Forschungszentrum zieht Jahresbilanz

Jülichs Zukunft optimisch im Blick
Von Redaktion [05.11.2008, 14.21 Uhr]

"Jülich ist gut aufgestellt": Diese positive Bilanz zog der Vorstand des Forschungszentrums in seiner Jahrespressekonferenz in Bonn. Foto: FZJ

"Jülich ist gut aufgestellt": Diese positive Bilanz zog der Vorstand des Forschungszentrums in seiner Jahrespressekonferenz in Bonn. Foto: FZJ

„Große Projekte, nationale und internationale Vernetzung, exzellente Forschung: Jülich ist für die Zukunft gut aufgestellt und gestaltet diese aktiv. Strategische Partnerschaften mit den besten Partnern weltweit sind dabei für uns unerlässlich.“ Mit diesen Worten zog Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, auf der Jahrespressekonferenz in Bonn die Bilanz für das Jahr 2008. Jüngstes Beispiel für die internationale Vernetzung ist die strategische Kooperationsvereinbarung Jülichs mit der renommierten US-amerikanischen Forschungseinrichtung Oak Ridge National Laboratory ORNL des Department of Energy (DoE), die in Bonn unterzeichnet wurde.

Die Unterzeichnung fand im Rahmen der Jahrespressekonferenz statt, die das Forschungszentrum, ein Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, in Bonn veranstaltete. Am Abend hat Jülich zu seinem Jahresempfang unter dem Motto „Big Science“ prominente Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auf den Jülicher Campus geladen. Neben dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, und seinem Kollegen vom NRW-Innovationsministerium, Dr. Michael Stückradt, werden u. a. der Direktor des ORNL, Dr. Thom Mason, und der Sun-Gründer Andreas von Bechtolsheim eine aktive Rolle im Rahmen des offiziellen Programms einnehmen.

„Das Thema „Big Science“ haben wir gewählt, weil die Großforschung sich verändert hat: Neben den nach wie vor essenziell wichtigen großen Forschungsgeräten werden in Zukunft strategische Partnerschaften und die Architektenrolle in internationalen Verbünden, Projekten und Kooperationen von immer größerer Bedeutung sein. Wir wollen in Jülich in internationaler Vernetzung umfassende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft finden. Dies tun wir fokussiert in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Wir entwickeln hier zugleich die Grundlagen für zukünftige Schlüsseltechnologien“, sagte Bachem in Bonn.

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Jetzt auch offiziell Partner auf gleicher Augenhöhe: das Forschungszentrum Jülich und das Oak Ridge National Laboratory, vertreten durch Thom Mason und Achim Bachem. Foto: FZJ

Jetzt auch offiziell Partner auf gleicher Augenhöhe: das Forschungszentrum Jülich und das Oak Ridge National Laboratory, vertreten durch Thom Mason und Achim Bachem. Foto: FZJ

Der heute unterzeichnete Vertrag mit dem ORNL sei ein weiterer wichtiger Baustein der Jülicher Strategie, gemeinsam mit den besten Forschungseinrichtungen weltweit die drängenden Fragen unserer Zeit anzugehen und zu deren Lösungen beizutragen. Dazu zählen eine nachhaltige Energieversorgung ebenso wie die gesellschaftlichen Herausforderungen im Zeichen des demographischen Wandels. Bachem betonte: „Nur in Kooperationen und mit Hilfe völlig neuer Strukturen werden wir hier angesichts der Größe der Aufgaben erfolgreich sein. Jülich bringt sein Know-how als Partner in bestehende und neue Großprojekte ein, möchte aber auch der Architekt völlig neuer Strukturen sein, um die notwendige Bündelung der nationalen und internationalen Ressourcen voran zu bringen.“

Das Forschungszentrum hat in diesem Jahr neben dem heutigen Vertrag mit dem ORNL ähnliche strategische Abkommen mit anderen Forschungseinrichtungen geschlossen. Dabei standen die Exzellenz und die Komplementarität der Partner mit der Jülicher Forschung im Vordergrund. So hat sich Jülich mit der französischen Großforschungseinrichtung CEA (Commissariat à l'énergie atomique) auf gemeinsame Arbeiten verständigt, die bis zum Aufbau eigener Arbeitsgruppen im jeweils anderen Land gehen und die Gebiete Nanotechnologie, Energie und Simulationswissenschaften mit Supercomputern umfassen.

Gerade auf dem letzteren Gebiet konnte Jülich als „Architekt“ völlig neue Strukturen auf nationaler und europäischer Ebene initiieren und somit einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass Deutschland und Europa auf diesem Zukunftsfeld in der Weltspitze mithalten können und bei den notwendigen organisatorischen Strukturen sogar führend sind.

Dem Gauss Centre for Supercomputing (GCS) gelang es mit Jülich als Sprecher, die Kompetenzen der drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren zu bündeln und als Deutschlands Stimme im Supercomputing auf der europäischen Ebene einzubringen in PRACE (Partnership for Advanced Computing in Europe), das – wiederum mit Jülich als Koordinator und Mitinitiator – vor einem Jahr entstand. Mittlerweile beteiligen sich 16 europäische Länder an PRACE, stimmen ihre Ressourcen untereinander ab und bündeln ihre Kompetenzen. PRACE findet die besondere Unterstützung der EU durch Aufnahme in die Liste der wenigen sogenannten ESFRI-Items, mit der nachhaltig wichtige Infrastrukturen gefördert werden. Kurzfristig ist die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Rechtsform für PRACE geplant, einer neuartigen Struktur, die ein wichtiger Meilenstein für die europäische Forschung sein wird.

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