Philippinenreise

Aktion Wasserbüffel sorgt für Lernstoff
Von Redaktion [30.07.2006, 18.15 Uhr]

Lesebücher brachte Ehepaar Range in das  Kinderlernzentrum Batang Pit-os.

Lesebücher brachte Ehepaar Range in das Kinderlernzentrum Batang Pit-os.

Dreißig Kinder empfingen Helga und Jochen Range begeistert im Kinderlernzentrum Batang Pit-os von Cebu City. Jedes Kind erhielt als Geschenk ein Buch und eine große Portion Eis. Die Lehrerin nahm er-freut eine Reihe Schulbücher in Empfang. Batang Pit-os heißt übersetzt aus der Sprache Visaya: Kind des Elends. Pit-os ist eine Ortschaft am Rande der Millionenstadt Cebu City.

Pit-os ist in der Tat ein Ort des Elends. Es gibt kein Trinkwasser, keine Infrastruktur, keine öffentlichen Verkehrsmittel für diesen Stadtteil mit fünf Siedlungen. Eine der Siedlungen, Tapoko, hat seit einigen Jahren ein Kinderlernzentrum mit einer Vorschule, einem Kindergarten, einer Lern- und Lesehalle und einem Spielplatz. Aktion Wasserbüffel hat mit Förderung des Landes NRW das Zentrum gemeinsam mit der philippinischen Organisation VICAP gegründet. Dazu kam im Jahr 2004 eine Trinkwasserversor-gung.

Der philippinische Staat versagt in der Schulpolitik. Im Land fehlen mindestens 20.000 Klassenräume und 10.000 Lehrer. Fast die Hälfte aller Ortschaften hat keine Vorschule. Ohne Vorschulbesuch haben die Kinder keine Chance, in der ersten Klasse der sechsjährigen Pflichtschule zu bestehen. An den öffentli-chen Schulen teilen sich im Durchschnitt acht Kinder ein Schulbuch. Private Schulen nehmen uner-schwingliche Gebühren für den Schulbesuch.

Die Lesehalle in Batang Pit-os enthält einen guten Bestand an Büchern mit Märchen und Geschichten, aber auch Schulbüchern. Die Kinder des Zentrums haben hier die Gelegenheit, in Ruhe zu lernen. Die Hütten, in denen sie mit ihren Eltern und drei bis fünf Geschwistern wohnen, haben oft nur zwei enge Räume und bieten keinen Platz zum Lernen. Aktion Wasserbüffel übernimmt weiterhin die Ausstattung mit Lern- und Lesebüchern.

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Stephanie Supapo wird bald wieder alleine laufen können.

Stephanie Supapo wird bald wieder alleine laufen können.

Stephanie Supapo kann nicht laufen. Ehepaar Range bemerkte es, als es abseits mit seiner Großmutter in einem Bambusunterstand saß, während die anderen Kindern von Pit-os das Eiscremefest feierten.Durch die extreme Fußfehlstellung, wahrscheinlich als Folge einer Schädigung vor der Geburt, kann Stephanie, die jetzt sechs Jahre alt ist, nicht laufen. Sie ist Schülerin der Vorschule Batang Pit-os in Cebu-City. Sie ist sehr intelligent und lernt gut. Aber durch ihre Behinderung ist sie sehr scheu. Ihre Großmutter trägt sie jeden Tag in die Schule, die Mutter muss 14 Stunden am Tag arbeiten, um die Familie zu ernähren. Mit drei Jahren wurde Stephanie mit einer guten Heilungschance zum ersten Mal orthopädisch behandelt. Aber nach zwei Monaten konnten die Eltern die Behandlung nicht mehr bezahlen. Eine Krankenkasse gibt es nicht für die Armen.

Durch eine orthopädische Behandlung etwa dreimal pro Woche mindestens ein Jahr lang könnte Stepha-nies Behinderung voraussichtlich vollständig behoben werden. Nach einer ersten Schätzung würde die Behandlung etwa 2500 Euro kosten, unerschwinglich für eine philippinische Normalfamilie. Für Stepha-nie heißt aber eine Behandlung: Ein normales Leben als Gesunde zu führen. Nichtbehandlung heißt: Ein Leben als Schwerstbehinderte zu führen. Ranges beschlossen, die Kosten für Stephanies Behandlung durch Aktion Wasserbüffel zu übernehmen. Im April hat die Behandlung im Krankenhaus in Cebu City begonnen.

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