Führung durch Stadt und Schloss mit Conrad Doose

Auf den Spuren von „arte“ durch Jülich
Von Redaktion [25.08.2007, 05.49 Uhr]

Treffpunkt zur GaSt-Führung ist an der Pasqualini-Brücke.

Treffpunkt zur GaSt-Führung ist an der Pasqualini-Brücke.

Im Mai filmte ein Kamerateam von „arte“ für die Sendereihe „SOS - Kulturerbe in Ge-fahr“ in Jülich. Kompetente Begleitung erhielten die Fernsehleute durch Conrad Doose, Vorsitzender des Fördervereins Festung Zitadelle. Zwar ist der Sendetermin von September auf ein bislang unbekanntes Datum verschoben worden, aber in der monatlichen Führung zur Geschichte am Sonntag begibt sich Conrad Doose am 2. September ab 11 Uhr mit Interessierten auf die Spuren der Filmer. Start ist an der Pasqualinibrücke.

Mit ihrem GaSt-Geber werden in dem rund zweistündigen historischen Spaziergang – diesmal als VHS-Führung angeboten – die äußeren Wallanlagen aber auch die Kasematten der Zitadellen-Bastion St. Johannes erkundet, in deren Kasematten ein Kanonenhof und ein „Horchgang“ gezeigt werden; hier erschließt sich auch die 450 Jahre alte „weiche“ Struktur der Wälle, die 1944 nicht einmal Luftminen sprengen konnten. Doch auch der ehemalige Residenzpalast, der einzigartige „Palazzo in fortezza,“ gewinnt wieder Gestalt - in der nahezu historisch getreu restaurierten Ostfassade des Schlosses, im originalen Schlosskeller und in der kunsthistorisch besonders bedeutenden Schlosskapelle. Conrad Doose erläutert die Formensprache der Bauhütte von St. Peter in Rom, die dem Bologneser Alessandro Pasqualini bestens bekannt gewesen sein dürfte. Hier offenbart er sich als Raffaels wohl begabtester Schüler - ein Meister der optischen Täuschung, mit nur in Jülich erhaltenen Architekturmotiven der Hochrenaissance.

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Von dort aus wird die „italienische“ Planstadt und italienisch-römische Renaissance-Architektur im Rheinland in Augenschein genommen. Selbst die weit überregional bekannte Zitadelle will als einstige herzogliche Residenz fachkundig erklärt werden. Doch besonders gilt dies für das „Jülicher Pentagon“, für die nach 1945 wieder aufgebaute Pasqualinische Altstadt. Sie ist heute ihrem Vorbild aus dem 16. Jh. ähnlicher als vor dem Krieg. Wohl niemand vermutet hier Renaissanceformen, sie kenn-zeichnen jedoch das gesamte Erscheinungsbild der Altstadt. Eine neu zu entdeckende Rolle spielt dabei der einst am Reißbrett konstruierte Idealstadtgrundriss. Er repräsentiert italienische Befestigungstechnik - die modernste der frühen Neuzeit.

Für die Führung erhebt die Volkshochschule Jülich eine Gebühr von 5 Euro inklusive Eintritt fürs Museum.


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