Kunstverein Jülich eröffnete dritte Ausstellung

Zirkelbach macht Druck
Von Redaktion [20.09.2008, 08.33 Uhr]

Neue Radierungen und Bildobjekte von Helmut Anton Zirkelbach zeigt der Jülicher Kunstvereins im Hexenturm ab Freitag, 26. September. Der Künstler ist ein Virtuose auf dem Feld der Radierung, ein ungewöhnlich, experimentierfreudiger und faszinierender Künstler zugleich. Er beschäftigte sich bis 2006 fast ausschließlich mit dieser vielschichtigen Technik und arbeitet vorwiegend in Zyklen . Menschliche Figuren und Köpfe, Landschaften, Musikstücke und Autorentexte bilden Die Grundlage für seine vielfältigen Werkreihen. Zirkelbachs Bildobjekte , die seit 2006 sein künstlerisches Schaffen bestimmen, stellen eine ebenso unkonventionelle wie überzeugende Kombination aus Malerei, Grafik, Bildhauerei und Zeichnung dar. Ohne die langjährige Erfahrung mit dem Tiefdruck, wären die Bildobjekte nicht möglich.

In der Kunstvereinsgalerie im Hexenturm ist Zirkelbach natürlich mit einer Auswahl seiner wunderbaren Radierungen zu sehen. Als zweites präsentiert er sich hier aber auch als Maler, der auch diese Kunst meisterlich beherrscht. In der Ausstellung werden Werke des Künstlers gezeigt, in denen man seine künstlerische Entwicklung, seine Abstraktionsprozesse und die Vielschichtigkeit der Techniken beobachten kann. Menschliche Figuren und landschaftliche Bezüge, sowie zur reinen Abstraktion geführte Arbeiten sind in der Ausstellung vertreten.

Wer nun eine, sonst oft gesehene Bravheit im Umgang mit Radiertechnik erwartet, wird von den Radierungen des Künstlers sehr positiv überrascht werden. Zirkelbach beherrscht nicht nur das klassische Handwerk, sondern verblüfft auch mit seiner prozesshaften Experimentierfreudigkeit im Umgang mit den Möglichkeiten, die Material und Werkzeug anbieten. Gleichzeitig legt er sich dabei eine Disziplin auf, die in den Arbeiten selbst bildnerisch wiederkehrt.

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In der Natur gesehene Strukturen, Linien, Formen und Tonwerte werden von ihm zunächst gespeichert und formen sich langsam zum noch latenten Bild. Dann erst ritzt Zirkelbach seine dynamischen, verästelten Zeichen in die oft ungewöhnlich großen Druckplatten und attackiert sie, indem er die Zinkplatte mit der Stahlbürste bürstet, mit der Axt Löcher hineinhackt oder die Kanten mit der Zange umbiegt. Diese Bearbeitung ist jedoch nie Selbstzweck, sondern dient in letzter Konsequenz immer der Realisierung seinen bildnerischer Vorstellungen. Zirkelbachs Radierungen, die auch zum Teil durch ihre ausdrucksstarke Farbigkeit überraschen, wirken auf den Betrachter durch diesen Entstehungsprozess in ihrer fremdartigen Sprache ungewöhnlich nah und vertraut.

Auch seine Gemälde zeigen diese starke Präsenz. Die Farbigkeit ist eher insgesamt zurückhaltend, glüht aber stellenweise aus ihrer Materialität hindurch auf. Obwohl Zirkelbach seine Malerei zu einem hohen Abstraktionsgrad geführt wurden, lässt sie doch auch Assoziationen zu Landschaftsausschnitten oder vegetabilen Formen zu. Hier, wie schon in den Radierungen, taucht die Schrift als Struktur auf. Sie gibt den Arbeiten zusätzlich einen intimen Charakter.

An der Vernissage, die am Freitag, 26. September um 20 Uhr stattfindet, wird Henner Grube in das Zirkelbachsche Werk einführen, des weiteren wird ein kleiner Film die Arbeit und Herangehensweise des Künstlers veranschaulichen.

Die sehenswerte Ausstellung dauert vom 26. September bis zum 19. Oktober und ist zu den üblichen Öffungszeiten : Fr. 15-18 Uhr, Sa. und So. 11-18 Uhr geöffnet.


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