Die Mary-Castle Jazzband ist zu Gast im Wymarshof

Von New Orleans über Mallorca nach Kirchberg
Von Redaktion [17.06.2010, 07.54 Uhr]

Die Mary-Castle Jazzband auf dem diesjährigen French Quarter Festival in New Orleans.

Die Mary-Castle Jazzband auf dem diesjährigen French Quarter Festival in New Orleans.

Raritäten im ausgefallenen Arrangement sind die Spezialität von einer der herausragenden Kölner Oldtime Jazz-Formationen, der Mary-Castle Jazzband. Ihr mitreißendes Repertoire weicht wohltuend von üblichen Programmen ab. Davon können sich Fans der Stilrichtung am Sonntag, 27. Juni, auf dem Kirchberger Wymarshof überzeugen, wo die Gruppe ab 11 Uhr den Frühschoppen „Jazz auf dem Lande“ musikalisch bestreitet. Der Eintritt kostet 8 Euro, 5 Euro für Mitglieder. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Den Traum aller Oldtime-Jazzer, ein Auftritt auf dem French Quarter Festival im Mekka New Orleans, erfüllten sich die Mary-Castle-Jungs in diesem Jahr. Zudem zählt die Combo zum alljährlichen Inventar des Jazzfestivals in Cala D’Or auf Mallorca, so auch jüngst Anfang Juni. Mit im Gepäck war natürlich die aktuelle CD „Zwischenwerk“, die Ende 2009 veröffentlicht wurde.

Hauptantrieb der sechs Musiker um Rolf Kannen (Trompete/Kornett), Elmar Kläsener (Klarinette/Saxophon), Reinhold Wagner (Posaune), Klaus Diemer (Banjo/Gitarre), Egbert Diemer (Bass) und Walter Bungard (Schlagzeug) ist das Bestreben, der Riester-Rente, Harz-IV-Regelungen und anderen Gemeinheiten des Renten- und Pensionärsalters zu entgehen. Dem Individualismus dieser Herren entsprechend fällt es New-Orleans-Missionaren, Oldtime-Fetischisten und Swing-Heinis schwer, die Band einem bestimmten Stil zuzuordnen - gespielt wird, was gefällt.

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einem bestimmten Stil zuzuordnen - gespielt wird, was gefällt.

Die Mary-Castle-Jazzband spielt auf Grund ihres hohen Durchschnittalters nicht nur in der für den englischen Dixieland in der Barber-Ball-Bilk-Zeit der 50iger und 60iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts typischen Besetzung, sondern damit auch alterstypisch. Zu ihrem Programm gehören Kinderlieder („Teddy Bear’s Picnic“) ebenso wie deutsche Schlager-Klassiker („Das gibt's nur einmal“, „Bel Ami“). Das Repertoire wird während der Proben in stundenlangen Diskussionen zunächst erarbeitet und anschließend mit Rotwein vertieft, ehe sich die Musiker vor jedem Auftritt, besonders im Kölner Jazzlokal „Streckstrump“, für mehrere Tage der Besinnung in das Zisterzienserkloster La Trappe (Département Orne) zurückziehen, um sich dort mit Fasten, stetem Schweigen und einigen Hektoliter Klosterlikör fit zu machen.

So entsteht bei jedem Auftritt diese immer wieder bestechende Mischung aus (prä-)senilem Humor, kaltblütiger Benutzung der Instrumente und Entfernung vom guten Geschmack, die das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hinreißt. Es zeugt daher von Konsequenz, wenn die Mary-Castle-Jazzband in den kommenden Jahrzehnten dieser Linie treu bleibt, bis die Klimakatastrophe neue Überlegungen erforderlich macht.

Der Name der Band lehnt sich im übrigen an ihren Geburtsort an: Köln-Marienburg. Hier, in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Marienburg“, die dem Stadtteil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Namen gab, entstand die Band zu Beginn der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts als Spätfolge des Urknalls.


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