Neue Anlage gewünscht

Lautsprecher statt „laut schreien“ im Jülicher Ratssaal
Von tee [19.02.2006, 12.39 Uhr]

Es wird viel gesprochen im Großen Sitzungssaal des Jülicher Rathauses. Nur verstanden wird es nicht immer. Das liegt weniger an den Inhalten, als an der Akustik. Im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss wurde auf Antrag der JÜL-Fraktion über die Anschaffung und Neuinstallation einer Sprechanlage diskutiert. Als Vorführeffekt war die Anlage wieder einmal defekt. Lediglich der Vorsitzende, Bürgermeister Heinrich Stommel, verfügte über einen Sprachverstärker – allerdings auch mit Ausfällen.

„Entweder wir nehmen Geld in die Hand, oder wir schreien uns weiterhin an“, brachte es Matthias Hoven auf den Punkt. Besonders beschwerlich sei es, den Ausführungen zu folgen, ergänzte Parteifreund Heinz Frey, wenn es so chaotisch wie im vorausgegangenen Planungsausschuss vonstatten ginge. Vorne sei vielleicht noch zu verstehen, was die Ausschussmitglieder sagten, wenn aber Gäste anwesend seien, die Unruhe mit sich brächten, könne man hinten nichts mehr verstehen. Gut sei es, dass man der Presse den Verlauf der Sitzung entnehmen könne. Wichtig sei die Neuanschaffung vor allem hinsichtlich der Haushaltsberatungen, wo es ja um Zahlen ginge.

Dementgegnend meinte Wolfgang Anhalt (SPD) dass es in den Ausschüssen zuweilen an Disziplin und Ernsthaftigkeit fehle und alle sich doch an die eigene Nase packen sollten. Im Übrigen herrschte aber Konsens, dass eine neue Sprechanlage durchaus vonnöten sei.

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Bürgermeister Heinrich Stommel meinte zum Thema: „Der eine oder andere hat die erste Inbetriebnahme der Sprechanlage erlebt. Ich nicht, ich bin seit 1990 im Haus.“ Dr. Helmut Schumacher (CDU) ging sogar noch einen Schritt weiter und forderte eine allgemeine technische Aufrüstung, etwa auch bei der Heizung: Läuft sie, ist kaum zu verstehen, was gesagt wird. „Die Entscheidung ist: Warm und laut oder kalt und verständlich.“ Optimal wäre schließlich ein Beamer, damit nicht weiterhin Bücher unter den Overhead-Projektor gelegt werden müssten.

Dafür ist sicher kein Geld da. Das erste Ziel, eine neue Sprechanlage in Angriff zu nehmen, soll aber schon zur Ratssitzung am Mittwoch, 22. Februar, Form annehmen. Wolfgang Gunia (CDU) regte an, kurzfristig Angebote einzuholen, um konkrete Zahlen zu haben. Dem stimmten alle zu, Stommel versprach, bis dahin eine Sitzungsvorlage von der Verwaltung zu unterbreiten. Allerdings bleibe es ein Phänomen, meinte der Bürgermeister in Richtung JÜL-Tisch, warum es der Presse gelänge, immer alles zu verstehen. Er regte außerdem an, dass die „liebgewonnenen“ Mikrophone gegen einen Obulus von der Stadt gekauft werden könnten.


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