Familiäre Wurzeln

„Jülicher“ Professor Yoav Horn gestorben
Von Redaktion [19.09.2006, 08.56 Uhr]

Eine bewegende Begegnung mit seiner Familiengeschichte erlebte Professor Dr. Yoav Horn, als er gemeinsam mit seiner Frau Ora 2004 Jülich besuchte und zum ersten Mal am Grab seines Großvaters und Urgroßvaters stand, die mit anderen Verwandten auf dem jüdischen Friedhof an der Aachener Straße beerdigt wurden. Seine Freude über den Besuch in Jülich fasste er zusam-men: „Wir Jülicher sind nun mal so!“ So schildert die Begegnung die Jülicher Gesellschaft ge-gen das Vergessen und für die Toleranz e.V..

Jetzt meldet sie den Tod des Professor Yoav Horn im Alter, der mit 70 Jahren am 13. September in Tel Aviv an Krebs starb. Sein Vater, Dr. med. Hermann Horn, wurde in Jülich im Haus Hu-bertusstraße 11, der heutigen Poststraße 18 geboren. In diesem Haus war später die wohl erste Jülicher Tankstelle seines Onkels Georg Horn. Yoav Horn wurde in Jerusalem geboren, nach-dem sein Vater bereits zum 1. April 1933 seine Anstellung als Arzt am Krankenhaus Moabit in Berlin durch die Nazis verloren hatte.

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Yoav Horn wurde Chefarzt am Assaf Harrofeh Medical Center in Jerusalem. Er lehrte außerdem an den Universitäten von Tel Aviv und von Kalifornien (UC) in San Francisco. Yoav Horn war der erste Israeli, der von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgezeichnet wurde. Er erhielt 2000 den Sasakawa Preis für seine Bemühungen, im Westjordanland seit 1978 eine Krebsver-sorgung aufzubauen. Zwei Krebskliniken (Bethlehem und Nablus) wurden auf seine Initiative gegründet. Er selbst hielt 18 Jahre lang jeden Dienstag Sprechstunde in Bethlehem. Das Preis-geld (30.000 Dollar) stiftete er für die Schaffung einer Organisation zur Krebsbekämpfung in der Westbank.

Yoav Horn wurde im Kibbutz Einat in der Scharon-Ebene beerdigt.


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