Verwaltungsgebäude geplant

Kirchenkreis Jülich will alten Friedhof teilbebauen
Von tee [09.10.2013, 08.31 Uhr]

Das Haus an der Schirmerstraße 1a in Jülich ist für die Verwaltung des Kirchenkreises Jülich zu beengt.

Das Haus an der Schirmerstraße 1a in Jülich ist für die Verwaltung des Kirchenkreises Jülich zu beengt.

Als Bittsteller kam der Chef des Verwaltungsamtes des Kirchenkreises. Jülich, Christian Preutenborbeck in den Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss. Er wollte die politischen Entscheidungsträger positiv einstimmen auf den Verkauf des städtischen Geländes am Propst-Bechte-Platz: Auf dem Areal des alten evangelischen Friedhofs soll nach dem Wunsch des Kirchenkreises der neue Verwaltungsbau entstehen.

Im derzeitigen, traditionellen Amtssitz mit Superintendur, Verwaltung und Diakonie an der Schirmerstraße 1a „platzen wir aus allen Nähten“, wie Preutenborbeck erläuterte. Mit wachsenden Aufgaben sei der Mitarbeiterstamm auf 30 angewachsen. An- und Aufbauten an der Schirmerstraße sind bei dem 60er Jahre Bau nicht möglich. Eine Alternative zum Neubau wäre, die Belegschaft zu teilen. Diese Möglichkeit haben die Verantwortlichen aber ausgeschlossen.

Denkanstoß waren die Planungen des Büros Aldinger aus Stuttgart, der vor drei Jahren die Planungen für eine Wohnbebauung an der Düsseldorfer Straße vorgestellt hatte. Daher wurde nach anfänglichen Bedenken aus Pietätsgründen überdacht, „das Gelände des Alten Friedhofs wieder zurück in die Familie zu holen.“ Nur 40 Prozent des „sensiblen Geländes“ will der evangelische Kirchenkreis überbauen und 60 Prozent als parkähnliche Anlage erhalten und als „Ort der Erinnerung, zum Verweilen und offen für die Bevölkerung“ anlegen. Die Kreissynode als oberste Instanz habe diesem Bauvorhaben im Sommer zugestimmt, teilte Preutenborbeck mit.

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Vor acht Jahren wurde der evangelische Friedhof entwidmet. Seither verwildert das Gelände. Jetzt will der Kirchenkreis hier ein neues Verwaltungsgebäude errichten.

Vor acht Jahren wurde der evangelische Friedhof entwidmet. Seither verwildert das Gelände. Jetzt will der Kirchenkreis hier ein neues Verwaltungsgebäude errichten.

Es sei bereits Kontakt zu Menschen in der Stadt aufgenommen worden, um „alle mitzunehmen“. Denn es sei verständlich, dass man „den ehrwürdigen Fleck nicht irgendeinem Zweck unterwerfen“ wolle. Aus Kostengründen, so erläuterte der Verwaltungsamtschef, habe man jedoch noch keine Planungen in Auftrag gegeben. Vorgesehen ist aber eine bundesweite Ausschreibung, an der laut Preutenborbeck auch das in Jülich bereits bekannte Büro Aldinger beteiligt werden soll.

Kritik gab es von Lambert Schmitz(CDU). „Wir haben noch nie ein Grundstück verkauft, ohne zu wissen, was gebaut wird – und das noch zu den günstigen Bedingungen.“ Preutenborbeck warb noch einmal um Verständnis. Schließlich sei das Projekt ohnehin schon an viele Vorgaben gebunden: Der Kirche selbst ist die Wahrung der Schöpfung ein Maßstab, daher ist von vorne herein ein Niedrigenergie-Haus vorgesehen; der Landschaftsverband schreibt den Charakter eines Solitärbaus vor. Martin Schulz als 1. Beigeordneter betonte, dass der Verkauf hinfällig würde, wenn der B-Plan nicht rechtskräftig werde. „So hat die Stadt das letzte Wort.“

Auf die Nachfrage, was mit dem Bau Schirmerstraße 1a werden sollen, antwortete Preutenborbeck vage: Es handele sich um das alte Pfarrhaus, das man nicht gerne verkaufen würde. Seinen Worten war aber zu entnehmen, dass bei einer Verwendung durch sozialen Wohnungsbau oder Seniorenwohnheimen auch eine Verpachtung und bauliche Veränderung denkbar wäre.


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