Erhaltungs- und Nutzungskonzept für die Kommende

Moderne „sprengt“ das Siersdorfer Herrenhaus
Von Dorothée Schenk [19.04.2007, 10.01 Uhr]

Inzwischen gestandene Architektinnen: Susanne Dzuck, Jutta Grosse-Venhaus, Judith-Maria Kerscher, Sandra Springob und Okka Frede.

Inzwischen gestandene Architektinnen: Susanne Dzuck, Jutta Grosse-Venhaus, Judith-Maria Kerscher, Sandra Springob und Okka Frede.

„Man kann gar nicht genug Konzepte haben“, erklärt Dr. Otto Bartmann als Sprecher der 20-köpfigen Erbengemeinschaft zur Ausstellungseröffnung. In der Sparkasse am Schwanenteich sind derzeit auf Initiative des Fördervereins Kommende Siersdorf und Fördervereins Festung Zitadelle Jülich, fünf Abschlussarbeiten der Fachhochschule Köln zum Thema "Erhaltungs- und Nutzungskonzept für die Kommende Siersdorf in Aldenhoven“ ausgestellt. 15 Jahre lang bewegt der Erhalt und die wirtschaftliche Nutzung des historischen Bauwerks bereits die Gemüter. Der Verfall schreitet fort, Handlungsbedarf ist gegeben.

In diesem Sinne passen die weitsichtigen Ideen der fünf inzwischen diplomierten Architektinnen: Zwischen dem Event- und Familienhotel von Susanne Dzuck, Jutta Grosse-Venhaus’ Rehaklinik für Kinder und Jugendliche, die an Adipositas oder Überernährung leiden, einem Tagungsort, wie ihn Judith-Maria Kerscher sich vorstellt, Okka Fredes Kulturhotel oder der Privatklinik für Menschen mit Burn-Out-Syndrom von Sandra Springob bewegen sich die gestalterischen Ideen.

Wichtig waren Alleinstellungsmerkmale und Marketingkonzepte zu finden, die eine Realisierung einschließen. Interessant, so erklärt Guido von Büren, Vorsitzender des Fördervereins Kommende Siersdorf, dass kein Entwurf den kostspieligen Wiederaufbau des historischen Daches vorsehe und die Erkenntnis, dass bei allen Planungen das Raumkonzept des „Altbaus“ nicht für die modernen Bedürfnisse ausreiche. Aufgabe der Examensarbeiten war es neben der konzeptionellen Entwicklung für das Herrenhaus, auch ein Bürgerhaus zu entwerfen – was eigentlich eine Prüfungsvoraussetzung war, erwies sich als Realitätsnähe.

Ganz nah an der Wirklichkeit sind die Diplomandinnen im Sommer 2006 auch in der Konzeptionswahl gewesen. Denn, wie Dr. Otto Bartmann erklärte, beschäftigt sich die Erbengemeinschaft konkret mit drei von zwölf Projekten und Investoren: Aldenhovens Bürgermeisterkandidat Herr Prömper soll, laut Dr. Bartmann, bei einer Wahl seiner Person zugesagt haben, ein Europäisches Jugendzentrum in Siersdorf zu etablieren. Außerdem könnte mit Unterstützung des Kreises Düren eine Pferde-Rehaklinik errichtet werden. Sollte kein Investor gefunden werden, müsste mit der Kommune und dem Denkmalschutz wenigstens die Ruine gesichert werden.

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Ein Bild des Herrenhauses aus glanzvollen Vorkriegszeiten. Foto: Förderverein Kommende Siersdorf

Ein Bild des Herrenhauses aus glanzvollen Vorkriegszeiten. Foto: Förderverein Kommende Siersdorf

Ähnlich ist mit dem Schloss Hambach in der Mitt-90er Jahren verfahren worden. Auch heute noch, davon ist Conrad Doose, Vorsitzender des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich überzeugt, sind aber für die Sanierung und neue Nutzung des Herrenhauses Gelder zu bekommen, „wenn ein konkretes Projekt dahinter steht“. Zwischen 30 und 90 Prozent der Kosten könnten von der öffentlichen Hand übernommen werden – das gilt aber nur für die Instandsetzung des historischen Baues. „Gefördert wird nur der Erhaltungsanteil“, betont Doose. Die Gesamtsumme wurde bei der Annahme des Baus eines Altenheimes auf dem Gelände der Kommende einmal auf 10 Millionen Euro beziffert.

Das besondere und Alleinstellungsmerkmal der Kommende Siersdorf ist ihr Vorbildcharakter, wie Conrad Doose erläutert. Es handelt sich um die erste einflügelige Residenz in der niederrheinisch-niederländischen Region. Die Architektur mit den vier Eck-Türmen sei einzigartig. Der Landadel, in dem Falle Herr von Reuschenberg, zeige in Siersdorf im Kleinen, was der Fürst an der Jülicher Zitadelle vorgemacht habe. Allerdings sei die Baugeschichte noch nicht richtig aufgearbeitet. Hans Kunnes vom Förderverein Kommende Siersdorf ist derzeit damit befasst.

Wer sich die Pläne für die Kommende nach Hause tragen möchte, kann dies in Form eines Ausstellungskatalogs, der zu 6 Euro am Informationsschalter der Sparkasse am Schwanenteich erhältlich ist. Die Ausstellung wird bis 4. Mai zu den Schalterzeiten gezeigt

Mehr zum Thema auf der Homepage des Fördervereins Kommende Siersdorf<


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