Jubiläumsfeier

Christenbild seit 60 Jahre Kompass für die Zukunft
Von Arne Schenk [19.11.2006, 15.33 Uhr]

„Politik gehört auf die Straße, auf den Markt“, forderte Wolfgang Gunia, stellvertretender Bürgermeister und ehemaliger Vorsitzender der CDU Stadtverband Jülich. Schließlich müssten sich die politischen Vertreter sich direkt an den Bürger wenden, um deren Probleme anzusprechen. Bei dem 60-jährigen Jubiläum der Christlich-Demokratischen-Union Jülich bot er in der Blumenhalle des Brückenkopf-Parks einen geschichtlichen Rückblick auf die Partei.

Einen  geschichtlichen Rückblick auf 60 Jahre CDU lieferte Wolfgang Gunia.

Einen geschichtlichen Rückblick auf 60 Jahre CDU lieferte Wolfgang Gunia.

Dabei erinnerte er in erster Linie an die Persönlichkeiten, die sich engagiert im Namen der CDU in der Nachkriegszeit um die Stadt gekümmert hatten. Dazu zählen Heinrich Kräling, der sich als ZENTRUMS-Anhänger von der NSDAP auch auf deren Druck nicht vereinnahmen gelassen hatten und nach dem Krieg im Auftrag der britischen Militärbehörde aufgefordert wurde, Personen zu bestimmen, um eine Ratsausschuss zu bestimmen. Unter Krälings Führung wurde die CDU am 20. Januar 1946 gegründet. Er selbst übernahm den ersten Parteivorsitz.

Natürlich hob er ebenfalls die Bürgermeister vor, die von der CDU gestellt wurden. Dazu zählte er auch den ersten Bürgermeister der Herzogstadt, Josef Bierth, der während seines Amtes parteilos war, aber später der Union betrat. Zudem erwähnte er Heinrich Röttgen, Karl Knipprath und Dr. Peter Nieveler, die das Amt des ersten Bürgers inne hatten.

Besondere Erwähnung erfuhr allerdings hierbei Karl Knipprath, der von 1956 bis 1984 fast 30 Jahre lang die Geschicke der Stadt geleitet hatte. In seine Amtszeit fielen der Wiederaufbau der Innenstadt, die Angliederung des heutigen Forschungszentrums (FZF), die Bebauung des Nordviertels und die kommunale Neugliederung 1972, als Jülich auf einen Schlag um 50 Prozent mehr Einwohner erhielt.

Den entscheidenden Impuls und die Grundlage für das heutige Motto „Moderne Forschungsstadt“ aber legte Wilhelm Johnen. Zum Landrat des Kreises Jülich 1945 von der Militärbehörde berufen, übernahm er 1946 den Vorsitz der Kreis-CDU und wurde von 1946 bis 1966 in den Landtag gewählt. Dort wurde er 1954 CDU-Fraktionsvorsitzender und von 1959 bis 1966 Landtagspräsident. So habe er laut Gunia das FZJ als damalige Kernforschungsanlage (KFA) nach Jülich geholt. Seine Verdienste würdigte der Jülicher Stadtrat mit der Ernennung zum Ehrenbürger. Zudem wurde ihm 1971 der Ehrenring des Kreises Jülich verliehen.

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Eine Rede über die Union in Deutschland hielt Thomas Rachel (MdB)

Eine Rede über die Union in Deutschland hielt Thomas Rachel (MdB)

„Von Anfang an wollte die CDU eine große Volkspartei für alle sein“, betonte Staatssekretär Thomas Rachel in seiner Rede „60 Jahre CDU in Deutschland“. Sie sollte nicht nur für Arbeiter oder Unternehmer oder bestimmte Schichten tätig sein, sondern eine Partei der Einheit sein, sowohl für Leistungsstarke wie Leistungsschwache und Bedürftige. Dies stecke hinter der „Union“. Als demokratische Partei sei sie auf rechtsstaatlichen Prinzipien gegründet worden als „Reflex auf eine totalitäre Diktatur“.

Zudem solle eine Rückbesinnung auf die christlichen Werte vollzogen werden, denn das Christenbild sei ein verlässlicher Kompass für Zukunft und habe auch dann Antworten für aktuelle Problem auf Lager. So sei die CDU die erste große ökumenische Bewegung der Nachkriegszeit gewesen, die Katholiken und Protestanten unter einen Hut gebracht hätte. Das Erfolgsmodell CDU sei ohne soziale Marktwirtschaft nicht vorstellbar: „Nicht die Menschen sind für die Wirtschaft da, sondern die Wirtschaft hat den Menschen zu dienen.“

Wie viel Überzeugungsarbeit bei der heutigen Skepsis nötig sein, um der Bevölkerung klar zu machen, warum es sich lohnt, in der Partei mitzumachen, gab Peter Hüvelmann, Vorsitzender der CDU Jülich zu Bedenken. Aber es solle alles daran gesetzt werden, „um das fortzusetzen, was langjährige Mitglieder uns über Jahre hinweg vorgelebt haben“. Damit ehrte er 18 Mitglieder, die in diesem Jahr ihr Jubiläum feiern.

Zu den Jubilaren


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