Vortrag der Hospizgesellschaft
Traurig und jeck?
Von Redaktion [03.02.2015, 10.51 Uhr]
Er ist Psychotherapeut, Philosoph und kennt den Karneval seiner Heimat: Dass Wolfgang Oelsner tiefe Einsichten mit Humor und Mutterwitz vereinbart, steht schon von daher zu erwarten. Von dieser seltenen Gabe bekommen jetzt auch die Gäste der Hospizbewegung Düren-Jülich etwas ab: Bei einer Lesung in der Schlosskapelle der Zitadelle am Donnerstag, 5. Februar, 19.30 Uhr, nimmt der 65-jährige Kölner das Thema „Karneval und Trauer“ unter die Lupe.
Der Eintritt ist frei, Spenden nimmt der Verein für die ehrenamtliche Begleitung schwerstkranker Menschen gerne entgegen. Um vorherige Anmeldung im Büro der Hospizbewegung (? 02421/ 39 32 20, E-Mail: info@hospizbewegung-dueren.de) wird gebeten.
Trauer, Abschied und Karneval sind einander ganz nahe, näher als mancher Narr sich das denkt und wünscht. Der legendäre Volkssänger Jupp Schmitz wusste das jedenfalls gut und sang schon vor Jahrzehnten: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei.“ Verlust- und Abschiedsgedanken werden im Rheinischen oft in Liedern des Karnevals thematisiert. Die Bläck Fööss wussten schon: „Es gibt ein Leben nach dem Tod.“
Volkstümliche Lieder besetzen Plätze, die einst dem Kirchenlied vorbehalten waren. „Niemals geht man so ganz“, in der Version von BAP oder Trude Herr ist eines der meist gespielten Musikstücke in Kölner Trauerhallen.„Wer singt, ist nicht ohnmächtig“, meint jedenfalls Wolfgang Oelsner. Und Lieder ersetzen auch seiner Meinung keine Trauerarbeit. Aber sie können die Tür zur Vertiefung „nach Aschermittwoch“ öffnen. Der Vortrag setzt die philosophische, theologische und psychologische Deutung der Narretei in populäre Sprache um.
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