Benefizkonzert für die Jülicher Flüchtlingshilfe

Bach-Musik und Sachs-Gedichte
Von Redaktion [12.03.2016, 12.50 Uhr]

Die Cellosuiten von J.S. Bach waren bis vor etwa hundert Jahren fast in Vergessenheit geraten. Gespielt werden sie am Karfreitag, 25. März, ab 17 Uhr der Jülicher Schlosskapelle von Susanne Trinkaus.

Der große Pablo Casals hat sie für sich und damit für den Konzertsaal wieder entdeckt. Seither gehören sie zum Standard-Repertoire vieler Cellisten. Obwohl bei einer Übertragung auf die Viola keine Tonart verändert werden muss und der um eine Oktave höhere Klang seinen eigenen Reiz hat, gibt es wenige Bratschisten, die diese Werke zur Aufführung bringen. Zu keiner der Kompositionen gibt es Tempobezeichnungen, und da die originale Handschrift verloren gegangen ist, bleibt es dem Künstler überlassen, seine eigenen Vorstellungen individuell zu verwirklichen. Susanne Trinkaus spielt eine Viola von Mori Costa aus dem Jahr 1802.

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Zusammen mit den Bachschen Suiten werden Gedichte von Nelly Sachs zu hören sein, vorgetragen von Klaus Kenke. Auch die Gedichte von Nelly Sachs sind fast in Vergessenheit geraten, obwohl ihr 1966 als einziger Lyrikerin deutscher Sprache der Literaturnobelpreis verliehen wurde. Das machte sie zwar selbst berühmt, aber ihre Gedichte blieben weitgehend unbekannt. Dabei könnten sie in unserer Zeit nicht aktueller sein.

Nelly Sachs hat 1940 im letzten Augenblick aus Berlin ihrer Deportation entfliehen können. In Schweden fand sie Asyl in einer Flüchtlingsunterbringung. Sie sah ihre einzige Aufgabe darin, den Ermordeten des Naziregimes mit ihren Gedichten Sprache zu verleihen. "Die Bachschen Cellosuiten sind Musik, die einem die Seele wäscht," sagte einmal der Cellist Boris Pergamenschikow. Das gleiche könnte man von den Gedichten der Nelly Sachs sagen: ihre Poesie ist Sprache, die die Seele wäscht. 

Der Erlös der Veranstaltung kommt der Jülicher Flüchtlingshilfe zugute.


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