Wetter ist immer
Von Dorothée Schenk [16.04.2013, 18.57 Uhr]

Es gibt kein schlechtes Wetter – nur falsche Kleidung. Der Satz gilt an Urlaubsorten als Durchhalteparole und ist Kindern aus Müttermund ein Grausen. Es gibt kein Jahr, in dem nicht über das Wetter geklagt wird – im Brückenkopf-Park muss es seit Jahren als Argument für das Ausbleiben von Gästen herhalten.

Dabei ist in der Jülicher Lokalpresse vom 9. März zu lesen, dass es vor allem die großen „Events“ sind, die mit den Besucherströmen das Geld in die Kassen des Parks spülen. Die Erkenntnis alleine macht aber kein Angebot.

Was hat die Burg Wilhelmstein, was Jülich nicht hat? Veranstalter Meyer, durch den 2001 – um ein Beispieljahr zu nennen – Publikumslieblinge wie Kaya Yanar, Konrad Beikircher, Jürgen Becker, Götz Alsmann und Atze Schröder in Jülich auftraten. Darüber hinaus gab es mal ein Riesenrad im Park, im Winter eine Eisbahn und viele, viele Veranstaltungen, die nicht einmal teuer sein mussten: Kunstausstellungen beispielsweise oder eine Bühne für lokale Bands – sogar Jung-Musiker mit Punk- und Metalwurzeln.

Heute finden sich Künstler wie jüngst Hennes Bender oder bald die Bläck Föös im Jülicher Kulturbahnhof ein, der keineswegs über das Budget des Brückenkopf-Parks verfügt.

Dass das Feuerwerkspektakel „Flammenzauber“ mangels Sponsor ausfällt, lässt beim Lesen vor Staunen den Mund offen stehen. Eine Veranstaltung, bei dem der Besucher im Juli den Blick zum Himmel frei aber kaum einen Fußbreit Bewegungsfreiheit hatte? Defizitär?

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Und die Alternative, die der Brückenkopf-Park anbietet? Schockstarre wie beim Kaninchen angesichts der Todesgefahr. Dasselbe gilt für die Sanierung des Spielplatzes Kind und Kegel und der Südbastion, die angesichts der Kosten gar nicht erst in Betracht kommen. Dieses Verhalten mag für manch niedlichen Nager die Rettung bedeuten, für den Brückenkopf-Park drohen finale Konsequenzen.

Seit 2006 erklärt die Stadt – die Gesellschafter des Brückenkopf-Parks ist – dass angesichts der Haushaltslage die Zuschüsse sinken werden. Warum dann der Aufschrei von der Geschäftsführung um Dr. Dorothee Esser und durch den Aufsichtsrat um seinen Vorsitzenden Elmar Fuchs bei bekannt werden von Kürzungen? Jede Firma, und eine solche ist das GmbH-Unternehmen Brückenkopf-Park, der ein großer Geldgeber in absehbarer Zeit ganz oder teilweise abspringt, sorgt für neue Einnahmequellen, um den Betrieb zu erhalten und zu entwickeln.

Es mangelt an Phantasie, offenbar auch an Freude am Unternehmen und Gestalten, um hier eine neue Perspektive zu entwerfen. Ein Vorzeigeprojekt, das bei der Eröffnung vor 15 Jahren preisgekrönt wurde, verschläft den Anschluss an die Konkurrenz. Die nächste steht mit der Landesgartenschau in Zülpich – hier ziehen die alten Römerthermen – bereits in den Startlöchern.

Die Saison 2013 ist gelaufen. Zumal die Geschäftsführung im Park ihres Kopfes beraubt ist. Dr. Dorothee Esser ist auf längere, noch nicht genau benannte Zeit, erkrankt und Hajo Bülles will durch Stellungnahmen seiner Chefin nicht vorgreifen.

Warum ist das „goldenen Kalb“ Brückenkopf-Park bar jeder öffentlichen Kritik? Hinter vorgehaltener Hand wird vieles Bemäkelt und Gemunkelt, aber es gibt auch viele Ideen, die es zumindest einmal zu diskutieren lohnte. Ein Hoffnungsschimmer: Das Schweigen könnte die Stille vor dem Sturm sein, die Mannschaft und Kapitän mit geblähten Segeln das Schiff Brückenkopf-Park unter Berücksichtigung seiner Einzigartigkeit und seiner Potentiale in neue Fahrwasser bringt.

Lesen Sie hierzu: Zwischen Blüte und Brache


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