Wohnen im Alter

Jülich: Aktiontag rund um die Mariensäule
Von Redaktion [23.09.2005, 17.52 Uhr]

Spätestens wenn sich zur 4 die 0 gesellt, wird das Geburtstagskind „Jahre jung“. Trotz aller Schönfärberei kommt das Alter unaufhaltsam. Wer sich nicht früh genug gedanklich auf den Weg macht, läuft Gefahr, in einer Sackgasse zu landen – unter Aufgabe der Selbstbestimmung. Frühzeitig begleiten und Anregungen zur Auseinandersetzung bieten will „ISaR“ – die Interessengemeinschaft Seniorenarbeit Raum Düren/Jülich. 140 Mitgliedereinrichtungen haben sich unter diesem Dach zusammengefunden und wollen regelmäßig Aufklärung und Öffentlichkeit für die Belange alter Menschen betreiben, um die Hemmschwellen abzubauen. Die nächste Gelegenheit bieten sie hierzu am Samstag, 24. September, in Jülich. Zu einem Aktionstag unter dem Titel „Wohnen im Alter“ lädt ISaR von 10 bis 15 Uhr zu Information, Vorträgen und Podiumsdiskussion. Die Schirmherrschaft hat die stellvertretende Landrätin Helga Contzen übernommen.

Der Leitsatz der Veranstaltung rund um die Mariensäule vor der Propsteikirche lautet „Hilfen zur Lebensqualität für ein würdevolles Wohnen alter Menschen“. Bieten sollen diese natürlich allem voran Informationen. Wie ein eigenständiges Leben im Alter möglich ist, wird in vielfältiger Weise dargestellt: Die Alten- und Familienpflege des Sozialwerk Jülicher Christen bietet praktische Alltagshilfen, pflegerisch greift die Caritaspflegestation Jülich-Aldenhoven und auch die Gerontopsychiatrische Tagesklinik informiert über Wiedereingliederung in den Alltag und Vermeidung von Heimaufenthalten. Der Gemeinnützige Bauverein präsentiert seine Seniorenwohnanlage Am Wallgraben. Über eine selbstbestimmte Wohnform in einer Einrichtung gibt der Christinenstift Nideggen umfangreich Auskunft. Wie ein Probewohnen funktioniert lässt sich hier erfahren. Was geht, wenn nichts mehr geht, davor nimmt das Altenheim St. Hildegard die Angst: Hier heißt es „Demenz braucht Kompetenz“. Zur Selbsthilfe reicht das Zentrum des Deutschen Paritätischen Wohlverbandes die Hand. Wie Vernetzung sozial und kulturell Möglichkeiten für Senioren erschließen lässt, das stellt die evangelische Gemeinde Düren vor, die „Das Netz“ gegründet hat, das etwa ein Internet-Café und Seniorenfahrten anbietet.

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Senioren bevorzugen einer Umfrage zu Folge selbstbestimmtes Wohnen, wozu der Bauverein gerade am Wallgraben die baulichen Voraussetzungen schafft.

Senioren bevorzugen einer Umfrage zu Folge selbstbestimmtes Wohnen, wozu der Bauverein gerade am Wallgraben die baulichen Voraussetzungen schafft.

Ein besondere Möglichkeit zum Austausch ist in der Kontaktbörse möglich. Unter der Rubrik „Suche-Biete“ können sich Menschen zusammenfinden: Etwa „Biete großes Haus, suche Mitbewohner“, „biete Lust auf Kultur, suche Begleitung“. Hier ist der Phantasie keine Grenze gesetzt und die Senioren sind selbst gefragt.

Parallel zu dem ständigen Angebot werden ab 10.30 Uhr in der Christinastube, Stiftsherrenstraße 19, in 20-Minütigem Rhythmus Referate angeboten. Fachleute sprechen über Barrierefreies Wohnen, Alternative Wohnformen, Ambulante Pflege aber auch Demenz und Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Den Abschluss bildet ab 14 Uhr eine Podiumsdiskussion, die Dr. Klaus M. Perrar von den Rheinischen Kliniken Düren moderiert. Diskutiert wird unter anderem wie Menschen auch im Alter in größtmöglicher Selbstbestimmung und in einer an ihren individuellen Bedürfnissen ausgerichteten Lebensqualität in ihrer gewohnten Umgebung leben und wohnen dürfen. Vernetzung und Finanzierung des Lebensalters sind weitere Themen.

Um allen Interessierten im Kreis Düren eine Teilnahme am Aktionstag in Jülich zu ermöglichen, bietet die Rurtalbahn ein Sonderticket an: Einmal lösen – zweimal fahren ist die Devise. Rollstuhlfahrer sollten sich vorher beim Service-Center in Düren melden, Telefon 02421-200222, um ihnen ein unkompliziertes Einsteigen der Bahn zu ermöglichen. Die Shuttle-Busse in Jülich, die vom Bahnhof aus zum Markt fahren, sind behindertengerecht.

Lesen Sie hierzu das Interview mit Sylvia Karger-Kämmerling, Mitorganisatorin des Aktionstages


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