Landtagsabgeordneter Liesel Koschorreck besuchte Frauenhaus und Frauenberatungsstelle

Frauen in Not nicht im Stich lassen
Von Redaktion [02.02.2010, 07.46 Uhr]

Da ist nicht nur der Schmerz, der physische und der psychische. Da sind auch bürokratische Hürden zu überwinden, wenn von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit ihren Kindern dauerhaft Schutz vor ihren gewalttätigen Partnern finden wollen. Einfühlsame Hilfe bieten dann die Mitarbeiterinnen des Dürener Frauenhauses und der Frauenberatungsstelle. Wie diese Hilfestellung konkret aussehen kann, hat sich jetzt die SPD-Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck bei einem Besuch vor Ort erklären lassen.

In einem ausführlichen Gespräch diskutierten Anne Pentzlin und Elke Mertens vom Vorstand des Vereins, sowie Sonja Waltl und Ute Assmacher-Becker als sozialpädagogische Mitarbeiterinnen von „Frauen helfen Frauen e.V.“ aktuelle Probleme und Fragen.

Besonders problematisch sei die Situation von Frauen mit Wohnsitzauflagen wie bei Asylsuchenenden. „Obwohl sie akut gefährdet sind, müssen sie zurück in das unmittelbare Umfeld des Gewalttäters. Es ist zwar zulässig in einem, vom Wohnort des Täters weit entfernten, Frauenhaus Zuflucht zu erhalten, jedoch müssen die Frauen mit ihren Kindern zurück in den Wohnraum, der auch Aufenthaltsort des Täters ist, sobald sie das Frauenhaus wieder verlassen.“ beschreibt Ute Assmacher-Becker einen aktuellen Fall aus ihrer Arbeit. Hier helfe nur eine gesetzliche Änderung, die Ausnahmetatbestände zulasse.

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Auch die finanzielle Zukunft des Frauenhauses gebe Anlass zur Sorge, schildert Anne Pentzlin die momentane Situation. "Für das Personal des Frauenhauses gibt es zu der Landesförderung Zuschüsse von der Stadt und dem Kreis Düren. Gefördert wird für die Betreuung der Frauen und Kinder im Frauenhaus: 1 Stelle für eine Diplom Sozialpädagogin, 1 Stelle für eine Erzieherin und 1 sonstige Stelle. Die Betriebskosten des Frauenhauses müssen weitgehend über Einzelfallfinanzierte Tagessätze von den Bewohnerinnen aufgebracht werden (z.B. Einkommen oder ALGII). Eine Einzelfallunabhängige, pauschale Finanzierung von Frauenhäusern mit bundeseinheitlichen, verbindlichen Regellungen ist dringend notwendig um allen von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern, unabhängig vom Status, Einkommen und Herkunft eine sichere Zuflucht und gewaltfreie Zukunft gewährleisten zu können!“

Für die Beratungsstelle von Frauen helfen Frauen e.V. erhält der Verein gar keine finanzielle Unterstützung. Diese wird alleine aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. „Dabei können wir durch umfangreiche Gewaltschutz Beratungen im Vorfeld, wenn Frauen über die Flucht aus einer bedrohlichen häuslichen Situation nachdenken mithelfen, dass der Weg ins Frauenhaus vermieden werden kann. Stattdessen können die Frauen einen direkteren Weg in ein eigenständiges, sichereres Leben nehmen, “ schildert Sonja Waltl die Erfolge der Beratungsstelle.

Während der Haushaltsberatungen des Landtages hatte sich die SPD-Fraktion dafür eingesetzt, dass den Frauenhäusern die Zuschüsse für die so genannte „Vierte Stelle“ wieder gezahlt werden. Liesel Koschorreck: „Aber hier haben wir bei der Landesregierung auf Granit gebissen." Damit zeigt nach Ansicht der Politikerin die Landesregierung, dass Frauen- und Familienfreundlichkeit von schwarz-gelb ein bloßes Lippenbekenntnis ist.


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