritte diesmal eindeutig das Beste: Wenn Kinder eine dreiviertel Stunden gespannt Vorträgen folgen, mit Respekt vor Dunkelheit und den meist unsichtbaren Bewohnern taschenlampenbestückt diszipliniert durch die Kasematten der Zitadelle gehen und ausdauernd die Stichsäge führen, um schließlich ein Holzmodell des Hauptdarstellers der „Batnight“ mit nach Hause zu nehmen – dann ist das ein großer Erfolg.

Information gemischt mit Geselligkeit und viel spannend aufgearbeitetem Anschauungsmaterial machten die dritte Fledermausnacht zu einem Hingucker. Neu war die Fütterung der Pfleglinge, zu der Experte Holger Körber ins Pulvermagazin einlud. Dicht gedrängt standen die Interessierten und warteten geduldig, bis die Reihe an sie kam und sie praktisch auf Tuchfühlung mit der Zwergfledermaus gehen konnten.

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So nah kommt der Mensch sonst kaum der Fledermaus: Holger Körber zeigt die Spannweite seines Pfleglings.

So nah kommt der Mensch sonst kaum der Fledermaus: Holger Körber zeigt die Spannweite seines Pfleglings.

Ins Reich der Fantasie führte Ferdinand Engländer, seit seiner Ausstellung in der Stadtbücher Haus-und-Hof-Zeichner von Werner Wieczorek, in seiner Bilderbuchgeschichte sein Publikum. Gepaart mit interessant Wissenswertem ließ er die Flug-Säugetiere auf Bücherklau gehen. Auf die Spur machten sich zwischen Brückenkopf-Park und Zitadelle ein Elch, ein Bücher-Ei und die Leseratte – herrlich stimmlich in Szene gesetzt vom Ensemble der Bühne 80.

Dass der Nachwuchs sich aber nicht nur unterhalten und informieren lassen kann, dafür legten die Schüler des Stiftschen Gymnasium Düren Zeugnis ab: Auf Einladung von Dr. Henrike Körber kam die Klasse von Dr. Susanne Flöder-Ballouz, um die Ergebnisse ihrer Projektwoche zum Thema Fledermäuse - Faszination einer bedrohten Tierart vorzustellen. Sie hatten einen Quiz und ein Rollenspiel erarbeitet, die beide auf reges Interesse der Altersgenossen stieß. Das Projekt ist Teil der Bewerbung zur Zertifizierung „Nationalparkschule Eifel“, um die sich das Dürener Gymnasium bewirbt.

Die Fledermausnacht ist ein Familienangebot im besten Sinne, die sich ihren festen Platz im Veranstaltungskalender verdient hat. Auch wenn einige „draußen“ bleiben mussten, denn schon um kurz nach sieben Uhr waren die Karten für die zwei Kinderführungen vergriffen. Ob hier noch ein Mehr-Angebot möglich ist, ist fraglich, schließlich haben die Organisatoren Museum Zitadelle, die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW, der Arbeitskreis Fledermausschutz in den Kreisen Aachen, Düren und Euskirchen und der Arbeitskreis Historische Festungsstadt 18 Führungen – von Historie bis Artenschutz – zwischen 18.15 und 23.15 Uhr angeboten.

Hintergrundinformationen: Herrschern des Jülicher Nachthimmels auf der Spur

Machen Sie sich ein Bild von der Veranstaltung: Nicht nur für Fledermausfreunde


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