Goldenen Zeiten nachgespürt
Von Guido von Büren [03.06.2013, 17.12 Uhr]

Die Reisegruppe der drei Vereine vor dem Denkmal für Wilhelm von Oranien in Den Haag Foto: Michael Greve

Die Reisegruppe der drei Vereine vor dem Denkmal für Wilhelm von Oranien in Den Haag Foto: Michael Greve

Der Aufgang des Goldenen Zeitalters der Niederlande war Thema der gemeinsamen dreitägigen Exkursion des Jülicher Geschichtsvereins, des Opladener Geschichtsvereins und
des Fördervereins Deutsches Glasmalereimuseum Linnich.

Erstes Ziel war Gouda, nicht nur berühmt durch die Tradition der Käsezubereitung, sondern vor allem durch die Sint Janskerk, ein beeindruckendes Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert. Eine besondere Überraschung stellt die Ausstattung der Kirche mit 72 Glasfenstern zumeist aus dem 16. Jahrhundert mit einer Fülle biblischer Motive in farbenprächtiger Ausführung dar. Den gastlichen Abschluss des Besuchs in Gouda bildeten eine Führung durch die liebevoll gestaltete Altstadt und die Käse- und Weinprobe im Käsemuseum, die einen Überblick über die zahlreichen Käsesorten und die verschiedenen Geschmacksvarianten vermittelte.

Das nächste Ziel war Den Haag und hier in der Mitte dieser modernen Büro- und Geschäftsstadt das intime und gedrungene, bis auf das frühe Mittelalter zurückgehende Zentrum der Macht der Niederlande, ein festungsartiges System von Gebäuden mit der schlichten Bezeichnung „Binnenhof“. In dessen verwinkelten Maueranlagen, einem Labyrinth von Räumen, Sälen und Gängen fühlte man sich an den Dogenpalast in Venedig oder vielleicht sogar an den Tower in London erinnert. Überraschend und nachdenklich stimmend: Dieser gewaltige, Ehrfurcht gebietende Komplex ist in seiner Bauhistorie noch nie systematisch erforscht worden; erst heute befassen sich Mitarbeiter des staatlichen Bauamtes der Niederlande damit, alle Räumlichkeiten zu vermessen, die Steine im Mauerwerk auf ihr Alter zu untersuchen und den mannigfachen baulichen Veränderungen und Erweiterungen im Zeitlauf eines Jahrtausends nachzuspüren. Zwei Mitarbeiter des staatlichen Bauamtes übernahmen die Führung der Gruppe, auch durch bisher kaum bekannte Räumlichkeiten.

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Den Haag ist auch der Standort des „Gemeentemuseums“ mit einer reichhaltigen Darbietung niederländischer mittelalterlicher und auch moderner Kunst, auch Exponate, die hierzulande zumeist unbekannt sind, aber den Eindruck engagierten künstlerischen Schaffens vermitteln.

Drittes Ziel war Utrecht, dessen stille Gassen und liebevoll gestalteten Wohnhäuser einen Eindruck der althergebrachten Wohnkultur der Niederlande vermittelte. Die gewaltigen und blutigen Machtkämpfe europäischer Großmächte der Frühen Neuzeit, Frankreich, Spanien, England, Österreich und Schweden fanden ihren Abschluss in der Besiegelung des Friedens von Utrecht 1713. Die Ausstellung „In Vreedesnam. De Vrede van Utrecht 1713“ zeigt in bedrückenden Darstellungen die Grausamkeiten der damaligen Kriege.

Letztes Ziel war Ijsselstein, ein idyllisch verträumtes Städtchen mit behaglich wirkenden Wohnhäusern. Die dortige reformierte Kirche beeindruckt durch ihre Größe und Pracht; ihr Turm war von Alessandro Pasqualini erbaut worden, ehe er sich nach Jülich zum Bau der Zitadelle wandte. In Booten wurde ein schmaler Wasserlauf gemächlich durchfahren und ein gemütlicher Gasthof lud zum Verweilen ein, bevor die Reisegruppe den Rückweg antrat.


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