Ausstellung im Vivete

Jülich: „Lebenskreis“ in Skulptur und Malerei
Von tee [24.11.2006, 09.50 Uhr]

Zwei Künstler, ein Motiv, zwei Werke.

Zwei Künstler, ein Motiv, zwei Werke.

Ganzheitlich ist der Ansatz von Vivete. So ist es nur konsequent, wenn dem auch die künstlerische Umsetzung entspricht: Eine Ausstellung mit Bronzen der Oberzierer Künstlerin Peggy M. Kanacher und Bildern von Klaus Ahlert, freischaffender Künster und Theologe, stellt für Besucher des Zentrums in der Jülicher Poststraße einen lebhaften Dialog her. Dabei sind der Ausgangspunkt die Skulpturen, die den Pinsel Ahlerts inspirierten: Die Malerei greift die dreidimensionale Plastik auf, stellt aber das Abbild nicht nur dem Vorbild gegenüber, sondern tritt in einen anregenden Austausch. Aus dem bronzenen „Lebenskleid“ wird das „Lebenskleid der Natur“, „Ohne Worte“ wird zu „In Liebe ohne Worte“.

Feinfühlig, fast zart scheinen die samtig schimmernden Bronzen von Peggy M. Kanacher. Ausdrucksstark sind ihre auf das Minimum – das Wesentliche – reduzierten Figuren, die in der gegossenen Form ein Großmaß an Freiheit zeigen. Entspannt und ein wenig nachdenklich scheinen Zukunft/Vergangenheit, stützen ihre Köpfe in die Hände und sind als Rundumfiguren ein Kontinuum der Zeit.

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Peggy M. Kanacher und Klaus Ahlert zeigen ihre Sicht vom "Lebenskreis" im Vivete.

Peggy M. Kanacher und Klaus Ahlert zeigen ihre Sicht vom "Lebenskreis" im Vivete.

Perspektivisch greift Klaus Ahlert das Thema auf, setzt seine Figuren vor einen stark beleuchteten Hintergrund. Besonders gelungen ist der Dialog Bild-Bronze im Werk „Verbundenheit – Lebenskreuzung zwischen Himmel und Erde“, das als Gemälde den Titel “Wenn der Himmel die Erde berührt“ heißt. Das Paar im wahrsten Sinne verbunden, geben sich die Form eines Kreuzes. Klaus Ahlert gelingt es hier durch akzentuierten Pinselstrich eine eigene Dynamik der Figuren zu vermitteln. Immer dann ist seine Malerei ausdrucksstark, wenn sie sich weitgehend vom plastischen Vorbild lösen kann. Das gilt besonders auch für „Lebenskleid“/„Lebenskleid der Natur“. Immer weiter schraubt sich das Bronzekleid in die Höhe, der Betrachter erwartet fast, die weitere Drehung in die Höhe. Diese setzt sich in der Malerei fort. Ohne ein Abbild zu schaffen, gerät „Das Lebenskleid der Natur“ in eine ganz eigenen Schwingung. Es scheint das letzte Stück Tuch förmlich zu schweben.

Inspirierend und in der Gegensätzlichkeit zum Nachdenken regt die Ausstellung „Lebenskreis“ bei Vivete an. Wer die intensive Auseinandersetzung sucht, kann sonntags an einer Meditation teilnehmen, zu der Klaus Ahlert jeweils von 11 bis 12 Uhr einlädt.


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