Eröffnung am 24. August

„Aufmarsch“ an der nördlichen Wachstube
Von Hans Meyer [22.08.2008, 18.24 Uhr]

Drei Jahre lang währten die Arbeiten am Projekt „Nördliche Wachstube“, dass vom Förderverein Festung Zitadelle in Projektleitung betreut worden ist. Mit Unterstützung der örtlichen Geschichtsvereine wurde es nun vollendet. Nach historischen Vorbildern hat man nach der Instandsetzung die Wachstube zu Präsentationszwecken möbliert. Zur feierlichen Eröffnung am Sonntag, 24. Uhr, an der Nordbastion des Brückenkopf-Parks sind Gäste zur ersten Begehung eingeladen.

Der Brückenkopf gehört zum Kranz jener Festungsbauwerke, den napoleonische Truppen von 1799 - 1810 in drei Phasen zur Verstärkung der Festungsstadt Jülich anlegten. Durch Bombardierung und Beschuss im 2. Weltkrieg, sachfremde Nutzung und fehlende notwendige Unterhaltung wurde die Substanz geschädigt und das Erscheinungsbild des Brückenkopfs stark beeinträchtigt.

In den 1980er Jahren wurden zwei Abschnitte an der Nordbastion im Bereich des Zoos von der Stadt Jülich instand gesetzt. Von 1995 bis 1998 sind dann am stark verfallenen Festungsbauwerk weitere Restaurierungsmaßnahmen (Investitionssumme etwa 19 Millionen Mark mit einem Zuschuss des Landes NRW in Höhe von 14,5 Millionen Mark) ausgeführt worden, um dieses bedeutendste napoleonische Festungsbauwerk im Rheinland als einen Kernbereich der Jülicher Landesgartenschau 1998 präsentieren und insbesondere in der Südbastion interessante Ausstellungen zeigen zu können.

Leider wurden bereits vor dem Ende der Landesgartenschau, insbesondere in der Südbastion und in der Nordbastion, Schäden festgestellt. Die Ursache: Wasser. Diese Bastionen und andere Bereiche mussten daher kurz nach der Landesgartenschau für Besucher gesperrt werden. Seit 1999 sind für die Besucher des Parks nur noch einige Poternen z.B. unter den Hohltraversen 3 und 4 sowie die dazwischen liegende Defensionsgalerie (Wehrgang) zugänglich.

Diese Situation ist für den Brückenkopf-Park ein großer Nachteil, denn insbesondere die Südbastion könnte zum Beispiel für Ausstellungen, Märkte, und Veranstaltungen sowie weitere, weitgehend wetterunabhängige Angebote für Besucher genutzt werden. Deshalb wurde im September 2005 von Hans Meyer, Förderverein „Festung Zitadelle Jülich" das Projekt „Nördliche Wachstube mit anschließender Defensionsgalerie" mit dem Ziel auf den Weg gebracht, für die Besucher des Brückenkopf-Parks einen weiteren, durchaus interessanten Teil der Festung ständig zugänglich zu machen und dort auch einige Ausstellungsprojekte zu präsentieren.

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Nach Kontakten zu weiteren historischen Jülicher Vereinen und Gruppen sagten der Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V., der Brückenkopfverein Jülich e.V., der Bürgerbeirat Historische Festungsstadt Jülich e.V. und das Corps de Juliers sowie auch der Brückenkopf-Park ihre Unterstützung des Projektes zu. Für die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen wurde eine Schadenskartierung mit Maßnahmenkatalog bei der Fachhochschule Köln beauftragt, die auch für die Restaurierungsmaßnahmen vor der Landesgartenschau eingeschaltet worden war. Die dabei ermittelten und geschätzten Kosten beliefen sich auf etwa 45.000 Euro – ohne Mehrwertsteuer.

Von Hans Meyer wurde dann für den Förderverein „Festung Zitadelle Jülich" als Projektträger, im Mai 2007 ein Förderantrag in Höhe von 20.000 Euro bei der NRW-Stiftung - Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege gestellt. Im Oktober kam die hocherfreuliche Zusage über die Bewilligung des Zuschusses in dieser Höhe.

Danach wurden von ihm Briefe mit der Bitte um Geld- und Sachspenden an eine weitere Stiftung und Firmen geschrieben sowie Architekturbüros angesprochen. Das sehr erfreuliche Ergebnis war, dass weitere Geldspenden in Höhe von 15.450 Euro und Sachspenden in Höhe von ca. 5000 Euro gegeben wurden. Nach einem Presseartikel über das Projekt meldete sich auch noch eine anonyme Stiftung und gab eine Spende von 5000 Euro. Auch der Brückenkopf-Park, der Förderverein „Festung Zitadelle Jülich" und der Brückenkopfverein Jülich beteiligten sich mit 3500 Euro und es gab eine private Spende von 500 Euro. Damit war die Finanzierung des Projektes gesichert.

Im Februar dieses Jahres begannen die Arbeiten mit vielen ehrenamtlichen Helfern aus den genannten Vereinen. In der nördlichen Wachstube wurden ca. fünf Quadratmeter Boden entfernt, danach Kies und Split verteilt sowie Rasenkantensteine und Eichenkanthölzer als Unterkonstruktion eingebracht und darauf Holzdielen verlegt. In der Wachstube wird nach historischen Vorbildern erstellte Möblierung für Präsentationszwecke aufgestellt. In der Defensionsgalerie musste ca. 20 Quadratmeter Boden beseitigt werden um die Durchgangshöhe zu vergrößern. Zur Begradigung und Befestigung der Wegesituation wurden 4 Quadratmeter Split eingebracht und um ein Nachrutschen der Böschung zu verhindern wurden 36 Eichenkanthölzer als Randbegrenzung verlegt. Um den Zugang von der Poterne in Hohltraverse 1 in die Defensionsgalerie zu verbessern, die Durchgangshöhe betrug nur ca. 1,50 Meter, wurde Asphalt entfernt und drei neue Stufen sind verlegt worden. Inzwischen gab es 25 ehrenamtliche Helfereinsätze für die eben genannten sowie für weitere Arbeiten.

Im Herbst 2007 wurde ein Arbeitskreis von Mitgliedern der beteiligten historischen Vereine gebildet, in dem bei mehreren Treffen u. a. beraten und beschlossen wurde, welche thematischen Ausstellungsprojekte in der Wachstube und Kammern der Defensionsgalerie präsentiert werden und welche Nutzungen möglich sind. Die Ausstellungsprojekte werden zzt. erstellt. Beauftragt bei Firmen wurden bisher unter anderem Mauerwerksinstandsetzungsarbeiten in der Wachstube und an Schießscharten in der Defensionsgalerie, eine neue Elektroinstallation für die bessere Beleuchtung des gesamten Projektbereiches und 2 transparente Gittertore (nördliche Wachstube und Zugang aus der Poterne in die Defensionsgalerie) sowie ein Schutzgitter und wetterfeste Bilder auf Tafeln mit historischen Themen.


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