Bürgermeister als Ehrenchorknabe

NEU: CCKG startete karnevalistischen Schnellzug im Jülicher Kulturbahnhof
Von Dorothée Schenk [28.02.2006, 17.06 Uhr]

Unschlagbares Duett: die Präsidenten Uwe Mock (r.) und Axel Fuchs.

Unschlagbares Duett: die Präsidenten Uwe Mock (r.) und Axel Fuchs.

Der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen, das können nur die Oberjecken der CCKG: In voller Fahrt kamen sie um 20.11 Uhr mit dem Karnevalszug im Jülicher Kulturbahnhof an und nahmen ungebremst das Narrenvolk mit. Erstmals zogen die Präsidenten Uwe Mock und Axel Fuchs mit der Hausband Les6Kölsch1Cola am Karnevalssamstag nicht mit Zeremonienmeister Ede an der Spitze ein, sondern starteten gleich mit einem Feuerwerk durch: Der Vorhang fiel, die Funken sprühten „und dann simmer wieder da, so wie jedes Jahr“. Von da ab ging es mit Volldampf durch ein fünfstündiges Programm, das ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums stand.

Sogar die CCKG Tanzmariechen hatten sich hierzu ein paar andere Schritte einfallen lassen und traten mit einem neuen Gesicht auf die Bühne: Biggys Mann steppte mit und – unter „Nötigung“ von TvB-Mariechen – Präsidium und Publikum gleich mit. Traditionsgast der Sitzung ist seit einigen Jahren auch Jülichs Erster Bürger, Heinrich Stommel. Natürlich musste er an der Seite der Präsidenten ein Ständchen bringen zum Jubiläum und wurde im Gegenzug zum Ehrenchorknaben der Alternativ-Karnevalisten gekürt. Vom Auto in die Bütt umgestiegen war Fahrlehrer „Eber“, der mit schweinischen Witzen kaum Lacher ernten konnte. „So sensationelle Büttenreden hat in den vergangenen Jahren nur Uwe gehalten“, unkte Präsident Axel schmunzelnd. Einmal mehr wurde klar: Bei der Trunksitzung zählt mehr das gesungene als das gesprochene Wort und das schallte aus den hunderten Kehlen bis das Zäpfchen bebte. Auf der Achterbahn und Skateboard waren die Jecken auf dem Highway nach Köln unterwegs.

Als musikalische Ehrengäste hatten Tokio Hotel zwar abgesagt – „weil der Kindergarten eine Nachtwanderung macht“ – aber dafür war wieder Robbie Williams da. Unschlagbar sind Uwe und Axel als Duett. Hier stehen Sitzungspräsidenten, die „wie in jedem Jahr“ vollen Einsatz zeigen und in die Jahre gekommen frisch-unverblü(m)ten Karneval präsentieren.

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Schicke Eigengewächse: Das Radioballett der CCKG.

Schicke Eigengewächse: Das Radioballett der CCKG.

Aber auch hier gibt es inzwischen gewachsene Traditionenen, etwa Auftritt der Samba-Trommler von Tambour Axé, des Männer-Balletts der KG Rurblümchen – diesmal wieder mit einer begeisternd rasanten Disko-Nummer – und den von Fuss, der diesmal mit Frank Esser und Wolfgang Steufmehl „Kiss“ auf die Bühne stellte. Zu befürchten bleibt hier allerdings, dass die Bandformation sich im nichtbelegten Grabe herumdrehen dürfte, wenn herauskommt, dass „Kiss“ nicht nur Bütze sondern auch Schunkelwalzer spielen… Das ist ein Symbol für „20 Jahre sauberer Karneval – Wir sind Rheinland!“ so das Motto der Jubiläumssitzung, für die wieder plakatgestalterisch Kalle Hommelsheim und Hans-Jörg Zopp im Einsatz waren.

Seinen aktuellen Butler ausgemustert hat in diesem Jahr die CCKG: Domi legte seine Prüfung ab, sammelte elf Socken, einen Kirsch-BH und blieb anschließend für Klinsmann und die WM mit Jumpi am Ball und machte mit den „Buttlers“ ein Fass namens Hacky auf. Trunksitzung in Reinkultur, mit nie versiegendem bierspendenden Kränchen. Nachfolger im Amt ist ein Wohlstandskind: Caddy in die Kellner-Jacke half Alt-Butler Cornel, bevor er in die Saiten griff. Zum Kniefall brachten die Präsidenten das Narrenvolk angesichts der neuen Majestäten der CCKG: Diesmal gaben Prinz Felix, Jungfrau Jan und Bauer Klaus das Dreigestirn ab. Deutlicher als sonst herrschten bei den „Untertanen“ die blau-weißen Farben vor – Bekenner der Trunksitzung und ihrer CCKG. Uwe Mock lud jeden, der in diesem Outfit den Weg zum Kengerzoch finden würde, ein, in der Fußgruppe mitzumarschieren.

Bevor aber der Abmarsch erfolgte sprühten noch einmal die Funken mit dem CCKG-Radioballett. Die Damen hatten sich diesmal mit Billy Idol – Stefan Handke – Verstärkung geholt, gaben alles und wollten trotzdem „more, more, more“. Das glaubte man den Overknee-Bestrumpften in den kurzen Röckchen schon beim ersten Hingucken. Ein Augenschmaus, der alleine das nachfolgende Wunderkerzen-Meer hätte auslösen können. Einen Riesenapplaus gab es außerdem für den ersten Präsidenten der CCKG, Jörg Tietz, der als Ehrengast an der Sitzung teilnahm. Nostalgisch erinnerte Axel Fuchs an die Zeit, als Tietz die Blumen für Frau Prömpers dem Herrn Prömpers über den Kopf schlug… 20 Jahr, kein graues Haar. Als gegen 1 Uhr nachts der Karnevalszug im Kulturbahnhof einfuhr, war trotzdem noch lange nicht Schluss: Eine große Narrenschar folgte der Einladung der CCKG und feierte bis die Morgenstunden.

Und mehr gibt es unter Ein Feuerwerk für 20 Jahre CCKG Jülich


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